Das schönste Stadion der Welt

[03.05.10] Die angesehen britische Tageszeitung "Times" verbreitete die Nachricht im August des vergangenen Jahres: Das schönste Stadion der Welt steht in Dortmund! Damit verwies die Kultstätte des Fußballs schlechthin das Guiseppe-Meazza-Stadion in Mailand und Liverpools legendäre Heimstätte an der Anfield Road auf die Plätze zwei und drei.

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Das Modell des Westfalenstadions im BORUSSEUM

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Der bombastische Klangkörper des mit 81.359 Zuschauern größten deutschen Stadions verleiht diesem Monumentalbau eine unvergleichliche Atmosphäre. Unter den 30 bekanntesten Bauwerken der Bundesrepublik Deutschland rangiert dieser Fußball-Tempel als einzige Sportstätte der Nation. Die allein 25.000 Menschen fassende Südtribüne ist die größte und gleichzeitig stimmungsvollste freistehende Stehplatz-Tribüne auf unserem Kontinent. Dieses Stadion wird von 40 Prozent der in der Bundesliga tätigen Kicker als das imposanteste aller deutschen Stadien gewertet.

Am 2. April 1974 öffnete "das Theater der Träume" seine Pforten inoffiziell. Der wirtschaftlich angeschlagene BVB empfing Schalke 04, das unentgeltlich antrat, und verlor vor 54.000 Besuchern (damals ausverkauft) mit 0:3. Wenige Wochen später war das Stadion Schauplatz von WM-Spielen.

In mehreren Bauabschnitten in den heutigen Zustand versetzt, erhielt die BVB-Spielstätte am 1. Dezember 2005 den Namen "Signal Iduna Park". Dem starken Partner an unserer Seite sei Dank für das Engagement, das zur Überlebensfähigkeit des Klubs beigetragen hat. Im Sommer 2006 zur zweiten WM auf deutschem Boden fanden sechs Spiele statt, darunter zwei mit deutscher Beteiligung (1:0 gegen Polen und 0:2 n.V. gegen Italien im Halbfinale).

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Jedem Fußball-Fan geht das Herz auf, wenn er diesen "Tempel der Glückseligkeit" betritt - ein Dank an alle, die dazu beigetragen haben! (Fritz Lünschermann)

Der Automat mit der Wohlfühl-Garantie

[08.02.11] Ein Besuch im BORUSSEUM ist immer spannend. Da geht das BVB-Herz auf. Besondere Glücksgefühle kann man an einem Automaten erleben, der die schönsten Siege und Tore in Revierderbys abspielt. Das ist Wohlfühl-Garantie pur.

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Der Februar gehört zu den speziellen Monaten, wo schwarz-gelbe Freude aufkommt. In diesem Jahrtausend gibt es jedoch noch nicht allzu viel zu bejubeln. In fünf Februar-Spielen gab es vier Remis und eine Niederlage. Diese ereignete sich zuletzt am 26. Februar 2010 mit 1:2 in der Arena (BVB-Tor: Sahin). Ein Jahr zuvor gab es dort - am 20.2.09 - ein 1:1 (Zidan). Vor fünf Jahren trennte man sich am 4.2.06 in Gelsenkirchen 0:0, am 22.2.03 in Dortmund 2:2 (Ewerthon, Koller) und am 16.2.02 im SIGNAL IDUNA PARK 1:1 (Ewerthon).

 "Am 13.2.65 fertigte Borussia den Nachbarn aus der "verbotenen Stadt" mit 4:0 ab" 

Am 27.2.1993 stand es im Parkstadion nach 90 Minuten 0:0, ein Jahr zuvor - am 15.2.92 - gewann Borussia daheim durch Tore von Chapuisat und Reinhardt 2:0. In den 80ern gab es lediglich ein 2:2 daheim (21.2.82 - Tore: Edvaldsson, Burgsmüller), in den 70ern ein 0:0 (27.2.71), damals noch im Stadion Rote Erde. Das letzte Spiel in den 60er Jahren (22.2.69) wurde 0:1 verloren.

