Stage Image Alternative Text

Spielbericht

U23 verliert bei Rot-Weiss Essen mit 1:3

Borussia Dortmunds U23 hat am siebten Spieltag einen Rückschlag kassiert. Nach schwacher erster Halbzeit mussten sich die Schwarzgelben im Nachbarschaftsduell bei Rot-Weiss Essen mit 1:3 (0:3) geschlagen geben. Die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang machte Trainer Jan Zimmermann aber Mut für die kommenden Aufgaben.  

Ausgangslage: Mit dem Sieg gegen Aachen am vergangenen Wochenende hatte die U23 ihre kleine Ergebniskrise von zuletzt vier Spielen ohne Dreier beendet. Im Nachbarschaftsduell bei Rot-Weiss Essen ging es nun auch darum, die schwache Auswärtsbilanz aufzubessern. Die Dortmunder hatten nur einen ihrer acht Punkte auf fremdem Platz geholt. Der Druck vor dem kleinen Derby lag aber bei RWE. Das Team von der Hafenstraße war mit fünf Punkten holprig in die Saison gestartet. Gerade vor heimischem Publikum hatten sich die Essener schwergetan. 

Personalien: Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Almugera Kabar (Nasenbeinbruch) musste BVB-Trainer Jan Zimmermann einen Wechsel in der Viererkette vornehmen. Den Part des Linksverteidigers übernahm Baran Mogultay. Im zentralen Mittelfeld begann Kjell Wätjen anstelle von Antonio Foti. Und auch Babis Drakas musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Für ihn rückte Cole Campbell in die Startelf.

Spielverlauf: Die Partie war noch keine vier Minuten alt, da wurde es zum ersten Mal gefährlich vor dem Tor der Essener. Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte schaltete der BVB schnell um. Campbell bediente nach feinem Solo den durchstartenden Hettwer, der aus spitzem Winkel an RWE-Torhüter Jakob Golz scheiterte.

Fünf Minuten nach der ersten Gelegenheit gab es den ersten Rückschlag für die Schwarzgelben. Abseits des Balls bekam Rechtsverteidiger Jessen einen Ellenbogen ins Gesicht. Der Dortmunder ging daraufhin benommen zu Boden und musste kurz darauf ausgewechselt werden. Für ihn kam Patrick Göbel ins Spiel. Das hatte einen weiteren Wechsel zur Folge, da in der Zweitvertretung nur drei Spieler gleichzeitig auf dem Platz stehen dürfen, die über 23 Jahre alt sind. Göbel wäre der vierte Profi gewesen. Daher musste ein anderer Routinier das Feld verlassen. Es traf Michael Eberwein, der durch Rodney Elongo-Yombo ersetzt wurde. 

Und es kam noch bitterer für den BVB. Vor mehr als 15.857 Zuschauern, darunter mehrere hundert Fans aus Dortmund, kam Essen immer besser ins Spiel – und durfte prompt jubeln. Aus 18 Metern versenkte Torben Müsel den Ball unhaltbar zum 1:0 für Essen im Tor der U23 (19). Beflügelt von der Führung entwickelten die Hausherren ein richtiges Powerplay, das in zwei weiteren Chancen mündete: Erst parierte BVB-Torhüter Marcel Lotka einen Schuss von Julian Eitschberger, dann war er gegen Joseph Boyamba mit dem Fuß zur Stelle.

Inline Image

Kurz darauf musste sich dann aber auch Lotka ein weiteres Mal geschlagen geben. Aus kurzer Distanz traf Boyamba den Pfosten, von wo aus der Ball über Umwege bei Ramien Safi landete. Der Mittelfeldspieler fackelte nicht lange und jagte das Leder aus kurzer Distanz ins Netz (25.). Auch nach dem 2:0 ließen die Hausherren nicht locker und kombinierten euphorisch nach vorne. Die BVB-Defensive, sonst ein Prunkstück, schwamm gehörig. Allen voran die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld waren zu groß. Eine Szene, die zum ersten Durchgang passte, war Gegentor Nummer drei: Einen langen Ball nahm Müsel elegant an, ehe er BVB-Verteidiger Ben Hüning aussteigen ließ und zum 3:0 einnetzte (33.).

Joker gibt Torvorlage

Nach dem Seitenwechsel war der BVB um Kontrolle bemüht. An der Statik des Spiels änderte das aber zunächst wenig. Essen blieb galliger, ballsicherer und verteidigte die scheinbar komfortable Führung konzentriert. Gefährlich wurden die Dortmunder daher nur ganz selten. Die erste nennenswerte Gelegenheit vergab Franz Roggow aus der Distanz. RWE-Torhüter Golz fischte den Flachschuss aus der Ecke (59.)

Eine halbe Stunde vor dem Ende brachte Zimmermann Jordi Paulina für den blassen Wätjen. Und der 20-Jährige führte sich direkt mit einer Torvorlage ein. Einen schönen Steckpass des Niederländers vollendete Hettwer mit etwas Glück zum 1:3 (65). Für einen kurzen Moment gerieten die Hausherren ins Schwimmen, doch Elongo-Yombo verpasste den Doppelschlag.

Auch in der Folge zeigte der BVB über weite Strecken eine ansprechende Vorstellung und hielt in den Zweikämpfen dagegen. Das Team von Trainer Zimmermann musste sich lediglich ankreiden lassen, dass im Spiel nach vorne ein wenig die Ideen fehlten. Ernsthaft gefährlich für das Tor der Hausherren wurde es daher nicht mehr.  

Trainer Jan Zimmermann: „Das war genau die zweite Halbzeit, die ich mir vorgestellt hatte. Das war unser wahres Gesicht. Das hätten wir von der ersten Minute an gebraucht. Wir haben in der ersten Halbzeit 15 Minuten gehabt, in denen wir nicht im Spiel waren. Da haben wir das Spiel verloren. Die Niederlage wirft uns nicht um. Klar ist aber auch, dass uns so eine Viertelstunde nicht häufig passieren darf. Aber die Reaktion der Jungs war top. Ich glaube, man hat gesehen, was für ein Potenzial wir haben. Die Art und Weise, wie wir hier heute aufgetreten sind, hat mir gut gefallen. Klar hätten wir gerne etwas mitgenommen, aber das müssen wir jetzt schnell abhaken.“

Ausblick: Zum Abschluss der englischen Woche empfängt die U23 am Samstag, 28. September, 1860 München in Dortmund. Anstoß im Stadion Rote Erde ist um 14 Uhr.

Tore: 1:0 Müsel (19.), 2:0 Safi (25.), 3:0 Müsel (33.), 3:1 Hettwer (65.)

U23: Lotka – Mogultay, Hüning, Lührs, Jessen (11. Göbel) – Roggow (72. Paschke), Azhil, Wätjen (60. Paulina) – Hettwer (72. Foti), Campbell, Eberwein (11. Elongo-Yombo)

Weitere News