Spielbericht
U23 verliert bei Erzgebirge Aue mit 1:2
Ausgangslage: Die Dortmunder hatten seit sechs Pflichtspielen nicht mehr verloren, zuletzt waren zwei Siege gegen die Aufstiegsaspiranten SC Verl (1:0) und Energie Cottbus (4:1) gelungen. Der FC Erzgebirge Aue hingegen hatte fünf der vorangegangenen sechs Drittliga-Spiele verloren. Im direkten Duell ging es für beide Klubs um Punkte für den Klassenerhalt.
Personalien: Top-Scorer Julian Hettwer gehörte in Aue erstmals nach seiner Rückenverletzung wieder zur Startelf, nachdem er in den vergangenen drei Spielen immer eingewechselt worden war und als Joker für Furore gesorgt hatte. Im Vergleich zum Erfolg gegen Energie Cottbus veränderte BVB-Trainer Jan Zimmermann seine Mannschaft auf vier Positionen: Neben Hettwer (für Julien Duranville) begannen Danylo Krevsun, Ayman Azhil und Torhüter Silas Ostrzinski anstelle von Niklas Jessen, Tony Reitz und Marcel Lotka.
Spielverlauf: Die Schwarzgelben starteten zwar engagiert und druckvoll. Der U23 gelang es jedoch kaum, Gefahr im Strafraum der Gäste zu erzeugen. In der gegnerischen Hälfte verlor der BVB häufig zu leichtfertig den Ball. Auch bei Aue lief in der Anfangsphase offensiv nicht viel zusammen. In der ersten Viertelstunde war es nur ein abgefälschter Abschluss von Anthony Barylla, der für ein wenig Gefahr sorgte (11.). BVB-Torhüter Silas Ostrzinski ging auf Nummer sicher und lenkte die Kugel über die Latte. Sechs Minuten später konterten die Hausherren im eigenen Stadion. Nach einem Ballverlust von Michael Eberwein ging es plötzlich ganz schnell: Omar Sijaric bediente Ali Loune, der aus halbrechter Position abzog. Ostrzinski konnte den Ball nur an den Pfosten ablenken. Von dort sprang er direkt vor die Torlinie, wo Borys Tashchy zur Stelle war und abstaubte.
Der Rückstand sorgte für einen Bruch im Spiel der Dortmunder. Die ansonsten stabile Defensive begann plötzlich zu wackeln. Innerhalb weniger Minuten kamen die Veilchen dem zweiten Tor sehr nah. Zweimal parierte Ostrzinski (19./22), einmal scheiterte Tashchy mit einem Kopfball am Pfosten (27).
Aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich. Diesmal waren es die Dortmunder, die nach einem Ballgewinn schnell umschalteten. Kjell Wätjen, Julian Hettwer und Paul-Philipp Besong hebelten im Zusammenspiel die Defensive des FC Erzgebirge aus. Krönender Abschluss der feinen Ballstafette war das 1:1 durch Besong, der Aue-Torhüter Martin Männel aus 14 Metern halbrechter Position überwand.
Der Ausgleich verlieh dem BVB wieder mehr Sicherheit. Die Zimmermann-Elf hatte in der Schlussphase des ersten Durchgangs mehr Ballbesitz, tat sich aber schwer, Abschlussmöglichkeiten zu erarbeiten.
Dortmund ließ sich davon aber nicht entmutigen. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs probierte es Wätjen aus der Distanz. Der Warnschuss war jedoch kein Problem für Männel (46.). Das zweite Gegentor folgte anschließend: Aus rund 16 Metern schoss Mika Clausen die Kugel mit dem rechten Fuß ins linke Toreck – 2:1 für Aue (54.).
Vor 10.495 Zuschauern im Erzgebirgsstadion steckte der BVB keineswegs auf und warf trotz der Rückschläge alles rein. Hettwer verpasste den erneuten Ausgleich haarscharf. Nach schönem Zuspiel von Eberwein tauchte der Stürmer frei vor Männel auf, doch der Heber des Top-Scorers des BVB ging knapp am Tor vorbei (64.).
Zimmermann probierte alles und brachte in Antonio Foti, Babis Drakas und Rodney Elongo-Yombo drei frische Offensivkräfte – doch wirklich gefährlich wurde es nicht mehr, auch weil Aue keine Lücken oder entscheidende Räume offenbarte.
Die U23 verpasste es damit, sich weiter Luft im Abstiegskampf zu schaffen. Nach der knappen 1:2-Niederlage liegen die Schwarzgelben als Tabellen-15. vier Punkte vor den Abstiegsrängen.
Trainer Jan Zimmermann: „Wir waren heute einfach nicht so gut wie in den letzten Spielen. Vor allem in der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht richtig im Spiel. Ärgerlich ist dann natürlich, dass wir ausgerechnet in unserer besten Phase das 1:2 bekommen. Aue hat sehr leidenschaftlich gekämpft und verteidigt. Uns ist dagegen nicht so viel eingefallen. Wir waren nicht so gut im Passspiel, haben viele Fehler gemacht und zu viele Zweikämpfe verloren, um hier etwas Zählbares mitzunehmen. Das ist ärgerlich. Wir hätten heute einen großen Schritt machen können.“
Ausblick: Am kommenden Samstag (26. April) gastiert Hannover 96 II bei der U23. Anstoß im Stadion Rote Erde ist um 14 Uhr.
Tore: 1:0 Tashchy (17.), 1:1 Besong (29.), 2:1 Clausen (54.)
U23: Ostrzinski – Krevsun (46. Jessen), Lührs, Hüning, Kabar (65. Göbel) – Roggow, Azhil (69. Foti), Wätjen (85. Elongo-Yombo) – Eberwein, Hettwer, Besong (74. Drakas)
Phillip Oldenburg
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