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Sturm
Sébastien
Haller

Beim BVB seit

05.07.22

Geburtstag

22.01.94 (30)

Nationalität

Frankreich / Elfenbeinküste

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Portait

Sebastien Haller

Seit Juli 2022 steht der 30 Jahre alte Angreifer bei Borussia Dortmund unter Vertrag und kam bis Juni 2024 (Stichtag für alle Angaben) wettbewerbsübergreifend in 41 Partien (12 Tore / 6 Vorlagen) für den BVB zum Einsatz.

Sein Schicksal berührte Fußball-Deutschland. Sein disziplinierter Kampf gegen den Krebs beeindruckte alle. Nach einem halben Jahr Zwangspause mit zwei Operationen und vier Chemotherapien war der Patient Haller ab Januar 2023 wieder der Profifußballer Haller. „Seine persönliche Geschichte ist das Märchen der abgelaufenen Saison, vielleicht das Märchen des europäischen Vereinsfußballs“, sagte Hans-Joachim Watzke in einem Interview mit dem Mitgliedermagazin „Borussia“ (Ausgabe Juni 2023). „Ich weiß noch genau, wie ihn und uns alle während des Sommertrainingslagers in Bad Ragaz die Nachricht ereilt hat, dass er an Krebs erkrankt ist. Er wurde zweimal operiert, musste vier Chemotherapien durchleiden und war während dieser Zeit so stark, dass er sogar noch andere Menschen aufgebaut hat. Nach gerade mal einem halben Jahr steht er wieder auf dem Platz und greift an. Was für eine Kraft hat dieser Mann?! Das ist wirklich beeindruckend.“

„Du kannst Krebs bekommen, aber du kannst ihn auch besiegen. Das habe ich im vergangenen halben Jahr gelernt“, erläuterte Sébastian Haller in einem Interview mit dem Mitgliedermagazin „Borussia“ (Ausgabe März 2023) und betonte, dass er „nie daran gezweifelt hatte, dass ich wieder auf den Platz zurückkehren würde. Sehr gut erinnere ich mich noch an das Meeting mit unserem Arzt, als er mir sagte: Okay, Sébastien, du kannst wieder ins Training einsteigen. Das war so um den 20. Dezember herum. Da wusste ich, dass der Tumor raus war und nichts mehr von der Krankheit übrig war in meinen Körper.“

Der Stürmer war in der Saison 2022/23 nach der Winterpause in allen 19 Ligaspielen dabei (15-mal als Starter). Mit ihm holte der BVB im Schnitt 2,4 Punkte pro Spiel, ohne ihn waren es zuvor nur 1,7. „Als er zurückkam, standen wir nicht einmal mehr auf einem Champions-League-Platz, unsere etatmäßigen offensiven Außen hatten während der ersten 15 Spieltage – wenn ich das richtig in Erinnerung habe – kein Tor erzielt. Mit Sébastien haben wir uns dann, wohlgemerkt im Verbund, zur torgefährlichsten Offensive entwickelt“, erinnerte sich Watzke. Haller selbst traf neunmal, das war BVB-Top-Wert über die gesamte Saison gemeinsam mit Julian Brandt und Donyell Malen; diese neun Rückrundentreffer wurden von keinem anderen Bundesliga-Profi übertroffen. Der Franzose war schon in seiner Zeit bei Frankfurt als Stürmer bekannt, der keinem Zweikampf aus dem Weg geht und sich gut durchsetzen kann, genauso war es nun auch beim BVB. Er gewann ganz starke 53 Prozent der Duelle und war bei hohen Bällen der bevorzugte Offensivspieler bei Borussia.

Dass es für ihn persönlich dann in der Spielzeit 2023/24 nicht so erfolgreich lief, ist in mehrfacher Hinsicht erklärbar. Haller stand zwar an den ersten vier Spieltagen in der Anfangsformation, wurde dann aber von Niclas Füllkrug verdrängt und hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Er begann anschließend nur noch einmal, am 29. Spieltag in Mönchengladbach, musste dort nach einem Foul in der achten Minute ausgewechselt werden. Seine einzigen Tore erzielte der Mittelstürmer 2023/24 im Pokal (zwei im Erstrundenspiel gegen Schott Mainz) sowie in der UEFA Champions League zum 1:2 bei Atletico Madrid (ohne diesen Treffer wäre die Reise vermutlich nicht weitergegangen). Und er traf für sein Heimatland Elfenbeinküste beim Afrika-Cup: Haller schoss das einzige Tor im Halbfinale (1:0 gegen DR Kongo) sowie das 2:1 im siegreichen Finale gegen Nigeria.

Geboren wurde er am 22. Juni 1994 in Ris-Orangis vor den Toren von Paris. Sein Vater ist Franzose, seine Mutter stammt von der Elfenbeinküste. Daher besitzt er beide Staatsbürgerschaften. International läuft er für das Land seiner Mutter auf und bestritt bisher 22 A-Länderspiele. In der Jugend hatte er noch für Frankreich gespielt. Als Kind machte er Judo, ist auch deshalb extrem beweglich.

Im Juni 2011 unterzeichnete der damals 17-Jährige bei der AJ Auxerre seinen ersten Profivertrag und absolvierte im Juli 2012 sein erstes Zweitligaspiel. Im Januar 2015 wechselte er zum FC Utrecht. Die zweieinhalb Jahre in der niederländischen Eredivisie mit 51 Toren in 98 Partien bezeichnete er als Wendepunkt seiner Karriere, die anschließend richtig Fahrt aufnahm. Zur Saison 2017/18 wechselte Haller zu Eintracht Frankfurt, gewann in seiner ersten Saison mit den Hessen den DFB-Pokal (3:1 gegen Bayern München). Im Jahr darauf war der 1,90 Meter große Athlet an 24 der 60 Frankfurter Bundesliga-Tore direkt beteiligt. 15-mal traf er selbst, neunmal legte er direkt auf. Zur Saison 2019/20 schloss sich der Ivorer West Ham United in der englischen Premier League an. In seinen ersten drei Ligaspielen gelangen ihm drei Tore; nach anderthalb Jahren auf der Insel waren es 14 Treffer in 54 Partien. Im Januar 2021 ging Haller zurück in die Niederlande zu seinem früheren Trainer Erik ten Hag, der ihn in Utrecht zum Top-Stürmer geformt hatte. Im Trikot des AFC Ajax gewann er 2021 und 2022 (als Torschützenkönig) die Meisterschaft, 2021 zudem den Pokal. Elf Champions-League-Tore in der Saison 2021/22 bedeuteten Platz drei im Jahresranking der besten Torjäger, in der Gruppenphase traf Haller dabei in jedem Spiel – etwas, das zuvor nur Superstar Cristiano Ronaldo jemals gelungen war.

Haller ist verheiratet, hat zwei Kinder (Tochter Chiara und Sohn Eden) und gilt als bodenständig und bescheiden.

Autogrammkarte_Heim_3006_mit_Unterschrift_DE.indd
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