Am gestrigen Donnerstag, 29. Oktober 2015, fand zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Traditionsabend im BORUSSEUM statt. Thema des Abends: Die „Drei Alfredos“.
Alfred „Freddy“ Kelbassa, Alfred Niepieklo und Alfred „Adi“ Preißler bildeten das legendäre BVB-Stürmertrio in den 1950er-Jahren. Sie sind bis heute unvergessen und ihnen zu Ehren veranstaltete das BORUSSEUM-Team einen Abend mit Familie, Freunden und Fans, der einen tiefen Einblick in das aufregende, aber auch bodenständige Leben der „Drei Alfredos“ bot. 

So erzählten die Ex-Profis Aki Schmidt und Lothar Geisler, wie sie die damalige Zeit mit den „Drei Alfredos“ als Spieler erlebt hatten. Auch Reinhold Wosab nahm zusammen mit seiner Frau auf der Bühne Platz und erinnerte sich an „die Schlitzohren“ (Zitat Friedhelm „Pere“ Meyer) von damals. Seine Frau erzählte aus der Perspektive der Spielerfrau, wie man sich damals verhielt und welchen Respekt sie z.B. Heinrich „Heini“ Kwiatkowski entgegenbrachte. „Da habe ich sogar einen Knicks gemacht und alle haben gelacht“, erinnerte sich Doris Wosab und lacht heute selbst darüber.

Geschichten aus dem privaten Nähkästchen erzählten dann auch die Kinder von Adi Preißler – Monika, Al und „Nesthäkchen“ Kai Preißler – über ihren Vater, den sie als bodenständigen Mann beschrieben, auf den sie sehr stolz sind. „Zuhause wurde nicht viel über Fußball gesprochen, nur am Sonntag, wenn Spieltag war. Dann putzte mein Vater seine Fußballschuhe, machte dem Wetter entsprechende Stollen darunter und dann ging’s los“, erklärte Monika Preißler.

Stolz ist auch Sebastian Kelbassa, denn er trägt sogar die Gene von zwei der „Drei Alfredos“ in sich. Er ist das Enkelkind von Alfred „Freddy“ Kelbassa und Alfred Niepieklo. Trotz zahlreicher Trainingseinheiten im Garten hat er das fußballerische Talent jedoch nicht geerbt, gab der heutige Lehrer mit einem Augenzwinkern zu.

Spielszenen aus den Meisterschaftsjahren 1956 und 1957 brachten vor allem bei den Angehörigen starke Emotionen hervor, sodass die ein oder andere Träne weggewischt werden musste. „Es macht mich traurig auf der einen Seite, aber auch sehr glücklich auf der anderen“, war Gerdie Sandmann, die Frau des 2007 verstorbenen Meister-Spielers Herbert Sandmann, sichtlich gerührt.

Zum Ende des Traditionsabends nahm Daniel Nowara auf der Bühne Platz. Im Gespräch mit Moderator Gregor Schnittker berichtete er über die Entstehung der Choreographie zum Tode von Adi Preißler. Für die Südtribüne wurde damals eine riesige Blockfahne erstellt und auch die anderen Ränge wurden mit Papptafeln bestückt, sodass zum Saisonauftakt die Choreographie zu Ehren des legendären Borussen gezeigt wurde. „Eigentlich wollten wir eine Choreo machen, um die Mannschaft zu Beginn der Saison noch einmal zu pushen. Als wir dann aber erfuhren, dass Adi Preißler verstorben war, haben wir uns für eine Choreo zu seinen Ehren entschlossen“, so Daniel Nowara, der damals federführend für die Erstellung der Choreo verantwortlich war.

Abgerundet wurde der Traditionsabend mit dem gemeinsamen singen des BVB-Vereinsliedes, das natürlich alle Borussen lautstark und mit viel Leidenschaft mitsingen konnten.