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| | Handball- und Tischtennismannschaften
werden nicht mehr in den Bundesligen antreten | | | | [28.02.] Der BV Borussia 09 Dortmund e.V. wird für die Abteilungen Handball und Tischtennis für die Saison 2009/2010 keine Anträge auf Teilnahme am Spielbetrieb stellen, an dem Berufssportler teilnehmen. Die wirtschaftlichen Verluste sind zu groß. Das ist die Entscheidung, die Präsident Dr. Reinhard Rauball, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Schatzmeister Dr. Reinhold Lunow den Vorständen der beiden Abteilungen und der Öffentlichkeit heute mitgeteilt haben. | | |  | | BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball kündigte an: „Was in der Spitze wegfällt, wollen wir in die Breite investieren.“ | Konkret heißt dies: Trotz sportlicher Qualifikation der Damen-Handballmannschaft und der Tischtennis-Herrenmannschaft werden beide Mannschaften nicht mehr in der Bundesliga bzw. 2. Bundesliga spielen. Im Tischtennis bedeutet dies eine Rückstufung in die Oberliga. Mit Blick auf die Tabelle der 2. Bundesliga, in der die Mannschaft auf dem ersten Platz steht, ist diese Entscheidung besonders bitter. Für die Handball-Damen steht aus der Bundesliga ebenfalls der Gang in die Oberliga an, vielleicht ist aber auch eine Versetzung in die Regionalliga möglich.
"Dass wir diese Entscheidung bedauern, ist selbstverständlich. Gerade im Jahr des 100-jährigen Bestehens ist dies eine traurige Nachricht", so Dr. Rauball und versprach im Gegenzug, dass der Breitensport sowie der Seniorensport, der auf dem Vormarsch ist, und insbesondere die Nachwuchsarbeit in beiden Abteilungen, die bestehen bleiben sollen, erhebliche Förderungen erfahren werden: "Was in der Spitze wegfällt, wollen wir in die Breite investieren." Hans-Joachim Watzke versicherte, dass "alle Möglichkeiten geprüft worden sind", um diese Entscheidung abzuwenden: "Aber bis heute sind beide Abteilungen extreme Zuschussgeschäfte. Die Strukturen lassen sich nicht ändern." Die Abteilungsvorstände zeigten sich natürlich enttäuscht, wollen sich nun aber stark in der Jugendarbeit engagieren.
 | | Andreas Heiermann, stellv. Vorsitzender der Handball-Abteilung. | Die Gründe für diese Entscheidung sind im Steuerrecht zu suchen. Im e.V. - nicht in der KGaA - sind alle Mittel für satzungsmäßige und steuerbegünstigte Zwecke gebunden. Dauerhafte Verluste im Vermögen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs (nicht im Vereinsvermögen) gefährden jedoch die Gemeinnützigkeit. Nur solange die Verluste das Vermögen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs nicht überschreiten, bleibt die Gemeinnützigkeit erhalten. Das Vermögen des e.V. betrug 1999 2,6 Mio. Euro, was dem Buchwert der Lizenzspielermannschaft der Fußballer entsprach, als diese aus dem eingetragenen Verein in die KGaA überführt worden ist. Im Sommer 2008 belief sich das Vermögen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs nur noch im oberen fünfstelligen Bereich. Mit Ablauf des 30.06.2009 ist damit zu rechnen, dass das Vermögen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs im e.V. aufgezehrt ist. Um Verluste zu vermeiden, sind sogar ergänzende Maßnahmen nötig.
Ein verlustfreier Spielbetrieb beider Bundesligamannschaften für die kommende Saison ist damit unrealistisch. Der zu erwartende Verlust, wohlgemerkt des "wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs", nicht des e.V. insgesamt, der "gesund" ist, müsste mit den Mitteln ausgeglichen werden, die für satzungsmäßige und steuerbegünstigte Zwecke gebunden sind. Ein solches Vorgehen ist allerdings mit dem Verlust der Gemeinnützigkeit verbunden. Damit einhergehen würde jedoch auch eine Einstellung des Spielbetriebs im Jugendbereich, was aus Sicht des e.V. nicht verantwortet werden kann; daher die Entscheidung.
 | | Betroffen ist auch die Tischtennis-Abteilung mit ihrem Vorsitzenden Bernd Möllmann (l.). | Die steuerbefreiten Zweckbetriebe des BVB sind die Fußball-Jugend mit Ausnahme der A-Junioren und das Borusseum. Zum Vermögen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs gehören die Handball- sowie die Tischtennismannschaften, die jedoch dauerhaft Verluste zu beklagen haben, die Beteiligung des e.V. an der KGaA (Stichwort: WGZ-Darlehen, das noch in Höhe von 2,6 Mio. € getilgt werden muss) und die Fan-Abteilung, die gewinnbringend arbeitet.
Das zur Verfügungstellen von Mitteln der KGaA an den e.V. ist aus aktienrechtlichen Gründen ausgeschlossen. Versuche, Sponsorengelder für obige Bundesligamannschaften zu generieren, sind in der notwendigen Höhe nicht realisierbar gewesen. Um eine Gefährdung des mit ca. 30.000 Mitgliedern ausgestatteten Gesamtvereins zu verhindern, musste so entschieden werden.
Gerade im Jahr des 100-jährigen Jubiläums ist dies ein Beschluss, den jeder gerne verhindert hätte.
Christina Reinke
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