Neben den altersgemäßen Zielsetzungen für den Grundlagenbereich (U9-U11), den Aufbaubereich I (U12-U13), den Aufbaubereich II (U14-U15) und den Leistungsbereich (U17, U19-U23) verfolgt Borussia Dortmund übergeordnete Ausbildungsziele, die strategisch aufeinander aufbauen.

1. Pädagogische Ausbildung

Anlehnend an die pädagogischen Perspektiven des Schulsports in NRW,

  • Leistung erfahren, verstehen und einschätzen
  • Gesundheit fördern; Gesundheitsbewusstsein entwickeln
  • Kooperieren, sich mit anderen messen und sich verständigen
  • Sich körperlich ausdrücken, Bewegung gestalten
  • Sinneswahrnehmung verbessern, Bewegungserlebnis und Körperwahrnehmung erweitern
  • Etwas wagen und dies verantworten

soll die Ausbildung bei Borussia Dortmund nicht auf seine sportliche Funktion reduziert sein, sondern hat darüber hinaus den Auftrag, die Entwicklung der Persönlichkeit zu fördern.
Die Trainer sind angehalten, in der Trainingsgestaltung neben technisch/taktischen und konditionellen Faktoren auch soziale und pädagogische Ziele zu berücksichtigen. Durch die Integration dieser Perspektiven sollen die Spieler in den Mannschaften persönliche Fähigkeiten, wie z.B. Selbstmanagement und Verantwortungsbewusstsein für sich und andere, die Fähigkeit, eigene Handlungen und Leistungen zu begreifen und zu reflektieren, entwickeln und optimieren.

2. Kognitionen fördern

Zu fördernde Kognitionen sind unter anderem Aufmerksamkeit, Erinnerung oder Planung. Durch wechselnde und variierende Aufgabenstellungen im Training werden den Spielern erhöhte Anforderungen in diesem Bereich abverlangt. Dies führt zu Trainingseffekten, die vergleichbar sind mit den physiologischen Anpassungen des Körpers durch Training. Die strategische Steigerung von kognitiven Anforderungen in der Ausbildung hat eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten der Spieler zur Folge. Dies führt zu Verbesserung der schulischen und sportlichen Leistung. Daher berücksichtigen die Trainer der Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund in ihrer Trainingsplanung auch stets die kognitive Dimension. 

3. Belastung und Beanspruchung individuell steuern

Da unterschiedliche Belastungen individuell beanspruchen, soll Belastung und damit Beanspruchung individualisiert gestaltet werden. Die Nachwuchsspieler von Borussia Dortmund bewegen sich hauptsächlich in den drei Lebenswelten Familie, Schule und Sport. Die Lebenswelten Schule und Sport stellen hohe Anforderungen an die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit der Spieler. Diese Doppelbelastung kann sowohl zu situativen als auch zu dauerhaften Überbeanspruchungen führen. Aufgabe der Nachwuchstrainer und der BVB-Fußballakademie ist es daher einerseits, Belastungen gezielt und individuell zu steuern und andererseits, den Spielern Strategien des Stressmanagement zu vermitteln, um dauerhafte Überbeanspruchung zu vermeiden. 

4. Gesundheitsmanagement

Die Anzahl der Verletzungen von Nachwuchsspielern ist durch die höheren athletischen Anforderungen des Fußballs in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Durch in das Mannschaftstraining integrierte präventive Anteile (Propriozeptinstraining /Stabilisationtraining etc.) sollen die motorischen Fertigkeiten der Nachwuchsspieler nachhaltig und regelmäßig gestärkt und damit Verletzungen vorgebeugt werden. Zur Sicherstellung findet eine enge Absprache von Nachwuchstrainern, Physiotherapeuten und den mannschaftsübergreifenden Athletiktrainern statt.
 
Ein weiterer Bereich der Verletzungsprophylaxe ist die gezielte Wiedereingliederung der Spieler nach Verletzungen. Um die gesteigerte Gefahr einer erneuten Verletzung im Übergangsbereich vom Rehabilitationstraining ins Mannschaftstraining zu vermeiden, sind die Nachwuchstrainer angehalten den Spielern

  • genug Zeit zur Heilung zu geben
  • den Übergangsbereich zum Mannschaftstraining in Absprache mit Physiotherapeuten und Athletiktrainern optimal zu planen und Belastungen langsam und heranführend zu steigern

Ferner werden die Spieler aller Altersklassen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrer eigenen Gesundheit erzogen. Deshalb werden ihnen Informationen zu den Themen Prävention, Regeneration, und Ernährung an die Hand gegeben.