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Roman Weidenfeller

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Roman Weidenfeller Story

KARRIERE

Weidenfellers erster Verein waren die Sportfreunde Eisbachtal. Im Alter von 16 Jahren wagte der gelernte Bürokaufmann den Sprung zum 1. FC Kaiserslautern und unterschrieb dort 1998 seinen ersten Profivertrag. Im gleichen Jahr hatte er bei der A-Junioren-WM auf sich aufmerksam gemacht, spielte bei diesem Turnier in Ägypten groß auf und wurde zum besten Torhüter gewählt. Nach sechs Bundesliga-Einsätzen wechselte er im Sommer 2002 zum BVB, wo er zunächst die Nummer zwei hinter Nationaltorwart Jens Lehmann war und diesen nach einer langwierigen Verletzung im letzten Saisonviertel 2002/2003 ablöste.

Die Leistungen des jungen Torhüters waren so nachhaltig, dass ihn der damalige Trainer Matthias Sammer nach Lehmanns Wechsel im Sommer 2003 zu Arsenal London zur Nummer eins beim BVB erklärte. Auch heute schwärmt der DFB-Sportdirektor noch: "Weidenfeller ist überragend!" Zwei Mal (im März und Mai 2005) wurde Weidenfeller zum "Bundesliga-Spieler des Monats" gekürt. 2004/2005 sowie 2005/2006 war er laut kicker der (noten-)beste Torhüter der Fußball-Bundesliga.

"Weidenfeller, der in seinen Anfangsjahren beim BVB nicht unumstritten war, gehört zu den anerkannten Führungskräften seines Klubs. Er gilt als Garant für Sicherheit und Stabilität", schrieb damals der kicker über den Ballfänger. "Er ist sportlich und menschlich gereift", sagte Sportdirektor Michael Zorc fünf Jahre später, im Sommer 2010, über die Nummer eins im BVB-Tor und stellvertretenden Mannschaftskapitän, der das ABC des Fußballs "von meinem Vater zu Hause bei uns auf der Wiese beigebracht bekommen" hat. "Dort", so Weidenfeller, "habe ich früh gelernt, sicher den Ball zu fangen. Später haben wir dort etliche schweißtreibende Sonderschichten geschoben."

Ein Vierteljahrhundert ist seitdem vergangen. Der einst impulsive Schlussmann ist ruhiger geworden. "Ich glaube, dass für mich das gleiche gilt wie für einen guten Rotwein, der gereift sein muss, ehe er perfekt sein kann. Mit dem Alter kommt die Gelassenheit, und man geht ganz anders an die Dinge heran", sagt er: "Man bekommt auch einen besseren Blick für die unterschiedlichsten Spielsituationen. Man sieht es doch bei Lehmann oder van der Sar: Die sind bzw. waren mit 40 noch richtig gut! Jetzt beginnt für mich das beste Torwartalter. Ich hoffe, dass ich noch einige Jahre spielen kann." Anfang August feierte Weidenfeller seinen 30. Geburtstag. Dass er bei den Fans ganz oben in der Gunst steht, registriert er mit Freude - aber auch mit der Gelassenheit eines gereiften "Roten": "Ich weiß, dass ich stark polarisiere. Und deshalb stehe ich manchmal auch in der Kritik. Aber ich gehe kontinuierlich meinen Weg und will weiterhin jeden Fan mit ehrlicher Arbeit überzeugen. Jeder weiß, dass ich alles für den Erfolg der Mannschaft gebe." Weidenfellers Vertrag beim BVB läuft noch bis zum Ende dieser Saison. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke sagt: "Das Kapitel muss dann nicht enden."

"Ich bin kein Typ, der jedes Jahr den Verein wechselt", erklärt Weidenfeller, "sondern bodenständig und fühle mich sehr wohl in Dortmund. Und ich gehe den Weg mit, den der Verein einschlägt: Wir haben die Mannschaft verjüngt und sehen, was möglich ist. Ich fühle mich auch privat hier sehr wohl. Ich mag die Menschen im Ruhrgebiet, weil sie sehr offen sind."

STÄRKEN

Als zuverlässiger, willensstarker und leistungsstabiler Ballfänger hat sich Weidenfeller etabliert. Sein Ehrgeiz ist sein Markenzeichen. Er ärgert sich nach wie vor über jedes Gegentor im Training. "Bei mir besteht keine Gefahr, dass ich überheblich werde oder denke, dass jetzt alles von alleine geht", sagt er. Mit Torwart-Trainer Teddy de Beer legt er regelmäßig Zusatzschichten ein. Eine "riesige Entwicklung" attestiert ihm Cheftrainer Jürgen Klopp: "Er braucht sich ohnehin vor niemandem zu verstecken. Beim Mitspielen und in der Strafraumbeherrschung hat er sich enorm verbessert." Auf der Linie ist der jetzt 30-Jährige ein "Riese", reaktionsschnell wie nur wenige andere, überragend längst auch in Eins-gegen-Eins- Duellen.

SAISON-RÜCKBLICK

Insgesamt kassierte Roman Weidenfeller in 30 Einsätzen 30 Gegentreffer, spielte zehn Mal zu Null und wehrte leicht überdurchschnittliche 72 Prozent der Torschüsse auf seinen Kasten ab. In der Rückrunde blieb Roman Weidenfeller als einziger Keeper in der Liga fehlerlos. Beim Spiel in Köln musste er mit einer Risswunde am Knie verletzt ausgewechselt werden und verpasste vier Partien.

 
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