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2:0 - Mkhitaryan und Lewandowski schießen Borussia nach Berlin

DFB-Pokal

Borussia Dortmund steht im Endspiel um den DFB-Pokal! Zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte (nach 1963, 65, 89, 2008 und 2012) schaffte der BVB durch einen 2:0 (2:0)-Heimsieg über den VfL Wolfsburg den Einzug ins Finale am 17. Mai im Berliner Olympiastadion. Dort geht es gegen den 1. FC Kaiserslautern oder den FC Bayern München. Henrikh Mkhitaryan und Robert Lewandowski erzielten die entscheidenden Tore in einer Begegnung, in der Wolfsburg mindestens gleichwertig war.

Es berichtet Dennis-Julian Gottschlich

Der SIGNAL IDUNA PARK war mit 80.200 Zuschauern, die für eine tolle Kulisse und eine eines Pokal-Halbfinals würdige Atmosphäre sorgten, ausverkauft. In der ersten Halbzeit sahen sie die schnelle BVB-Führung durch Mkhitaryan (13.), die Lewandowski kurz vor der Pause (43.) auf 2:0 erhöhte. Der VfL traf durch Naldo (42.) nur den Pfosten und mühte sich, in der zweiten Halbzeit den Ausgleich herbeizuführen - mehr als ein weiterer Pfostenschuss von Luiz Gustavo (81.) kam dabei aber nicht heraus.

Ausgangslage
Auf dem Weg ins Halbfinale schaltete der BVB Wilhelmshaven, 1860 München, Saarbrücken und Eintracht Frankfurt aus und blieb dabei als einziges der letzten vier Teams im Wettbewerb ohne Gegentor. Es war das fünfte Halbfinal-Heimspiel (von insgesamt elf) der Schwarzgelben im DFB-Vereinspokal; alle vier vorherigen wurden gewonnen. Der VfL Wolfsburg wollte erstmals seit 1995 (damals als Zweitligist) ins Finale nach Berlin.

Personalien
Jürgen Klopp musste auf Bender, Blaszczykowki, Gündogan, Schmelzer und Subotic verzichten. Der Trainer ließ die gleichen Feldspieler auflaufen, die im Duell mit dem VfL in der Bundesliga vor zehn Tagen in der zweiten Halbzeit auf dem Platz standen - und das Spiel gedreht hatten. Einzig der damals angeschlagene Weidenfeller spielte für Langerak. Im Vergleich zur Partie gegen die Bayern am vergangenen Samstag kamen Piszczek, Lewandowski und Jojic neu ins Team, Hofmann, Aubameyang und Sahin saßen zunächst auf der Bank. Wolfsburg-Coach Hecking fehlten Torwart Begnalio und der gesperrte Rechtsverteidiger Rodriguez.

Taktik
Gegen den Ball agierten beide Kontrahenten mit derselben Spielanlage (4-4-2): Bei eigenem Ballbesitz wurde auf Dortmunder Seite in einer 4-1-4-1-Grundformation versucht, Überzahlsituationen im Mittelfeld zu schaffen. Wolfsburg attackierte in einem 4-2-3-1.

Spielverlauf & Analyse
Es war ein Einstand nach Maß, den Borussia Dortmund in dieses Pokal-Halbfinale fand. Keine Viertelstunde war gespielt – und keine der beiden Mannschaften konnte bis dahin das sehr offene, temporeiche Spiel wirklich an sich reißen – als der Ball über Lewandowski und Reus zu Mkhitaryan an der Strafraumkante der Wolfsburger gelangte. Der Armenier zog parallel zum Tor nach innen und nahm sich dann in zentraler Position ein Herz, drosch mit links flach auf den Kasten. VfL-Torwart Grün machte sich lang, konnte den bestens platzierten Schuss aber nicht mehr erreichen – 1:0 für den BVB (13.).

Der erste Schritt in Richtung Berlin war für den BVB getan, die Mannschaft hatte aber noch lange 77 Minuten vor sich, und die Wölfe reagierten prompt – und wütend: Bereits kurze Zeit nach dem 1:0 hätten sie durch de Bruyne fast den Ausgleich markiert, Weidenfeller blieb jedoch im Eins gegen Eins mit dem Belgier der Sieger und lenkte seinen Schuss mit dem Bein ins Toraus (21.). Auch ein Freistoß des belgischen Nationalspielers sorgte für Gefahr, segelte aber nach 33 Minuten sowohl an allen postierten Spielern im Strafraum als auch knapp am linken Torpfosten vorbei.