Die schönsten Siege gab es Mitte der 60er Jahre. Am 13.2.65 fertigte Borussia den Nachbarn aus der "verbotenen Stadt" mit 4:0 ab (Straschitz 2, Konietzka, Wosab). Am 26.2.66 feierte der BVB mit 7:0 ein Schützenfest. Held 2, Schmidt 2, Emmerich, Sturm und Kurrat markierten damals die Tore. Den Auftakt der glorreichen Siege im Februar machten die Dortmunder am 22.2.1959 in der Oberliga West. Das 5:1 über Schalke erzielten Dulz (2), Kelbassa, Preißler und Niepieklo. Schalke war damals übrigens amtierender Deutscher Meister - letztmalig bis zum heutigen Tage... Der Derby-Automat ist übrigens natürlich nicht ganz objektiv, aber genau so ist er richtig im BORUSSEUM. Man sieht dort nur Dortmunder Siege... (Fritz Lünschermann)

Als Portugals Stolz 5:0 zerlegt wurde

[17.03.10] "Hi-Ha-Ho-Benfika ist k.o.", hallte es aus den 43.000 glückseligen Kehlen am späten Abend des 4. Dezember 1963. Soeben hatte es eine der größten Sensationen des internationalen Fußballs und ganz gewiss eine Sternstunde des deutschen Fußballs gegeben.

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Im europäischen Landesmeister-Wettbewerb (heute Champions League) hatte Borussia Dortmund den amtierenden Titelträger Benfica Lissabon mit 5:0 aus dem Stadion Rote Erde gefegt. Diese unglaubliche Geschichte vollbrachten folgende Männer, die - bis auf den ganz in schwarz gekleideten Torwart – in goldenen Shirts, den sogenannten "Flutlicht-Trikots", das mit einer "besseren Barbeleuchtung" ausgestattete heimische Stadion in neuem Glanz erstrahlen ließen: Tilkowski; Burgsmüller, Redder, Kurrat, Geisler, Sturm; Wosab, Schmidt, Brungs, Konietzka, Emmerich.

 "Hi-Ha-Ho-Benfika ist k.o."
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Die Portugiesen, die es 14 Tage zuvor versäumt hatten, statt mit 2:1 den BVB viel höher zu besiegen, trauten ihren Augen nicht, als sie bei minus acht Grad auf den mit Eispfützen übersäten Rasen auflaufen mussten. Und ihr Superstar Eusebio, die "schwarze Perle aus Mozambique", fehlte. So zogen die Borussen ein Powerplay auf: Wosab an den Außenpfosten, Emmerich an die Latte, doch dann klingelte es im Kasten: Konietzka 1:0, Brungs 2:0, Brungs 3:0. Das alles binnen 180 Sekunden. Portugals Stolz war zerlegt.

Doch die entfesselt auftrumpfenden Männer um Trainer Hermann Eppenhoff gaben auch im zweiten Spielabschnitt nicht nach: 4:0, erneut "Goldköpfchen" Franz Brungs, 5:0 durch Wosab. Millionen an den Fernsehgeräten und die Besucher vor Ort, unter ihnen die wenige Tage zuvor geretteten 14 Bergleute aus Lengede, erlebten ein Fußball-Wunder, das heute noch im BORUSSEUM "Wiederauferstehung" feiert. (Fritz Lünschermann)

"Emmas Torjägerkanone" funktioniert gleich zweimal

[17.03.10] Die Spielzeit 1965/66 wird die erfolgreichste des Lothar Emmerich. "Der Junge aus Dorstfeld", der als Jugendlicher "Papas Tauben" einfangen musste, bevor er zu seinem Fußballspiel gehen durfte, tritt in dem Jahr aus dem Schatten von Timo Konietzka.

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"Emma" - wie ihn alle rufen -profitiert besonders von BVB-Neuzugang Siegfried Held. Der wortkarge Stürmer aus Offenbach, nominell der Mittelfeldstürmer mit der Rückennummer 9, schafft durch seine Flügelläufe auf der linken Spielfeldseite Raum für "den Mann mit der linken Klebe". Lothar Emmerich, der die Nummer 11 trägt, "versenkt" die hervorragenden Flanken mit traumwandlerischer Sicherheit. Am Ende der Spielzeit stehen 31 Treffer zu Buche - und damit gehört ihm die vom "kicker"-Sportmagazin ausgelobte Torjägerkanone. 

