Seine Laufbahn lässt sich kurz so beschreiben: „Ein Leben für den Fußball“.
Walter Maahs (82), gelernter Trainer, Organisationstalent und heute Ehrenmitglied des BVB, war viele Jahre Hauptgeschäftsführer des Vereins.
Wir haben mit ihm über seine Anfänge bei Borussia Dortmund, über die Entwicklung des Fußballs und über seine beeindruckendsten Erlebnisse gesprochen.

Herr Maahs, wann und in welcher Funktion haben Sie beim BVB angefangen?

Das war nach der WM 1974, als ich Koordinator der Jugend- und Amateurabteilung wurde. 1975 übernahm ich das Amt des Hauptgeschäftsführers.
Unsere Borussia spielte zu diesem Zeitpunkt in der Zweiten Liga, und zu meinen vordringlichsten Aufgaben gehörte der Wiederaufstieg in die Erste Bundesliga. Der gelang uns 1976 mit Trainer Otto Rehhagel.

Wie war der BVB damals organisiert? Und wie entwickelte sich der Verein?

Unsere Geschäftsstelle bestand damals aus drei Mitarbeitern und mir. Die Anzahl der Mitglieder war so überschaubar, dass der Beitrag bisweilen von einem Mitarbeiter an der Haustür persönlich kassiert wurde. In den 90er Jahren stieg die Mitgliederzahl langsam. Die „Aktion 40.000“ brachte dann richtigen Schwung, der sich bis heute erfolgreich fortgesetzt hat. Inzwischen liegt die Zahl bei mehr als 150.000, und mittlerweile kümmern sich fünf Mitarbeiterinnen ausschließlich um die Belange der Mitglieder.

Was gehört zu den wichtigsten organisatorischen Veränderungen des Vereins während Ihrer Amtszeit?

Ganz wichtig war Anfang der 90er Jahre die Einführung der Abteilungsleiter, um den Verwaltungsapparat zu dezentralisieren und nicht alles auf einer Schulter zu haben.

Wie haben Sie die Veränderungen im Fußball erlebt? Und was konnten Sie beim BVB mitgestalten?

Zu Beginn meiner Tätigkeit bestand unsere Haupteinnahmequelle noch aus den Eintrittsgeldern. Fernsehgelder und Werbeeinnahmen gab es noch nicht, und von den Spieleinnahmen mussten noch zehn Prozent an die Stadt Dortmund als Eigentümerin des Stadions abgeführt werden. Erst später entwickelten wir den Fanartikelverkauf, dann kamen TV-Gelder und Einnahmen aus Werbemaßnahmen im Stadion dazu. Dadurch entwickelte sich die Administration des Vereins ganz erheblich. Wir waren Vorreiter bei der Einführung notwendiger EDV und der damit verbundenen effektiven Verwaltung, die von vielen anderen Vereinen übernommen wurde.

Als lizensierter Fußballtrainer waren Sie sicher auch nah an der Mannschaft?

Ja, das war so. Deshalb kann ich beurteilen, dass die Fußballer von damals nicht mehr mit denen von heute zu vergleichen sind. Spieler wie Michael Zorc, Ralf Loose oder Theo Schneider kamen erst mit 19 oder 20 zu den Profis und heute gehören 17- und 18-Jährige regelmäßig zum Profikader. Von der Physis und der Belastbarkeit sind sie dank moderner Trainingslehre, medizinischer Betreuung und Ernährung heute viel weiter. Die jungen Profis sind schneller und dynamischer. Auch vor 40 Jahren wurde guter Fußball gespielt, allerdings deutlich langsamer. Heute wäre das beinahe Zeitlupe. Erst Mitte der 90er Jahrekamen Jungen wie Lars Ricken oder Ibrahim Tanko, die mit 17 schon in der Bundesliga spielten.

Was hat sich im geschäftlichen Bereich nachhaltig verändert?

Bis zur Gründung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) Ende des Jahres 2000 lag die Organisationshoheit der Bundesliga in den Händen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Um die Entwicklung der Professionalisierung zu verdeutlichen:  Reichte früher ein einziger Aktenordner  zur Erlangung der Lizenz für die neue Bundesliga-Saison, hat sich der Aufwand inzwischen hierfür mindestens verzehnfacht. Es freut mich, das aus meiner aktiven Zeit als Hauptgeschäftsführer verschiedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch heute noch im  Verein tätig sind.

Herr Maahs, welches Ereignis hat Sie in Ihrer Zeit beim BVB am meisten beeindruckt?

Ganz  klar zunächst  das Finale mit dem Gewinn der Champions League 1997 in München. Schöne und aufregende Momente gab es sehr viele. Der erste große Erfolg während meiner Tätigkeit als Hauptgeschäftsführer des BVB war der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga und dann der DFB- Pokal-Sieg 1989. Berlin in Schwarzgelb – unvergessen!

Was gehört heute noch zu Ihren Aufgaben beim BVB?

Ich bin Ehrenmitglied und im Ältestenrat des Vereins, helfe dort organisatorisch mit, wann immer es nötig ist. Verschiedene Veranstaltungen des Vereins werden von mir mit  geplant  und organisiert. Auch kümmere ich mich auf Wunsch des Vorstandes um  das Kosten-Controlling  im Verein für die Abteilungen Fußball (Jugend), Handball und Tischtennis.

Gibt es noch Hobbys neben Fußball und dem BVB?

Ein großes Hobby von mir ist die Gartenarbeit. Dadurch und durch die tägliche Nutzung meines Hometrainers bleibe ich fit.