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3:2 - Reus dreht mit drei Toren das Spiel

Bundesliga

Borussia Dortmund gewinnt nach 0:2-Rückstand und nimmt drei Punkte aus dem Schwabenland mit zurück ins Revier. Am 28. Bundesliga-Spieltag gab es beim VfB Stuttgart durch drei Tore von Marco Reus einen 3:2 (1:2)-Erfolg für die Schwarzgelben zu bejubeln, die so den zweiten Tabellenplatz vom FC Schalke zurückeroberten.

Aus Stuttgart berichtet Dennis-Julian Gottschlich

59.500 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Mercedes-Benz-Arena sahen ein temporeiches und unterhaltsames Spiel, in dem Stuttgart durch Tore von Gentner (9.) und Harnik (19.) schnell mit 2:0 führte. Reus sorgte noch vor der Pause für den Anschlusstreffer (31.) und drehte mit zwei Toren nach Wiederanpfiff (68./82.) das Spiel zugunsten der Schwarzgelben.

Ausgangslage
Der BVB gewann 2014 vier der fünf Auswärtsspiele und war gegen den VfB seit insgesamt sieben Spielen ungeschlagen (3 Siege, 4 Remis). Die Schwaben steckten als Vorletzter der Tabelle tief im Abstiegskampf, wohingegen die Westfalen mit einem Sieg wieder auf Platz zwei springen konnten. Außerdem versprach es eine torreiche Begegnung zu werden: In den 91 Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der Bundesliga fielen im Schnitt 3,3 Tore pro Spiel, das Hinspiel in Dortmund endete 6:1 für die Borussia.

Personalien
Jürgen Klopp musste auf Bender, Blaszczykowski, Gündogan, Schmelzer und Subotic verzichten. Piszczek hatte seine muskulären Probleme auskuriert, saß aber auf der Bank. Großkreutz rückte für ihn vom Mittelfeld auf die Position des rechten Verteidigers. Außerdem spielte Kirch für Sahin im defensiven Mittelfeld neben Kehl. Hofmann rückte im Vergleich zum Spiel gegen Schalke unter der Woche im rechten Mittelfeld in die Startelf. Bei Stuttgart fehlten Kirschbaum, Rojas und Sararer.

Taktik
Beide Teams begegneten sich im 4-2-3-1-System, wobei Stuttgarts Spiel über Außen ausgerichtet war: Traore und Boka bearbeiteten immer wieder die Außenbahnen und bedienten Harnik und Ibisevic in der Mitte. Der BVB hatte ein ums andere Mal Probleme mit dem schnellen Stuttgarter Konterspiel.

Spielverlauf & Analyse
Stuttgart agierte vom Anpfiff an selbstbewusst und spielte munter in Richtung Tor des BVB, für den das Spiel nicht schlimmer hätte beginnen können: Gerade 20 Minuten waren vergangen, als es schon 2:0 für den VfB Stuttgart stand – und das, obwohl auch die Borussia in der Anfangsphase zu guten Gelegenheiten kam.

Aber von vorn: Das Spiel war gerade neun Minuten alt, als Gentner einem Borussen den Ball am Strafraum abluchste und unbedrängt aus 15 Metern zum Abschluss kam. Weidenfeller blieb keine Abwehrmöglichkeit –  1:0 für die Gastgeber (9.).

Die Westfalen reagierten prompt und versuchten, mit  forschen Angriffen den Ausgleich herbeizuführen. Doch Lewandowski (12.), Hofmann (13.) und auch Großkreutz (14.) kamen mit ihren Distanzschüssen nicht zum Torerfolg, weil entweder Ulreich im Tor der Schwaben oder ein gegnerischer Abwehrspieler jeweils im letzten Moment klären konnten.

Mitten in diese Drangphase hinein setzte der VfB dann seinen zweiten gefährlichen Angriff und kam sogleich zur 2:0-Führung. Traore ließ auf der rechten Seite zwei Borussen aussteigen, sprintete bis zur Grundlinie und passte zurück in die Mitte, wo Harnik den Ball recht allein gelassen locker ins Tor schieben konnte (19.). Stuttgart hätte die Führung gar weiter in die Höhe schrauben können, doch Ibisevic traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (29.).

Dann war wieder die Borussia am Zug: Hofmann sah 25 Meter vor dem Tor die Lücke in der Abwehr der Schwaben und passte durch die Schnittstelle auf den gestarteten Reus im linken Strafraum, der Ulreich aus spitzem Winkel keine Chance ließ und zum Anschlusstreffer für die Schwarzgelben einnetzte (31.). Eine Minute später hätte zunächst Mkhitaryan aus zwölf Metern den Ausgleich besorgen können, doch Ulreich machte sich lang und parierte glänzend. Es gab Ecke, die Hofmann gefährlich hereinbrachte und Großkreutz per Kopf in die Mitte zu Lewandowski verlängerte. Doch der Pole bekam nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball (32.).

Kurz vor dem Pausenpfiff hatte wieder Reus den Ausgleich auf dem Fuß, als er nach einer Ecke von Lewandowski bedient wurde und aus acht Metern aufs Tor schoss. Niedermeier warf sich in den Schuss und klärte zur Ecke (44.). Zuvor war Ibisevic nach Flanke von Boka fünf Meter vor dem Tor zum Kopfball hochgestiegen, zielte aber über den Kasten (42.).

In der zweiten Hälfte hätte der BVB früh zum Ausgleich kommen können, als Kirch Lewandowski auf der rechten Seite bediente und der Stürmer von der Strafraumkante mit voller Wucht abzog, aber leider nur den Pfosten traf (56.). Der BVB steckte auch in der Folge nicht auf und setzte den VfB – bei dem langsam die Kräfte schwanden – weiter unter Druck. Mit Erfolg: Lewandowski brach von links in den Strafraum, wo er klar von Niedermeier gefoult wurde. Schiedsrichter Weiner zeigte auf den Punkt und Niedermeier die Rote Karte (67.). Den fälligen Elfmeter verwandelte Reus eiskalt unten links (68.).

Kurz darauf staunten die Zuschauer im Rund der Mercedes-Benz-Arena nicht schlecht, als Weiner die Partie abermals unterbrach und zur Seitenlinie humpelte. Nach kurzer Behandlung stand fest, dass es für den Schiedsrichter nicht weitergehen würde. Assistent Grudzinski leitete von nun an die Partie (75.) und sah kurz darauf, wie Reus einen Freistoß von der Strafraumkante aufs Tor zog - Ulreich kratzte den Ball in höchster Not aus dem rechten Giebel (78.).

Die Westfalen schnürten die in Unterzahl spielenden Schwaben nun am eigenen Strafraum ein und versuchten mit aller Macht, den Siegtreffer zu erzielen. Es gelang: Der eingewechselte Aubameyang brach nach einer langen Flanke von links in den Sechzehner, legte zu Reus 16 Meter vor dem Tor ab, dessen Schuss Schwaab mit der Hand abfälschte, sodass Ulreich keine Chance hatte. Reus zum Dritten, 3:2 für den BVB (82.).

Ausblick
Reise zum spanischen Rekordmeister: Am Mittwoch (20.45 Uhr) tritt der BVB im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals bei Real Madrid an. Nächsten Samstag (5.4., 18.30 Uhr) ist der VfL Wolfsburg im SIGNAL IDUNA PARK zu Gast.

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31.03.2014 09:06
Ulf Kullmann