Der BVB zog sich bis kurz vor der Pause immer mehr in die eigene Hälfte zurück, um es den Gästen so schwer wie möglich zu machen, zum Ausgleich zu kommen. Mit kurzen Powerplay-Phasen, in denen die Wölfe am eigenen Strafraum von Schwarzgelb eingeschnürt wurden, konnten die Borussen aber immer wieder für Entlastung sorgen. Großkreutz verfehlte das Tor nach Vorarbeit von Reus und Mkhitaryan noch deutlich (39.), danach hätte Malanda auf der anderen Seite per Kopf beinahe den Ausgleich erzielt, traf aber lediglich den Pfosten (42.).

Nur eine Minute später machte es Lewandowski besser: Jojic hatte Reus zuvor in den Strafraum steil geschickt, der legte zurück zum Polen am Elfmeterpunkt, und der markierte das 2:0 auf seine unnachahmliche Art und Weise: Mit rechts nahm er den Ball an und zimmerte ihn dann sofort mit links in den Torwinkel (43.). Für den Polen war es der 100. Pflichtspieltreffer im Trikot des BVB, Reus war durch die beiden Vorlagen nun an 12 der letzten 13 Tore von Borussia beteiligt.

Wolfsburg konnte zur Pause zwar ein deutliches Plus an Torschüssen (9:4) verbuchen, doch die Gastgeber führten und kamen auch besser aus der Kabine. Bereits nach einer Minute im zweiten Durchgang hätte Jojic auf 3:0 stellen können, er verpasste eine flache Hereingabe von Mkhitaryan am Elfmeterpunkt aber knapp (47.).Kurz darauf knallte Lewandowski den Ball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten (49.).

Auf der anderen Seite hätte Arnold für den Anschlusstreffer sorgen können, doch Sokratis bekam im letzten Moment noch den Kopf in seinen Schuss aus 16 Metern, so dass er knapp am linken Pfosten vorbeiflog (51.). Weidenfeller wäre geschlagen gewesen. Das galt auch für Grün auf der anderen Seite nur zwei Minuten später, doch Schiedsrichter Gräfe gab Lewandowskis zweiten Treffer nach einem Reus-Freistoß aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht. Sokratis' wuchtigen Kopfball konnte Grün sicher parieren (58.).

Nach dieser Drangphase flachte die Partie etwas ab. Der VfL Wolfsburg suchte ständig nach der Lücke in der Dortmunder Abwehr, finden konnte er sie aber nur selten - und wenn dann auch nur durch Fernschüsse: Weidenfeller faustete Vieirinhas Abschluss aus 22 Metern aus dem Strafraum (71.), und auch bei Perisic' Flachschuss aus 15 Metern war der BVB-Keeper auf der Hut (73.). Malandas Schuss aus vier Metern hätte er nicht mehr abwehren können, der  Belgier verfehlte den Kasten aber zum Glück um einige Meter (75.).

Auch in der nächsten Szene stand der Torwart der Westfalen, der sich augenscheinlich verletzt hatte, aber dennoch weiterspielte (die Abstöße wurden nun von Hummels ausgeführt), im Mittelpunkt. Nach einer Flanke kam Malanda am lange Pfosten zum Abschluss, Weidenfeller reagierte mit einem sensationellen Reflex auf der Linie. Den Nachschuss schob Luiz Gustavo unter Weidenfeller hindurch, der aber lenkte ihn mit der linken Hand an den Pfosten (82.). Die Autostädter warfen am Ende alles nach vorne, kamen aber nicht mehr zu zwingenden Chancen. So jubelte das ganze Stadion über den Einzug ins DFB-Pokalfinale und skandierte: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!"

Ausblick
Am Samstag (15.30 Uhr) ist in der Bundesliga der FSV Mainz 05 an der Strobelalle zu Gast.

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16.04.2014 09:40
Ulf Kullmann