Borussia Dortmund hat am 33. Spieltag im letzten Heimspiel der Saison eine bittere 1:2 (1:2)-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 kassiert. Nur Philipp traf für Schwarzgelb, das dem Rückstand hinterherlief und am Ende als verdienter Verlierer den Platz verließ.

Es berichtet Dennis-Julian Gottschlich

81.360 Zuschauer sahen, wie Mainz 05 früh durch Baku (4.) und Muto (13.) mit 2:0 in Führung ging. Der BVB schlug durch Philipp postwendend zurück, konnte den Ausgleich bis zur Pause aber nicht besorgen und musste sich sogar bei Bürki bedanken, der das dritte Tor der Gäste zweimal glänzend verhinderte. In der zweiten Halbzeit rannte der BVB an, kam gegen clever verteidigende Mainzer aber kaum zum Torabschluss und musste sich am Ende verdient geschlagen geben.

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Ausgangslage:
Dritter gegen Vierzehnter. Der BVB hatte Platz zwei vor Augen, warf aber ebenso den Blick nach hinten wie der Vierzehnte Mainz, der noch direkt absteigen konnte. Bei beiden stimmte der Trend: Sowohl die Westfalen als auch die Rheinhessen holten aus den vergangenen vier Partien jeweils sieben Zähler.

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Roman Weidenfeller wurde vor dem Spiel nach 16 Jahren beim BVB offizielle verabschiedet - und gebührend von der Südtribüne gefeiert.

Personalien:
Zagadou (Muskelverletzung), Durm (Außenbandriss Sprunggelenk), Rode (Leisten-OP) und Guerreiro (Rückstand) waren beim BVB nicht dabei. Mainz reiste ohne Adler (Knieverletzung), Balogun (Rippenprellung) und Berggreen (muskuläre Probleme) an. Auch Latza und Serdar waren nicht dabei. Peter Stöger ließ nach den guten Spielen gegen Leverkusen und Bremen zum dritten Mal in Folge dieselbe Startelf auflaufen.

Taktik:
Peter Stöger ließ seine Mannschaft wie schon in den letzten beiden Spielen in einem variablen System auflaufen, das sich mal im 4-1-4-1 sortierte. Immer wieder rückten die Außen Sancho und Pulisic aber auch auf eine Linie mit Philipp in der Spitze, bildeten so ein 4-3-3. Mainz spielte in einer 4-3-3-Grundordnung, sorgte für Überzahlsituationen im Mittelfeld. Sobald die Pressinglinie überspielt war, zogen sich die Außen Öztunali und De Blasis zurück, ließen Muto in der Spitze allein und versuchten dann aus einem 4-5-1 Druck auf den BVB auszuüben.

Spielverlauf & Analyse:
Die Schwarzgelben brauchten eine gute Viertelstunde, um richtig in diese Partie zu finden. Als Philipp mit einem Drehschuss aus zwölf Metern nach toller Vorarbeit von Sancho das erste BVB-Tor besorgte, hatte Mainz allerdings schon doppelt getroffen. Die Gäste warfen – das Abstiegsgespenst im Nacken – alles in diese Partie und profitierten von in der Anfangsphase besonders in der Defensive zu zaghaft agierenden Borussen. Bereits nach vier Minuten überwand Baku mit einem Schuss aus 15 Metern zum ersten Mal Bürki. Öztunali und Gbamin mit der Hacke hatten den Treffer gegen zu diesem Zeitpunkt etwas schlafmützig agierende Hausherren schön eingeleitet. Allen drei Mainzern hatte man deutlich zu viel Raum und Zeit gestattet.

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Götze war beim BVB mit acht gewonnen Duellen der beste Zweikämpfer in der ersten Halbzeit. Auch hier stibitzt er einem Mainzer den Ball.

Ähnlich sah dies vor dem 2:0 aus, als man De Blasis auf dem linken Flügel unbedrängt flanken ließ und sich Muto in der Mitte von Toprak absetzen konnte, der die Kugel aus dem Fünfer mit dem Kopf ins Tor streichelte (13.). Borussia Dortmund jedoch ließ sich von diesem frühen Zwei-Tore-Rückstand nicht unterkriegen. Reus sorgte nach 10 Minuten – da hatte es noch 0:1 gestanden – erstmals mit einem Abschluss aus dem Strafraum heraus für Gefahr, der aber zur Ecke abgefälscht wurde. Dann kamen Sancho und Philipp mit ihrer schönen Co-Produktion zum bereits geschilderten Anschlusstreffer (16.), der das Spiel für gut 15 Minuten etwas beruhigte.

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Akanji rückte nach Schmelzers Einwechslung von der linken Abwehrseite in die Mitte neben Sokratis.

Erst nach einer halben Stunde kam dann wieder mehr Tempo in die Partie, leider durch den FSV, der weiter seine Chance witterte und dem BVB das Leben mächtig schwer machte. Hack zog aus gut 30 Metern brandgefährlich ab, Bürki drehte den Aufsetzer sensationell mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten (29.). Auch bei der darauf folgenden Ecke war der BVB-Keeper gefordert, rettete am langen Pfosten im letzten Moment gegen Diallo (30.). Für den BVB gab Piszczek kurz darauf die nächste Duftmarke ab, FSV-Torwart Müller hatte seinen Schlenzer aus gut 25 Metern aber sicher (32.). De Blasis setzte danach einen Kopfball aus zwölf Metern haarscharf oben rechts vorbei (42.). Ebenso knapp verpasste allerdings Philipp fast mit dem Pausenpfiff mit einem Kopfball das 2:2 (45.+1). Bitter: Der BVB verlor Toprak nach 38 Minuten verletzt. Schmelzer kam für ihn in die Partie.

Mainz zog sich in der zweiten Hälfte ganz weit zurück, machte es dem BVB sehr schwer, zu Torchancen zu kommen. Erst nach 57 Minuten sorgte Reus mit einem Schuss aus der Drehung, der aber ins Toraus abgefälscht wurde, für den ersten Abschluss nach der Pause. Danach fand Borussia wieder etwas besser in die Partie, spielte sich danach durch Götze (61.), Schürrle (62.) und Reus (63./71.) mehrmals in die Gefahrenzone, ohne aber den Ball auch richtig gefährlich aufs Tor zu bringen. Die 05er machten die Schotten dicht und lauerten auf Konter, die knappe Führung schien ihnen fürs Erste zu genügen. In der Schlussphase verpasste Yarmolenko sechs Meter vor dem Tor ein Zuspiel von Philipp (81.), Schmelzer scheiterte mit einem Kopfball aus sechs Metern an Müller (90.).

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Ausblick:
Im letzten Spiel der Saison 2017/18 trifft Borussia Dortmund kommende Woche Samstag (15:30 Uhr) in Sinsheim auf die TSG Hoffenheim.

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