Rund um den Aktionstag im Deutschen Fußball widmete sich der "Tag gegen das Vergessen" der Zeit des Nationalsozialismus.

An diesem Tag wird alljährlich an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Alliierten und an die Millionen Opfer des Naziregimes erinnert. Bereits zum sechsten Mal fand dazu auch eine Veranstaltung im BORUSSEUM statt. Borussia Dortmunds Schatzmeister Dr. Reinhold Lunow eröffnete den Abend mit einfühlsamen Worten und begrüßte damit die rund 70 Gäste.

 „Gegen das Vergessen hilft nur das Erinnern.“

 „Die uneingeschränkte Toleranz gegenüber Vielfalt, gegenüber Fremdem, ist Teil der Satzung von Borussia Dortmund ... Wer Mitglied unserer BVB-Familie sein will, der muss auch bereit sein diese Werte anzunehmen.“

Zitate Dr. Reinhold Lunow

Danach übernahm Jannis Gluth von der BVB | Fan- und Förderabteilung die Moderation und übergab das Wort an Wilfried Harthan (Mitglied im Heinrich-Czerkus-Fanclub), der über die bewegende Geschichte der Familie Orlean, die ein Textilwarengeschäft am Dortmunder Borsigplatz hatte, berichtete. Detailliert beschrieb er die Schicksale der Familienmitglieder und deren Textilwarengeschäft, das in der Reichspogromnacht geplündert und verwüstet wurde. Flucht, Angst, harte Arbeit in Konzentrationslagern, Krankheit und Todesmärsche – das und viele Grausamkeiten mehr waren Teil der Biografien.

„Doch eigentlich wollte die Familie Orlean nichts anderes sein, als eine ganz normale Familie vom Borsigplatz“

 Mit diesem Zitat beendete Wilfried Harthan seinen Vortrag. Das Publikum war sichtlich ergriffen, bedankte sich aber mit Applaus für den Einblick in die Geschichte.

Jannis Gluth fuhr fort und ergänzte das Thema mit der aktuellen Anti-Rassismus-Arbeit des BVB. Im Jahr 2015 fanden wieder viele Aktionen statt, die die Position des BVB klar und deutlich machen. Dazu gehörten z.B. der Heinrich-Czerkus-Lauf am Karfreitag, das Verlegen und Säubern von Stolpersteinen, Gedenkstättenfahrten und natürlich auch der „Tag gegen das Vergessen“ am 27. Januar 2015, u.v.m.

Zum Abschluss las Arno Beulke, Vorsitzender des Fanclubs „Die Pöhler“, aus dem Buch „Ist das ein Mensch“ von Primo Levi vor. Das Buch ist eines der Standardwerke zum Holocaust, denn Primo Levi war ein sehr wichtiger Zeitzeuge, der mit seinem Buch für Öffentlichkeit gesorgt hat. Primo Levi war zeitgleich mit Hans Frankenthal – der vom Südbahnhof Dortmund deportiert wurde – in Monowitz, welches als erstes der drei Lager befreit worden war. Nach den bewegenden Worten wurde eine Schweigeminute eingelegt, bevor der Abend  mit persönliche Gesprächen und Diskussionen seinen Ausklang fand.

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V.l.n.r.: Jannis Gluth, Wilfried Harthan, Dr. Reinhold Lunow und Arno Beulke