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Nuri Sahin

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Nuri Sahin Story

KARRIERE

Nuri Sahin jagte in einem Alter Superlative, in dem seine Freunde Playstation-Spiele sammelten: Jüngster Bundesligaspieler mit 16 Jahren und 355 Tagen, jüngster BundesligaTorschütze (17 Jahre, 81 Tage), jüngster türkischer Nationalspieler, jüngster Torschütze im Dress der Türkei: Am 8. Oktober 2005 wird er in der 86. Minute in der Partie gegen Deutschland eingewechselt und trifft 90 Sekunden später an Oliver Kahn vorbei zum 2:0-Endstand: "Das war ein Hammer-Erlebnis. Der Ball kam, und ich habe sofort geschossen." Ein Katapultstart. Arsene Wenger, Teammanager des FC Arsenal, sagte damals: "Sahin ist weltweit das größte Talent unter 18 Jahren." Worte wie ein Ritterschlag für den frühen Sahin. Mit 19 heiratete der Meinerzhagener seine Tugba. Die Hochzeit, so sagte Sahins Vater damals, fände "im engsten Familienkreis" statt. Es kamen 370 Gäste.

Doch auch für Sahin, der von Anfang an mit der Selbstverständlichkeit eines Routiniers aufspielte und gleich in seiner ersten Bundesligasaison (2005/2006) zum Top-Vorbereiter beim BVB avancierte, galten die ungeschriebenen Gesetze des Profi-Fußballs: Sich oben zu halten, ist noch schwieriger, als nach oben zu kommen. 2006/2007 absolvierte er nur drei Spiele über die komplette Distanz und war nur noch an einem Treffer beteiligt. Nachdem der BVB zur Spielzeit 2007/2008 mit Mladen Petric, Jakub Blaszczykowski und Giovanni Federico drei weitere Konkurrenten verpflichtet hatte, folgte Sahin kurzfristig dem Ruf seinen Mentors Bert van Marwijk und ließ sich für ein Jahr an Feyenoord Rotterdam ausleihen. "Ich war ausgelaugt, seelisch und körperlich einfach müde", verrät er.

Dort avancierte er nicht nur zum Stammspieler, sondern zum Leistungsträger (29 Einsätze, sechs Tore, fünf Vorlagen). "Ich habe mich fußballerisch und menschlich weiterentwickelt", betont er und fügt hinzu: "Ich bin taktisch flexibler und defensiv stärker geworden." Aus den Niederlanden kam er als Pokalsieger zum BVB zurück, verpasste aber wichtige Teile der Vorbereitung, weil er verletzt war, setzte sich aber in der Rückrunde durch und verdrängte arrivierte Kräfte wie Tinga, Kringe oder Boateng. Der Leistungs-Quell des 21-Jährigen heißt Jürgen Klopp "Für mich ist es wichtig, dass ich das Vertrauen des Trainers spüre. Und das ist bei ihm der Fall", gesteht Sahin.

Nuri Sahin wurde in Lüdenscheid geboren und ist in Meinerzhagen aufgewachsen. Die Schule brach er wegen der Profi-Karriere ab, verzichtete auf das mögliche Abitur und absolvierte stattdessen eine Ausbildung im Bereich der Neuen Medien. Mit der türkischen U17 wurde er im Mai 2005 Europameister und zugleich zum besten Spieler des Turniers gewählt. Bei der anschließenden U17-Weltmeisterschaft belegte er sowohl mit seinem Team als auch bei der Wahl zum besten Spieler Rang drei. Beim BVB rückte er direkt von den B-Junioren in den Profikader auf.

Im Gespräch wählt Nuri seine Worte mit Bedacht, er formuliert druckreife Sätze, keineswegs altklug oder gekünstelt, eher selbstbewusst und seinem Alter angemessen. Erstaunlich souverän und gelassen stellt er sich dem Medienrummel. "Ich bin kein Talent mehr", stellt Sahin (Vertrag bis 2013) vor seinem sechsten Jahr als Profi fest. Nein, längst gibt er mit den Ton an bei dem Klub, der ihm so viel bedeutet.

STÄRKEN

Sahin ist technisch beschlagen, dribbelstark und übernimmt in kritischen Spielsituationen Verantwortung. Der 21-Jährige versteht es, schnell umzuschalten, die Lücke zu erspähen und den Mitspieler in Szene zu setzen. Und das mit hoher Präzision. Darüber hinaus ist er auf verschiedenen Positionen einsetzbar, sowohl als "Sechser" vor der Abwehr als auch auf allen weiteren Mittelfeldpositionen. "Er hat sich athletisch und läuferisch enorm verbessert", attestiert Jürgen Klopp. In der vergangenen Saison erreichte er erstmals eine positive Zweikampfbilanz (53 Prozent).

SAISON-RÜCKBLICK

Nuri Sahin bestritt 33 Spiele (alle in der Startelf), fehlte nur einmal wegen einer Gelb-Sperre. Zwischenzeitlich trug der 21-Jährige sogar die Kapitänsbinde, da Weidenfeller und Kehl verletzt fehlten. Am 31. Spieltag gegen Hoffenheim musste er wegen eines Nasenbeinbruches zum einzigen Mal ausgewechselt werden. Der türkische A-Nationalspieler erzielte vier Tore (darunter drei Elfmeter) - persönlicher Saisonrekord. Insgesamt führten zehn seiner Standards zum Torerfolg, einzig bei Mesut Özil mehr. Sahin hatte im Schnitt 77 Ballkontakte pro 90 Minuten (die meisten beim BVB) und glänzte durch Ballsicherheit, kluge Pässe in die Spitze und gefährliche Standards: Er bereitete 108 Torschüsse vor - mit Abstand die meisten beim BVB, nur Misimovic (Wolfsburg) und Özil (Bremen) gaben mehr Torschussvorlagen.

 
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