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2:1 - Borussia besteht den Charaktertest und dreht das Spiel

Bundesliga

Borussia Dortmund hat am 29. Bundesliga-Spieltag gegen den VfL Wolfsburg zu Hause mit 2:1 (0:1) gewonnen. Die Wölfe waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und gingen zurecht mit einer 1:0-Führung in die Pause, doch der BVB bewies Charakter, drehte das Spiel durch Tore von Lewandowski und Reus und verließ den Platz als Sieger.Es berichtet Dennis-Julian Gottschlich

80.000 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK sahen in der ersten Hälfte ein Spiel mit Vorteilen für den VfL Wolfsburg. Der BVB agierte teils unkonzentriert, und so sorgte Olic für die Führung der Wölfe (34.). Nach der Pause markierte Lewandowski postwendend den Ausgleich (51.), den Reus mit seinem 2:1-Siegtreffer (77.) veredelte.

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Ausgangslage
Der BVB hatte die Möglichkeit, einen Konkurrenten um einen Champions-League-Platz auf Distanz zu halten und Tabellenplatz zwei zu festigen. Es trafen zwei der torgefährlichsten Mannschaften der Liga aufeinander: Nur Bayern (82 Tore) und Hoffenheim (63) hatten mehr Treffer als der BVB (62) erzielt, die Wölfe waren immerhin 48 Mal erfolgreich.

Personalien
Lewandowski, der am Mittwoch in der UEFA Champions League wegen einer Sperre gefehlt hatte, kehrte ins Team zurück. Subotic, Schmelzer, Bender, Gündogan und Blaszczykowski waren weiterhin nicht mit dabei. Auch Weidenfeller (Handprellung) konnten nicht mitwirken, Durm (schwere Erkältung) saß nur auf der Bank. So kam Langerak zu seinem dritten Einsatz in dieser Saison, Großkreutz musste zunächst hinten links für Durm einspringen. Bei Wolfsburg fehlten Begnalio, Klose, Medojevic, Dost und Vieirinha.

Taktik
Beide Teams standen sich in einer 4-2-3-1-Grundordnung und mit derselben Spielanlage gegenüber: Olic bzw. Lewandowski versuchten im Sturmzentrum, für Unruhe zu sorgen und wurden mit Flanken von den Außenpositionen bedient. Im zweiten Durchgang agierte der BVB mit Jojic (für Sahin) in einem 4-1-4-1. Großkreutz stürmte über links. Hinten sicherte der eingewechselte Durm ab.

Spielverlauf & Analyse
Das Spiel begann munter, denn beide Mannschaften versteckten sich nicht voreinander und versuchten sofort, mit viel Tempo auf das Tor des Gegners zu spielen. Dennoch wurde die Partie zunächst von einigen Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten bestimmt, so landete der Ball ein ums andere Mal im Spielaufbau in den Füßen des Gegners.

Die Schwarzgelben sorgten nach acht Minuten für ein erstes Ausrufezeichen: Mkhitaryan hatte den Ball an der Seitenlinie von Träsch erobert und zu Reus im Strafraum weitergeleitet. Der kam zehn Meter vor dem Tor auch sofort zum Abschluss. Luiz Gustavo rauschte im letzten Moment noch in den Ball, lenkte ihn aber so ab, dass sich VfL-Keeper Grün mächtig lang machen musste, um das Leder noch um den rechten Pfosten zu drehen.

Auch wenn sich beide Teams auf Augenhöhe begegneten, agierte die Borussia teils fahrig. So zogen die Gäste aus der Autostadt in der Folge das Spiel immer mehr an sich. Zunächst legte Olic den Ball nach einer Perisic-Flanke aus kurzer Distanz haarscharf am Pfosten vorbei (10.), dann rutschte dem völlig freistehenden de Bruyne bei seinem Schuss aus 16 Metern der Ball über den Spann (24.), und nur eine Minute später lenkte Hummels ihn bei einem Rettungsversuch unglücklich auf den eigenen Kasten – Langerak parierte glänzend (25.).

