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Angeschlagener Boxer will wieder aufstehen
 
[18.04.] Wenn das kein gutes Omen ist: Wolfgang Tschammer hieß der Pilot, der die Mannschaft von Borussia Dortmund heute Vormittag von Dortmund nach Berlin geflogen hat. Ob er in irgendeinem verzweigten Verwandtschaftsverhältnis zu Hans von Tschammer und Osten steht, dem Initiator des deutschen Pokals, ist nicht bekannt. Wolfgang Tschammer flog jedenfalls eine Route, die optimistisch macht: Um Punkt 11 Uhr passierte der BVB-Tross Magdeburg, wo im August 2007 die Reise im DFB-Pokal begann.
 
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„Wir haben Prügel bezogen. Doch wenn man am Boden liegt, sollte man auch wieder aufstehen“, sagt Thomas Doll.
Aus Berlin berichtet Boris Rupert

Magdeburg, Frankfurt, Bremen, Hoffenheim und Jena hießen die bisherigen Stationen von Borussia Dortmund im DFB-Pokal. Fünf Siege und 14:5 Tore erzielte der BVB. "Der Pokal ist ein eigener Wettbewerb", sagt Marc Ziegler und will damit ausdrücken: Die letzten Ergebnisse in der Liga sollten die Mannschaft nicht zu sehr beeinflussen, wenn es am Samstag Abend (20 Uhr, live im Netradio) im deutschen Pokal-Endspiel gegen den haushohen Favoriten Bayern München geht.

Er selbst beantwortete die Frage nach seinen Einsatzchancen mit einem Augenzwinkern - und einem leichten Grinsen: "Wenn es irgendwie geht, werde ich dabei sein." Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun: "Nach dem Abschlusstraining wissen wir mehr." Neben Ziegler und Roman Weidenfeller flogen noch zwei weitere Torleute mit: Alexander Bade und Marcel Höttecke.

"Wir müssen uns zusammenreißen und um unser Leben rennen", fordert Dede, der heute seinen 30. Geburtstag feiert. Die Mannschaft brachte ihm auf dem ruhigen Hinflug mit der ostfriesischen Fluggesellschaft OLT ein Ständchen und scheint festen Willens, den katastrophalen Eindruck, den sie in den beiden letzten Punktspielen hinterlassen hatte, zu revidieren. Die Leidenschaft und die Laufbereitschaft, die sie im Liga-Hinspiel gegen München (0:0) an den Tag gelegt hatte, will sie auch am Samstag zeigen. "Da hätten wir die Bayern beinahe geschlagen", erinnert Florian Kringe.

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Gute Stimmung vor dem Abflug: Kuba, Kringe, Wörns.
"Wir haben Prügel bezogen. Doch wenn man am Boden liegt, sollte man auch wieder aufstehen", sagt Thomas Doll: "Wir sind zurecht hier - und bei uns läuft auch niemand mehr mit gesenktem Kopf durch die Gegend." Die Stimmung auf dem Hinflug war tatsächlich gut, der von acht Gegentoren in drei Tagen begrabene Optimismus bahnt sich wieder einen Weg in die Köpfe der Akteure, die wissen, dass sie vor einem Millionen-Publikum (das Finale wird in 149 Länder live übertragen und beschert dem DFB eine Brutto-Einnahme von 9,8 Mio. Euro) viel fürs angekratzte Image tun können. "Dieses Spiel", verdeutlicht Michael Zorc, "hat für uns eine herausragende Bedeutung. Wir hinken in der Liga deutlich hinterher und wollen eine positive Überraschung schaffen." Das Bild vom "angeschlagenen Boxer" machte in den Medien die Runde. Alex Frei griff es auf: "Entweder wird er ausgezählt oder er steht am Samstag wieder auf." Der Schweizer will den Sieg: "Nach deiner Karriere fragt dich niemand, wie viel Geld du verdient, sondern welche Titel du gewonnen hast."

Natürlich sehen sich die Bayern als haushoher Favorit. Ottmar Hitzfelds Versprecher ("Jeder hat fast gleiche Chancen") verrät einiges. Der Bayern-Coach setzt hinter seine Stars van Bommel, Klose und Jansen ein Fragezeichen und freut sich "auf ein besonderes Spiel, weil es gegen Dortmund. Schwarzgelb war ein Stück meines Lebens."

Drei Mal stand Hitzfeld mit den Bayern im Berliner Finale - zwei Mal hat er gewonnen. Zwei Pokalsiege stehen auch in der Vita von Thomas Doll: "Ich bin auf der anderen Seite Berlins zwei Mal Pokalsieger geworden. Ich weiß, wie man Finals angeht." Am Samstag erstmals als Trainer.

Weitere Texte zum Pokal-Finale finden Sie hier
 
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