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1:2 - Schwarzgelbes Powerplay ohne Happy-End

Bundesliga

In einer umkämpften Begegnung unterlag der BVB am Samstagnachmittag Borussia Mönchengladbach mit 1:2 (0:2). Raffael und Kruse brachten die Gäste vor der Pause in Führung, den Schwarzgelben gelang nurmehr der Anschlusstreffer durch Jojic.

Es berichtet Dennis-Julian Gottschlich

80.645 Zuschauer im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK sahen in der ersten Hälfte zwei Teams, die sich nicht voreinander versteckten. Gladbach präsentierte sich im Abschluss konsequenter als der BVB und ging durch Raffael (31.) und Kruse (40.) mit 2:0 in Führung. Auch in der zweiten Halbzeit bestimmte Gladbach zunächst die Partie, bis Nodtveit mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (69.). In einer fulminanten Schlussphase sorgte Jojic (77.) für den Anschluss, der Ausgleich fiel durch Ducksch, aber der Treffer zählte nicht (88.).

Ausgangslage
Mit fünf Siegen und 16 von 21 möglichen Punkten aus den ersten sieben Rückrundenspielen war der BVB das zweitbeste Team des Jahres 2014. Gladbach stand hingegen in der Rückrunde noch sieglos da und war vom dritten auf den achten Platz gefallen.

Personalien
Reus (muskuläre Beschwerden) und Mkhitaryan (Gelbsperre) fehlten beim BVB und gesellten sich damit zu den weiteren Ausfällen Bender, Blaszczykowski, Gündogan und Subotic. Lewandowski war wieder fit und ersetzte im Vergleich zum Sieg in Freiburg Schieber in der Sturmspitze. Für Mkhitaryan gab Hofmann sein Startelfdebüt in dieser Saison. Gladbach musste auf Jantschke, Mero, Wendt und Xhaka verzichten.

Taktik
Borussia Dortmund trat in der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung und einer offensiven Dreierreihe im Mittelfeld an. Gladbach besetzte die Außenpositionen im 4-4-2 sehr offensiv, wobei Arango und Herrmann ständig die Seiten wechselten. Raffael agierte im Sturm als hängende Spitze, Kruse hatte es als Stoßstürmer ständig mit Hummels in der Innenverteidigung zu tun.

Spielverlauf & Analyse
Beide Mannschaften starteten gut in die Partie und versuchten, von der ersten Minute an Druck auf den Strafraum des Gegners auszuüben. Der BVB hätte schon früh durch Hofmann in Führung gehen können, seinem satten Abschluss aus 16 Metern fehlte aber die Präzision, so dass ter Steegen im Kasten der Gäste nicht vor Probleme gestellt wurde (6.). Auf der anderen Seite tauchte der blitzschnelle Herrmann nach zwölf Minuten in linker Position frei vor Weidenfeller auf; er verzog aus spitzem Winkel knapp.

Stürmische Windböen, die immer wieder durchs Stadion zogen, machten hohe und weite Pässe zu einer Glückslotterie. Beide Mannschaften setzten deshalb meist auf flache Pässe -  oder auf Einzelaktionen: So nahm sich Hummels Mitte der ersten Hälfte ein Herz, tankte sich am Strafraum alleine durch vier Gladbacher, wurde aber im letzten Moment vor ter Steegen gestoppt (23.). Kurz darauf ergatterte Aubameyang 25 Meter vor dem Tor den Ball, lief ein paar Schritte und zog dann fulminant ab – sein Ball landete leider nur an der Latte (28.).

Die Fohlen, die nach Herrmanns Chance in der 12. Minute mehr damit beschäftigt waren, den BVB vom eigenen Tor fernzuhalten, als selber gefährlich in Aktion zu treten, starteten kurze Zeit später den nächsten ernstzunehmenden Angriff: Herrmann tankte sich diesmal auf rechts bis zur Grundlinie durch und passte auf Raffael knapp sechs Meter vor dem Tor. Der Brasilianer war eigentlich schon am Ball vorbei, erwischte ihn aber im letzten Moment doch noch mit dem linken Fuß, so dass er an Weidenfeller vorbei zur Führung ins Tor kullerte (31.).

Es kam vor der Pause sogar noch dicker für die Schwarzgelben: Wieder ging Herrmann über die rechte Seite ab und überrumpelte die Abwehr der Borussen. Über Raffael leitete er den Ball 20 Meter vor dem Tor weiter zu Kruse auf der linken Seite. Dieser umkurvte Sokratis sowie den herausgeeilten Weidenfeller an der Strafraumkante und schob den Ball zum 2:0 in die Maschen (40.).

In der zweiten Halbzeit bestimmten zunächst die Gäste vom Niederrhein das Spielgeschehen:  Kruse feuerte aus 18 Metern flach und knallhart auf Weidenfellers Kasten, der BVB-Keeper tauchte jedoch blitzschnell ab und fing den Ball sicher (53.). Sieben Minuten später war es Herrmann, der eine Flanke von rechts 15 Meter vor dem Tor volley nahm, den Ball aber knapp über das Tor  drosch (60.).

Der BVB bemühte sich nach Kräften, fand gegen gut gestaffelte und aufopferungsvoll kämpfende Gladbacher aber kaum Lücken. Jürgen Klopp versuchte, mit der Hereinnahme von Jojic für Kehl (63.) und Ducksch für den angeschlagenen Piszczek (67.) mehr Offensiv-Power auf den Platz zu bringen, und fast hätte dies auch direkt zum Torerfolg geführt, doch Lewandowskis Schlenzer von der Strafraumkante konnte von ter Steegen glänzend vereitelt werden (66.).

Nach 70 Minuten keimte wieder etwas Hoffnung bei den BVB-Fans im Stadion auf, als Nordtveit, der nur eine Minute zuvor für das Wegschlagen des Balles die Gelbe Karte gesehen hatte, Ducksch an der Mittellinie viel zu hart von hinten in die Beine grätschte. Schiedsrichter Aytekin verwies den Norweger mit Gelb-Rot des Platzes, und der BVB blies - nun mit einem Mann mehr auf dem Platz - zur Schlussoffensive.

Diese wurde von Jojic eingeleitet, der nach einer zu kurz abgewehrten Ecke zentral von der Strafraumkante per Dropkick abzog und den Ball zum 1:2-Anschlusstreffer in die Maschen jagte (77.). Das Stadion glich nun einem Hexenkessel, lautstark peitschten die Zuschauer ihre Mannschaft nach vorne, und die schürte die Fohlen nun am eigenen Strafraum ein. Ducksch traf zum vermeintlichen Ausgleich (88.), sein Treffer besaß aber keine Gültigkeit, weil Lewandowski zuvor ter Steegen am Fünfmeterraum behindert haben sollte.

Ausblick
Die englischen Wochen starten wieder: Am Mittwoch (20.45 Uhr) ist Zenit St. Petersburg zum Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League in Dortmund zu Gast, kommenden Samstag (15.30 Uhr) muss der BVB in der Bundesliga bei Hannover 96 antreten.

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17.03.2014 08:38
Ulf Kullmann