Der Kroate Olic sorgte dann auch für die Wolfsburger Führung: Rodriguez flankte von links in den Strafraum, wo Malanda am höchsten stieg und wuchtig aufs Tor köpfte. Langerak parierte stark, musste den Ball aber prallen lassen, und so staubte Olic aus vier Metern zum 1:0 ab (34.). Reus hätte im direkten Gegenzug den Ausgleich herbeiführen können, schoss aus spitzem Winkel aber knapp am Tor vorbei (35.). Auf der anderen Seite hatten die Borussen nach 40 Minuten riesiges Glück. De Bruyne brachte den Ball flach von rechts in den Strafraum, wo Olic hereinrutschte. Der Ball knallte vom Bein des Stürmers an die Latte, von dort zurück an Olics Bein und wieder an die Latte. Im Tor landete der Ball hingegen nicht.

Die Unzufriedenheit über das Halbzeitergebnis war der Mannschaft von Jürgen Klopp nach der Pause sofort anzumerken. Der BVB spielte zielstrebiger auf das Tor der Wölfe, biss sich regelrecht in diese Partie hinein, gewann nun mehr Zweikämpfe und kam schon nach sechs Minuten zum Ausgleich: Reus brachte eine Ecke scharf vors Tor, wo Lewandowski das Kopfballduell gegen Knoche gewann. Grün kam nicht konsequent genug aus seinem Kasten, und so drückte der Pole den Ball aus fünf Metern über die Linie (51.). Es war bereits das 26. Tor der Borussia nach einer Standardsituation in dieser Saison, Reus sammelte mit der Vorlage seinen insgesamt 100. Scorerpunkt (Tore + Vorlagen) in der Bundesliga.

Die Niedersachsen strahlten nach dem Ausgleich weniger Gefahr aus als noch in Halbzeit eins, sorgten aber weiterhin durch Konter für kritische Situationen vor Langeraks Tor. So schoss Perisic nach schöner Kombination mit de Bruyne und Olic aus spitzem Winkel vorbei (59.). Kurze Zeit später lief es verkehrt herum: Perisic gab die Flanke, Olic wurde allerdings fünf Meter vor dem Tor so von Hummels gestört, dass er den Ball nicht präzise auf den Kasten bringen konnte (64.).

Doch auch die Westfalen bewiesen ihre Fähigkeiten im Konterspiel: Mit fünf Mann standen sie nach 69 Minuten frei vor Grüns Tor. Lewandowski legte den Ball zu Mhkitaryan halblinks im Strafraum. Der schlenzte an Grün, aber auch um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (69.). Der BVB war nun die klar bessere Mannschaft im SIGNAL IDUNA PARK, es war dem Team anzumerken, dass es den Sieg erzwingen wollte - und der Sturmlauf war von Erfolg gekrönt. Durm brachte von links einen langen Ball vor das Tor, den Grün eigentlich sicher hatte, aber vom eigegen Mann (Knoche) beim Fangen behindert wurde. Reus lauerte richtig, schnappte sich den Ball, der Grün aus den Händen fiel, und schob zum 2:1 für die Gastgeber ein (77.). Piszczek hätte kurz vor Abpfiff sogar das 3:1 erzielen können, bekam aber nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball (90.). Auf der anderen Seite gab es aber auch noch zwei brenzlige Situationen vor Langeraks Tor, ehe der Sieg perfekt war.

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Ausblick
Die englischen Wochen gehen mit zwei absoluten Spitzenspielen weiter: Am Dienstag (20.45 Uhr) muss der BVB einen 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen, um gegen Real Madrid in der UEFA Champions League noch ins Halbfinale einzuziehen. Kommenden Samstag (12.4., 18.30 Uhr) kommt es in der Bundesliga in München zum Aufeinandertreffen mit den Bayern.

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07.04.2014 08:52
Ulf Kullmann