  "Der Junge aus Dorstfeld"

"Emma" gibt sich aber nicht nur mit nationalen Ehren zufrieden. In der Europapokal-Saison erzielt er auf dem Weg zum Cup-Gewinn sage und schreibe 14 Treffer - einer schöner als der andere. Ganz wichtige gegen Madrid und Westham United. Er wird also auch dort Torjäger Nummer eins. Bei der anschließenden WM in England schießt er gegen Spanien in Birmingham das so genannte "Jahrhundert-Tor", quasi von der linken Torauslinie - unhaltbar für den gegnerischen Schlussmann Iribar.

"Gib mich die Kirsche"

Der gelernte Fahrzeugmechaniker schafft eine Spielzeit später erneut das Kunststück, die im BORUSSEUM zu bewundernde Torjägerkanone zu gewinnen. Im Wettlauf mit Bayern Münchens "Killer vom Dienst", Gerd Müller, holt er einen zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstand auf. Allein in den letzten sechs Bundesligaspielen erzielt der Borusse zehn Tore. Zum Saisonfinale im Stadion Rote Erde zieht er im direkten Vergleich mit Müller gleich, indem er zwei Treffer zum 4:0-Endstand beisteuert und auf 28 Tore kommt. (Fritz Lünschermann)

Stratege Adi Preißler mit 37 Jahren "ein Napoleon"

Auf dem Weg zum Titelgewinn 1957 kam es zum so genannten "vorweg genommenen Endspiel" zwischen dem BVB und dem 1. FC Kaiserslautern.

[17.03.10] Am 9. Juni 1957 erlebten 75.000 Fußballfreunde ein tolles Spiel zweier Mannschaften, die ihre ersten Gruppenspiele gewonnen hatten: Borussia 2:1 gegen Offenbach in Ludwigshafen, Kaiserslautern sage und schreibe 14:1 gegen Hertha BSC.
Die "Roten Teufel", zwei Jahre zuvor mit der halben Mannschaft Fußball-Weltmeister in der Schweiz geworden, wurden natürlich von Fritz Walter, dem 37-jährigen angeführt. Borussia hörte ebenfalls auf einen 37-jährigen, nämlich Adi Preißler. Und diese beiden Spieler machten an diesem Tag auch den Unterschied aus, den der "Kölner Stadtanzeiger" später vortrefflich skizzierte:"Beide 37 Jahre alt, sind dennoch grundverschieden.

Walter abgeklärt, aber resignierend, Preißler, temperamentvoll und noch jugendlich wirkend. Beide sind große Strategen. Der Fritz ein Moltke, der Alfred ein Napoleon..."
Borussia erlangte nach einer ersten guten halben Stunde der Pfälzer, in der sie durch Otmar Walter 1:0 in Führung gingen, die Oberhand, weil zum einen ein "magisches Viereck" mit Bracht, Schlebrowski, Preißler und Niepieklo den Ball laufen ließ wie an der Schnur gezogen, zum anderen weil Max Michallek als Mittelläufer die Walter-Brüder an der kurzen Leine hielt. Nach den Treffern durch Kelbassa, Preißler und Kapitulski zum zwischenzeitlichen 3:1 konnte der Gegner nur noch durch Otmar Walters zweites Tor Ergebnis-Kosmetik betreiben.

Der BVB nahm natürlich auch die dritte Etappe zum Finale - in Braunschweig mit einem 2:1-Sieg über die Berliner Hertha. Der Rest ist bekannt... (Fritz Lünschermann)

[20.04.10] 

"Meisterliche Meister-Elf"

"Die Meister-Elf meisterlich", so titelte tags darauf Erwin Riep, ein Meister seines Fachs, des Sportjournalismus, über das am 23. Juni ausgetragene 57er Finale. In diesem Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft hatte der amtierende Titelträger, Borussia Dortmund, den Hamburger SV nit 4:1 düpiert.

