Aus den Lautsprechern ertönten die „Toten Hosen“, der Einlass hatte begonnen und rund 60 Gäste fanden sich im BORUSSEUM ein, um bei der Lesung der Graphic Novel „Drei Steine“ von und mit Nils Oskamp dabei zu sein.

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Pünktlich um 19:09 Uhr betrat Moderator Robert Claus die Bühne und stellte den Autor vor. Nils Oskamp, der in den 1980er Jahren in Dortmund Dorstfeld aufgewachsen ist, hat sich dort gegen die aufkommende Neo-Nazi-Szene in seiner Schule aufgelehnt – und das schon mit 13 Jahren. Die Spirale der Gewalt eskalierte und ein stadtbekannter Nazi-Hooligan war am letzten Übergriff auf ihn beteiligt, der ihn damals ins Krankenaus brachte. Trotzdem trug er seine Geschichte zum Teil unterhaltsam vor, brachte aber auch die Ernsthaftigkeit rüber, die das Thema mit sich bringt. Oskamp, der mit „Drei Steine“ besonders in Schulen unterwegs ist und durch die moderne Art, das Thema „Rechtsextremismus“ anzugehen, besonders gut und eindrucksvoll Zugang zu den Schülerinnen und Schülern gewinnt, konnte im BORUSSEUM aber auch das Erwachsene Publikum begeistern.

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Nach dem ersten Teil der Lesung ging es über in ein Podiumsgespräch zur heutigen Situation in Dortmund und beim BVB in Bezug auf die rechte Szene. Gesprächspartner waren Torsten Schild (Abteilungsleiter BVB-Fanabteilung), Björn Hegemann (BVB-Fanbeauftragter) und Felix Huesmann (freier Journalist, der regelmäßig über Rechtsextremismus in Dortmund berichtet). Es wurde dabei über Aktionen der Fan- und Förderabteilung gegen Rechts berichtet und Torsten Schild sowie Björn Hegemann erzählten, welche Projekte derzeit angestoßen werden und welche Aktionen und Veranstaltungen es schon seit einigen Jahren zu dem Thema seitens des BVB gibt. 

Danach begann der zweite Teil der Lesung, den Nils Oskamp ebenso authentisch vortrug. Er endete mit dem Teil, in dem er die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel besuchte und dort einen Stein zum Gedenken niederlegte. Nach einem kurzen Innehalten bekam er reichlich Applaus, dann nahm er zusammen mit den anderen Podiumsgästen Platz auf der Bühne und beteiligte sich an der Gesprächsrunde, die mit Fragen aus dem Publikum erweitert wurde.