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Mats Hummels

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Mats Hummels Story

KARRIERE

Wenn nach der Fußball-WM der angekündigte Umbruch im Kader der Nationalmannschaft stattfindet, dürfte Mats Hummels den nächsten Schritt seiner Atem beraubenden Karriere gehen. Nach seinem Debüt im Länderspiel gegen Malta im Mai 2010 darf sich der 21 Jahre alte Dortmunder berechtigte Hoffnungen machen, künftig zum Stammpersonal der DFB-Auswahl zu zählen. Viele Experten hatten sogar gefordert, Hummels mit zur WM nach Südafrika zu nehmen. Doch der Bundestrainer entschied sich anders. "Ich bin jung und kann ja noch ein paar Turniere spielen", sagt der Nicht-Berücksichtigte, "schade nur, dass ich vier Jahre auf die nächste WM warten muss."

"Ich habe immer gesagt, dass Mats eine Bombe wird", sagt sein Förderer und Entdecker Hermann Gerland. Der letztjährige Co-Trainer des FC Bayern ärgert sich: "Wir hätten ihn niemals verkaufen dürfen." Doch nach anderthalb "Leihjahren" in Dortmund (Januar 2008 bis Juni 2009) griff der BVB zu, als sich die Chance eröffnete, den intelligenten, bodenständigen Modellathleten dauerhaft verpflichten und mit einem langfristigen Vertrag bis Juni 2013 ausstatten zu können. Der freute sich über den Wechsel von der Isar an die Ruhr: "In München war ich der kleine Junge, der bei den Großen mitmachen durfte. In Dortmund habe ich von Anfang an eine ganz andere Wertschätzung erfahren."

Geboren wurde Mats Hummels in Bensberg bei Köln. Seit seinem siebten Lebensjahr spielte er für Bayern München, wo sein Vater als "Junioren-Trainer für die unteren Bereiche" tätig ist. Zu Beginn seiner Karriere spielte er noch im Sturm und schoss nach eigener Aussage "Tore am Fließband". Doch dass die Qualitäten in der Defensive noch größer waren, erkannten Vater Hermann und die verantwortlichen Trainer schon früh. Nach und nach schulten sie Mats zu einem variablen Abwehrspieler um. Heute ist er sowohl als "Sechser" vor der Abwehr als auch in der Viererkette einsetzbar. Nicht umsonst bezeichnet ihn Michael Zorc als "eines der größten deutschen Abwehrtalente".

Während der Saison 2005/2006 wurde er von Hermann Gerland zum ersten Mal in die Regionalligamannschaft des FC Bayern berufen. Zum 1. Januar 2007 erhielt er nach starken Auftritten einen Profivertrag. Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte er am letzten Spieltag der Saison 2006/2007 gegen den FSV Mainz 05 und debütierte damit im gleichen Spiel wie sein heutiger Abwehrpartner Neven Subotic. Doch nach dem rasanten Aufstieg drohte die Karriere zu stagnieren. Denn der endgültige Durchbruch wollte Hummels bei den Bayern-Profis nicht gelingen. Zu groß und zu namhaft war die Konkurrenz in der Defensive.

Beim BVB setzte sich Hummels schnell durch, auch wenn er in der Saison 2008/2009 mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen hatte und die komplette Rückrunde verpasste. Nach der Genesung wurde er im Sommer 2009 mit der U21 Europameister und war dabei im mit 4:0 gegen England gewonnenen Endspiel einer der stärksten Deutschen. In der Folgesaison trug er in der Junioren-Nationalmannschaft die Kapitänsbinde. Zu den Grundwerten, die Vater Hermann und Mutter Ulla ihrem Sohn vermittelten, gehörte, "dass man nicht immer alles kriegt, was man will". Dass Bescheidenheit eine Zier ist, zeigte Hummels am Rande des Länderspiels zwischen Deutschland und Argentinien in München, das er als Zuschauer besuchte. Hummels fuhr nicht in einem "VIP-Shuttle", sondern wie die Fans in der vollbesetzten U-Bahn.

STÄRKEN

Mats Hummels erinnert durch sein ruhiges und selbstsicheres Auftreten sowie das gute Stellungsspiel etwas an Per Mertesacker. Die mangelnde Erfahrung ist ihm kaum anzumerken, er spielt wie ein Routinier. Wegen seiner Ballsicherheit und spielerischen Fähigkeiten ist er nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch im defensiven Mittelfeld einsetzbar. Er hat besondere Stärken im Zweikampf wie im Spielaufbau. Er ist kein "Grätscher" der alten Schule. Wegen seiner Größe und Fähigkeiten beim Kopfballspiel stellt Hummels gegnerische Angreifer auch in der Luft vor Probleme. Hummels gilt darüber hinaus als torgefährlich.

SAISON-RÜCKBLICK

Hummels bestritt sehr viele Zweikämpfe und gewann davon gute 64%. Im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung räumte der 21-Jährige enorm viel ab. Er erzielte fünf Tore - beim BVB waren nur Barrios und Zidan öfter erfolgreich als der Defensivmann. In seinen letzten 16 Spielen war Hummels an sieben Treffern direkt beteiligt (vier Tore, drei Vorlagen). Wegen eines Kieferbruchs fehlte er vom 25. bis 29. Spieltag.

 
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