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"Die Mannschaft steht jetzt in der Schuld"
 
[29.10.] Zwischen Osnabrück und Berlin: Sportdirektor Michael Zorc sucht in einem Interview mit dem kicker-Sportmagazin nach Erklärungen für das überraschende Ausscheiden des BVB aus dem DFB-Pokal und fordert einen Sieg im anstehenden Bundesliga-Heimspiel am Freitag Abend gegen Hertha BSC: "Die Mannschaft steht jetzt in der Schuld!"
 
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Verschnupft nach der Niederlage in Osnabrück: Michael Zorc.
Herr Zorc, welche Erklärung haben Sie für die Riesenblamage von Osnabrück?
Sportdirektor Michael Zorc (47): Das ist alles schwer nachvollziehbar.

Wurde der Drittligist von der Borussia unterschätzt?
Zorc: Die Mannschaft war bemüht, aber nicht klar in ihren Aktionen. Nicht klar und zu hektisch. Man kann ihr nicht unterstellen, dass sie zu leichtfertig in dieses Spiel gegangen ist.

Warum ist sie dann am Dienstag ausgeschieden?
Zorc: Wir hatten Ballbesitz wie nie, fanden aber keine Lücke, waren nicht zwingend. Das ist zunächst mal nicht schlimm, dann steht es eben 0:0 zur Pause. Stattdessen verteidigen wir in zwei Szenen wie im Kindergarten. Wenn man das als amateurhaft bezeichnet, beleidigt man die Amateure. Und das 3:1 war die Krönung: Wir haben einen Freistoß 20 Meter vor dem Osnabrücker Tor und laufen in einen Konter.

Gegentreffer nach Standard­situationen häufen sich auf alarmierende Weise beim BVB. Was läuft da falsch?
Zorc: Die Konzentration fehlt. Man verteidigt schlecht. Dafür haben wir die Quittung bekommen. Bei allem Respekt: Angelo Barletta ist sicher ein guter Kopfballspieler, aber keine 1,90 Meter groß ( es sind exakt 1,80 Meter, Anm. der Redaktion). Er darf niemals so an den Ball kommen.

Was bedeutet dieser Pokalreinfall jetzt für den Verein?
Zorc: Auf jeden Fall einen herben Rückschlag. Er nimmt uns die Perspektive - in diesem Wettbewerb und darüber hinaus.

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Michael Zorc
Wie sehr engt der Einnahmeverlust Ihren Handlungsspielraum als Sportdirektor ein?
Zorc: Darum geht es nicht.

Worum denn?
Zorc: Es geht darum, dass wir eine Riesenchance verpasst haben. Eine Riesenchance für alle. Für die Spieler, für den Klub. Der Pokal ist der einzige Wettbewerb, in dem man sich etwas erholen kann.

Vor allem finanziell?
Zorc: Das ist ein Aspekt, aber auch die sportliche Perspektive zählt. Wir hätten die Chance gehabt, einen Schritt nach vorn zu machen.

Es fällt auf, dass Dortmund in dieser Saison schon häufiger gravierende Defizite in Sachen Kreativität hatte und aus optischer Dominanz wenig Nutzen zieht. Wie erklären Sie das?
Zorc: In Osnabrück damit, dass unsere Offensivleute einfach keine gute Leistung gezeigt, sich nicht durchgesetzt oder die falschen Entscheidungen getroffen haben.

Schließen Sie Nuri Sahin, der den inspirationslosen Vortrag wenigstens etwas mit Leben erfüllte, in diese Pauschalkritik mit ein?
Zorc: Eine Einzelkritik nach einer Pokalniederlage bei einem Drittligisten verbietet sich. Das war Komplettversagen.

Sehen Sie jetzt auch den zarten Aufschwung gefährdet, der sich zuletzt in der Bundesliga mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen abgezeichnet hatte?
Zorc: Das sehen wir schon am Freitagabend gegen Hertha BSC. Die Mannschaft steht jetzt in der Schuld.
Quelle: kicker-Sportmagazin, Autor: Thomas Hennecke
 
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