Die Archivar/innen und Museumsleiter/innen der deutschen Profifußballvereine haben sich am 09. und 10. November 2016 in Hamburg zum fachlichen Austausch getroffen.

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So auch die Museumsleiterinnen des BORUSSEUM, Sarah Hartwich (Leitung Veranstaltungen und Ausstellungen) und Melanie Tigges (Leitung Organisation und Öffentlichkeitsarbeit).

Gastgeber waren der Hamburger SV und der FC St. Pauli. Fachlicher Schwerpunkt des ersten Tagungstages war der Umgang der Fußballarchive mit digitalen Daten. Mit Dr. Ulrike Gutzmann (Leitung Archiv der Volkwagen AG), Christoph Rohde (NDR Archiv) und Christoph Forster (Sportcast Gmbh) konnten hochkarätige Referenten gewonnen werden. Forster ist für das Deutsche Fußball Archiv (DFA) in Köln tätig, eine 100%-Tochter der Sportcast GmbH, die im Besitz der DFL ist. Das DFA ist die inzwischen weltweit größte Medienbibliothek und umfasst nahezu das gesamte Bewegtbildmaterial aus Bundesliga, DFB-Pokal, Nationalmannschaft sowie Amateur-, Jugend- und Frauenfußball.
 
Dr. Ulrike Gutzmann referierte über die Digitalisierung von Archivbeständen und zeigte auf, welche Normen innerhalb der internationalen Archivbranche derzeit gelten. Als Mitglied des Vorstands des Verbands der deutschen Archivare und Leiterin der Arbeitsgruppe zur elektronischen Archivierung innerhalb des Fachverbands VdW stellte sie auch die beiden für die Vereinsarchivare wichtigsten Institutionen Deutschlands vor.
 
Christoph Rohde warf in seinem Referat einen Blick in die Zukunft und berichtete über spannende Möglichkeiten der Nutzbarmachung und Archivierung digitaler Medien im Archiv des NDR. Auch er betonte in seinem Referat die Notwendigkeit des ständigen Austauschs und der Weiterbildung für all diejenigen Kollegen, die in der Archivbranche tätig sind.
 
Am zweiten Tagungstag stand der fachliche Austausch und das Netzwerken im Mittelpunkt. Im Rahmen von Thementischen konnten sich die Teilnehmer zu bestimmten Themen wie PR, Museumsbetrieb und -pädagogik, Archivaufbau, Sammlungsstrategien und interner Kommunikation informieren und mit Experten und weiteren Interessenten ins Gespräch kommen.
 
Das Netzwerk der deutschen Fußballmuseen und Vereinsarchive repräsentiert die überwiegende Mehrzahl aller Vereine in den höchsten drei deutschen Spielklassen und trifft sich inzwischen seit 2012 regelmäßig halbjährlich. Ziel des Netzwerks ist es, die Archivarbeit der Vereine sowie die daran anliegenden Themen (z.B. Museen) zu professionalisieren und zu fördern. Das Netzwerk versteht sich auch als Lobbyorganisation und hilft dabei, auch bei unterklassigen Vereinen, in anderen Sportarten, Unternehmen oder Verbänden dieses Ziel zu erreichen.