Er gehört zu den bleibenden Sympathieträgern des BVB der 1990er Jahre: Flemming Povlsen, der heute „runde“ 50 Jahre alt wird und 1995 mit den Schwarz-Gelben Deutscher Fußballmeister wurde.

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Povlsen, am 3. Dezember 1966 geboren, machte brav sein Abitur, bevor er über Viby IF, Aarhus GF, FC Castilla, den 1. FC Köln und den PSC Eindhoven 1990 zum BVB stieß. Mit der Verpflichtung von Trainer Ottmar Hitzfeld, kurz danach, ging sein sportlicher Stern strahlend hell auf. Povlsen, ausgestattet mit einem bemerkenswerten Spielverständnis, galt mit seinem Eifer und und dem nie ermüdenden Einsatz als „einer von uns“ und als eine wichtige „Seele“ des BVB. Diese Tugenden honorierten die Fans und verliehen ihm einen nachhaltigen Kultstatus. Leider hatte der laufstarke Angreifer vor dem gegnerischen Tor nicht den absoluten Killerinstinkt, sodass seine Torausbeute geringer war als eigentlich möglich. Insgesamt absolvierte Flemming Povlsen für den BVB 116 Bundesliga-  und 21 Europacupspiele in denen er 41 Tore erzielte.

Die Karriere des pfeilschnellen Angreifers wurde viel zu früh durch zwei folgenschwere Verletzungen beendet. Er erlitt in beiden Knien Bänderabrisse, die ihn jeweils ein halbes Jahr außer Gefecht setzten. Als er nach seiner Genesung am 11. März 1995 im Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der 75. Minute eingewechselt wurde, gab es stehende Ovationen in einem Ausmaß, dass ihm selbst die Knie weich wurden, wie er später bekannte.

Bedauerlicherweise folgte schon bald die Sportinvalidität. Der Abschied von Flemming Povlsen wurde im Rahmen des Finalwochenendes 1995 auf dem Friedensplatz regelrecht zelebriert. Zunächst nahmen am Samstagmorgen Zehntausende persönlich Abschied von ihrem Idol. Alle durften auf die Bühne kommen, Povlsen die Hand schütteln und ihm kleine Erinnerungspräsente überreichen. Es war überwältigend. Fast hätte die Verabschiedung jeden zeitlichen Rahmen gesprengt.

Danach wurde das letzte Bundesligaspiel des Saison 94/95, das der BVB mit 2:0 gegen den HSV gewann, live auf dem Friedensplatz übertragen. Die vierte „Deutsche“ war unter Dach und Fach und Flemming Povlsen neben all seinen anderen Erfolgen zum guten Schluss auch noch Deutscher Fußballmeister geworden.

Die Meisterfeier am folgenden Sonntag brachte eine weitere emotionale Steigerung, als Povlsen mit dem Lied „Niemals geht man so ganz“ der Kölner Kabarettistin Trude Herr offiziell verabschiedet wurde. Das war einer der anrührendsten Augenblicke der gesamten bisherigen BVB-Geschichte.

Povlsen kehrte anschließend in seine Heimat zurück, wo er Trainer und Fußballkommentator wurde. Als im Sommer 2015 im BORUSSEUM an die Deutsche Meisterschaft 1995 erinnert wurde, konnte er persönlich nicht dabei sein. Es wurde aber eine Rundfunkbrücke hergestellt, in deren Rahmen er von seinem tränenreichen Abschied vom BVB so anschaulich erzählte, dass allen im BORUSSEUM regelrecht der Atem stockte.

Sein bedeutendster sportlicher Erfolg war natürlich der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1992. Das nicht qualifizierte Dänemark wurde von der UEFA nachnominiert, weil Jugoslawien wegen des Balkankrieges nicht antreten konnte. Im Endspiel besiegten die Dänen die DFB-Auswahl sensationell mit 2:0.

Flemming Povlsen kommentierte den überraschenden Titelgewinn mit den Worten: „Für mich das Größte meiner Laufbahn. Wir reisten als echte Lückenbüßer an und konnten mit unserer unbeschwerten Art zu spielen ganz Fußball-Europa begeistern und in die Schranken weisen!“