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"Neben einer wirtschaftlichen haben wir
auch wieder eine sportliche Stabilität erreicht"
 
[24.11.] Zu einer "Verursachergerechtigkeit" rief Hans-Joachim Watzke bei der Hauptversammlung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA am Dienstag Mittag in der Westfalenhalle auf und mahnte in einer leidenschaftlichen Rede vor den Aktionären der Gesellschaft abermals einen veränderten Schlüssel bei der Verteilung der Fernsehgelder an. Ungeachtet dessen stellte der Vorsitzende der Geschäftsführung im fünften Jahr seiner Amtszeit fest: "Neben einer wirtschaftlichen haben wir auch wieder eine sportliche Stabilität erreicht."
 
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Hans-Joachim Watzke
Häufig von Beifall in der gut gefüllten Halle unterbrochen, stellte Watzke fest: "Wir haben in der letzten Saison das, was lange verloren gegangen schien, wiederentdeckt: Freude und Leidenschaft. Wir haben vom 13. Platz kommend eine großartige Saison gespielt: Aus der zweitschlechtesten Abwehr der Liga wurde die zweitbeste, wir hatten das drittbeste Torverhältnis, und hervorragende 59 Punkte reichten erstmals nicht zur Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb."

Somit verpasste es Borussia Dortmund, den sportlichen Erfolg "auch ökonomisch zu vergolden"; im Gegenteil erreichten die Punktprämien in den streng leistungsorientierten Verträgen eine nicht einkalkulierte Größenordnung, der wiederum keine (internationale) Prämien der Sponsoren entgegen zu setzen waren. "Im Fußball", so Watzke, "gibt es eben keine exklusiven Wahrheiten."

Die Videos der Reden der Geschäftsführung finden Sie hier

Ebenso wenig - abgesehen vom deutlichen Verletzungspech - für den zunächst nicht überzeugenden Start in die laufende Bundesliga-Spielzeit. "Mittlerweile", rief
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Der Spielerrat (hier Nuri Sahin, l.) und Trainer Jürgen Klopp waren anwesend.
der BVB-Chef den Aktionären zu, "sind wir aber wieder stabil." In den ausstehenden Spielen der Hinrunde gehe es darum, "ein Fundament zu errichten, von dem wir in eine erfolgreiche Rückrunde starten können".

Ausführlich sprach Hans-Joachim Watzke die Kursentwicklung der BVB-Aktie an. "Warum", fragte er rhetorisch, "macht sich jede positive Entwicklung nicht nachhaltig bemerkbar?" Die Antwort ist in der Aktionärsstruktur zu suchen. Seit Juni 2007 erhöhte sich der Streubesitz von 40 auf rund 66 Prozent - was gleichzeitig bedeutet: "Über 16 Millionen Aktien sind in den letzten zwei Jahren in den Markt gegangen", listete Watzke auf: "Und das hat den Kurs gedrückt." Er prophezeite: "Wir glauben an eine Erholung des Kurses, wenn der brutale Verkaufsdruck [der Großaktionäre, d. Red] weg ist."

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Hans-Joachim Watzke (r.) und Thomas Treß (l.)
Oder wenn über die Verteilung der TV-Gelder nachgedacht würde. Watzke beklagte, "dass die Fans der großen Klubs die Abos kaufen und vor den Fernsehern sitzen und die anderen, die mit wenigen hundert Anhängern durchs Land reisen, daran partizipieren". Der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung forderte daher "mehr Verursachergerechtigkeit vom Fernsehen".

Auch die gesamtwirtschaftliche Situation im Ruhrgebiet sprach Watzke offen an: "Wir wohnen nicht im Speckgürtel der Republik. Und wir zahlen auch keine moderate Miete für die Nutzung eines städtischen Stadions." Für den SIGNAL IDUNA PARK wendet Borussia Dortmund jährlich 13 Millionen Euro auf. "Aber wir wollen und werden nicht klagen. Wir haben viele Millionen Fans und eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft. Borussia Dortmund ist eine strahlende Marke."

Neben den bekannten Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr präsentierte Geschäftsführer Thomas Treß Vorlagen der geänderten Jahresabschlüsse von 2006 bis 2008. Hintergrund war ein Einwand der Deutschen Prüfstelle für
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Aufsichtsrats-Vorsitzender Gerd Pieper führte souverän durch die Versammlung.
Rechungslegung (DPR). "Was das Stadion und die Spielerwerte betrifft, gab es keinerlei Beanstandungen", erläuterte Treß. Vielmehr ging es um den im Jahr 2003 geschlossenen Ausrüstervertrag mit Nike (Laufzeit 2004 bis 2009), wo Abschluss- und Abfindungsgebühren in Höhe von insgesamt rund 28 Millionen Euro durch die frühere Geschäftsführung bereits für das Geschäftsjahr 2002/2003 vollumfänglich vereinnahmt worden seien. "In enger Abstimmung mit Beirat und Aufsichtsrat haben wir uns dazu entschlossen", so Treß, "die Jahresabschlüsse entsprechend zu ändern."

Insgesamt gab es aus den Reihen der Aktionäre viel Zustimmung für den Kurs der Geschäftsführung. Rechtsanwalt Stefan ten Doornkaat von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger stellte fest: "Herr Watzke, Sie sprachen davon, dass die Wirtschaftskrise auch an Borussia Dortmund nicht ohne Schrammen und Beulen vorbeiziehen würde. Angesichts der vorgelegten Zahlen kann man nur von leichten Dellen sprechen."
Boris Rupert

Die Videos der Reden der Geschäftsführung finden Sie hier
 
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