80.000 Zuschauer im Niedersachenstadion in Hannover wurden Zeuge einer einseitigen Partie, in der die Schwarz-Gelben den Nordmeister geradezu vorgeführt haben. Und dabei hatte dieser tatsächlich an seine Chance geglaubt. So hatte der junge Uwe Seeler einem der größten Dortmunder Fußballer aller Zeiten, Mittelläufer Max Michallek, zugerufen:"Was willst denn Du Opa noch auf dem Platz?" Max konterte mit der Erfahrung eines fast 35-jährigen:"Gegen Dich spiele ich noch mit 60 Jahren." Uwe verschlug's die Sprache, den übrigen Hanseaten war offensichtlich danach "das Herz in die Hose gerutscht".

Hatte Krug in der 24. Minute noch das acht Minuten zuvor durch Fredy Kelbassa erzielte 1:0 egalisieren können, schüttelten die Westfalen in der 25. und 26. Minute durch einen Doppelschlag (Kelbassa und Niepieklo) den lästigen Gegner locker ab. Von nun an kontrollierten Regisseur Ady Preißler und seine Mannen Ball und Gegner nach Belieben. Niepieklos Treffer zum 4:1 Endstand (4:1) drückte noch nicht einmal die wahre Überlegenheit der Schneider-Elf aus. Die Slalomläufe von "Sully" Peters durch die HSV-Abwehr beklatschten die Besucher immer wieder.

"Gegen Dich spiele ich noch mit 60 Jahren."

Dem 54-er Weltmeister Jupp Posipal, der als Linksverteidiger den flinken Außenstürmer zu bewachen hatte, wird dieser wohl noch im Traum erschienen sein. In einigen Phasen der Partie kam der Nordmeister minutenlang nicht an den Ball. Und das waren die Asse des Spiels: Kwiatkowski, Burgsmüller, Sandmann, Bracht, Michallek, Schlebrowski, Peters, Kelbassa, Preißler, Niepieklo, Kapitulski. (Fritz Lünschermann)

Ein Schuh, vier Zähne und die "Hitzeschlacht" verloren

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Die junge Bundesrepublik, am 23. Mai 1949 gegründet, ist gerade einmal sieben Wochen alt, da zieht Borussia Dortmund in das erste Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft ein. Am 10. Juli steht die Mannschaft von Edy Havliczek, einem Trainer aus Wien, im Stuttgarter Neckarstadion dem VfR Mannheim gegenüber.

92.000 Zuschauer werden Zeuge einer einzigartigen "Hitzeschlacht", in deren Verlauf von 16 Uhr (Anstoß) bis um 18.26 Uhr (Abpfiff) die Schwarz-Gelben nicht nur nach Verlängerungen mit 2:3 verlieren, sondern auch einige Akteure aus der Westfalenmetropole lädiert werden.

Betroffen sind drei wichtige Säulen der favorisierten Dortmunder: Zunächst muss sich Max Michallek eines Fußballschuhs entledigen, um überhaupt noch (humpelnd) auf dem Platz zu bleiben. Dann werden Erich Schanko nach einem intensiv geführten Zweikampf vier Zähne fehlen. Und zu allem Unglück beklagt Adi Preißler ein lädiertes Knie, mit dem er nur unter großen Schmerzen bis zum bitteren Ende durchspielt.

Die Schwarz-Gelben, die nach einem 5:0 in der Vorrunde über den Berliner SV in der Zwischenrunde gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:0 spielen, avancieren durch das notwendig gewordene Wiederholungsspiel gegen die Pfälzer zum Favoriten. Denn in einem vorweg genommenen Endspiel entzaubern die Borussen in Köln die Elf um Fritz Walter. Die Außenläufer Michallek und Schanko führen die "Roten Teufel" vor und siegen auch in dieser Höhe völlig verdient mit 4:1.

Die Treffer von Herbert Erdmann zum 1:0 (5.) und 2:1 (82.) reichen aber am 10. Juli nicht, so dass der BVB bei sengender Hitze schließlich mit dem Vizetitel vorlieb nehmen muss. Dennoch bereiten 200.000 Menschen den Helden in der Heimat einen großen Empfang. Sie heißen: Rau, Ruhmhofer, Halfen, Buddenberg, Koschmieder, Schanko, Erdmann, Michallek, Kasperski, Preißler und Ibel. (Fritz Lünschermann)