Rückkehr nach Wembley: Mats Hummels, Marco Reus, Nuri Sahin und Sven Bender haben auch im Champions-League-Finale 2013 auf dem Platz gestanden. Sie blicken zurück, aber auch voraus – und wollen dieses Mal mit der Trophäe wieder nach Hause fahren.

Schon einmal hat sich Borussia Dortmund in der UEFA Champions League aus einer sogenannten „Todesgruppe“ ins Finale gekämpft. In der Saison 2012/2013 wurde der BVB Erster in der mit den damaligen Landesmeistern Real Madrid, Ajax Amsterdam und Manchester City besetzten Gruppe. In der K.o.-Runde ging es über Donezk, Malaga und Real Madrid ins Finale, das der BVB mit 1:2 gegen Bayern München verlor. Schon damals im Londoner Wembley-Stadion auf dem Platz: die BVB-Profis Mats Hummels und Marco Reus sowie die heutigen Co-Trainer Nuri Sahin und Sven Bender. 

Hummels hat damals über 90 Minuten an der Seite von Neven Subotic verteidigt. Wenn er an 2013 denkt, erinnert er sich an eine große Anspannung und Nervosität, auch bei ihm selbst, anders als bei anderen Spielen: „Normalerweise bin ich jemand, der sich auf dem Platz voll und ganz auf sein Spiel konzentriert, unabhängig von der Bedeutung oder dem Moment. Aber vor und während des Champions-League-Finals und des WM-Finals war das Gefühl ganz anders. Die Bedeutung ist so groß, dass man sich darauf vorbereiten muss. Es kann überwältigend sein. Man muss aufpassen, dass man sich dadurch nicht kleiner fühlt, als man ist.“

Der Innenverteidiger sieht heute einen deutlichen Unterschied zum Finale vor elf Jahren: „Damals – zu dem Zeitpunkt meiner Karriere – dachte ich, dass es noch mehr davon geben würde. Jetzt habe ich ehrlich gesagt gedacht, das wäre das einzige gewesen.“ Die große Chance, in dieser Saison die Champions League zu gewinnen, sei etwas überraschend gekommen. Mit Blick auf 2024 sagt er: „Jetzt ist es mit ziemlicher Sicherheit mein letztes Champions-League-Finale. Deshalb ist die Bedeutung des Spiels noch größer, als sie es damals schon war.“

Sehr emotionaler Tag

Auch Reus stand über die komplette Spielzeit auf dem Platz und spricht über einen „sehr emotionalen Tag, weil es für uns komplettes Neuland war. Wir waren eine richtig geile Truppe. An dem Tag haben wir alles rausgehauen.“ In der ersten Halbzeit wäre Schwarzgelb fast in Führung gegangen, „in der zweiten Halbzeit haben uns dann nach und nach etwas die Körner gefehlt. Wir haben bis zum Schluss alles versucht, aber es hat an dem Tag nicht gereicht. Das gehört der Vergangenheit an. Jetzt haben wir noch ein großes Ding vor uns und das wollen wir gern ziehen.“

2013 wurde Nuri Sahin in der Nachspielzeit für Sven Bender eingewechselt. „Ich bin immer noch ein bisschen traurig, eine große Chance verpasst zu haben, den schönsten Titel im Vereinsfußball zu holen“, blickt Bender zurück. „Trotzdem freue ich mich nach wie vor sehr über das Spiel, das wir damals gespielt haben. Die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir haben alles auf dem Platz gelassen. Da konnte man sich nichts vorwerfen. Und ich bin auch stolz darauf, es überhaupt so weit geschafft zu haben, so ein Spiel überhaupt bestreiten zu können. Auf der einen Seite bin ich zwar traurig, auf der anderen Seite empfinde ich aber auch Stolz und Freude.“

Heute stehen beide an der Seitenlinie und greifen auf dem Platz nicht mehr ein, den Großteil ihrer Arbeit machen sie vor dem Anpfiff. „Wenn Showtime ist, ist es immer noch ein Players‘ game. Wir können die Jungs nur darauf vorbereiten und das werden wir“, so Sahin. „Wir versuchen, unsere Arbeit bis zum Anpfiff so gut wie möglich zu machen. Danach liegt der Ball bei den Jungs. Aber das werden sie gut machen, da bin ich mir sicher.“ 
Christina Reinke