Mit 28:29 (14:15) unterlagen die Handballerinnen von Borussia Dortmund im Spitzenspiel bei der HSG Bensheim/Auerbach und sind damit auf Platz vier hinter dem punktgleichen Thüringer HC zurückgefallen. 

Ausgangslage: Nach dem Punktverlust beim 28:28 bei Union Halle-Neustadt stand der BVB unter Erfolgsdruck im Kampf um Platz zwei der Handball Bundesliga Frauen. Das Hinspiel in Dortmund hatten die Borussinnen mit 31:28 gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um Europa für sich entschieden. „In Bensheim war es schon immer sehr schwer zu gewinnen, aktuell aber besonders. Für mich ist es das entscheidende Spiel um Platz zwei“, hatte Borussia Sportlicher Leiter Andreas Kuno vor dem Anpfiff erklärt.

Personalien: Trainer Henk Groener konnte wie in der Vorwoche wieder auf ein fast komplettes Aufgebot zurückgreifen, da sich Emma Olsson Mitte der Woche wieder gesund zurückgemeldet hatte. Weiterhin fehlte Lena Degenhardt (Kreuzbandriss).

Spielverlauf: Die Partie mit Endspielcharakter im Kampf um Platz zwei der Handball Bundesliga Frauen begann mit 60-minütiger Verspätung, weil der Mannschaftsbus des BVB auf dem Weg nach Bensheim in einer Autobahn-Vollsperrung stand. Nach dem verspäteten Anpfiff und drei gespielten Minuten lagen die Borussinnen mit 0:3 nach zwei Treffern von Kim Naidzinavicius und einem von Amelie Berger im Hintertreffen. Der BVB tat sich schwer gegen die offene Deckung der Gastgeberinnen. Nach vier Minuten erhöhte Kim Naidzinavicius mit ihrem zweiten Siebenmeter sogar auf 4:0, ehe Lisa Antl (7:16 Min) das erste Tor für den BVB vom Kreis verwandelte.

Sekunden später hatte Henk Groener Redebedarf bei einer ersten Auszeit. „Bleibt ruhig, wir haben genug Zeit. Konzentriert euch auf euch und nicht auf die Schiedsrichter“, gab der Trainer seinen Schützlingen mit auf den Weg. Er sollte recht behalten. Nach zehn Minuten verkürzte Lisa Antl mit ihrem dritten Treffer auf 4:6. Der BVB war wieder dran.

Schade, dass Zoe Sprengers mit ihrem Siebenmeter nach 13 Minuten an Bensheims Torfrau Vanessa Fehr scheiterte. Nach 20 Minuten führte Bensheim mit 12:8. Auffällig: Von den zwölf Treffern resultierten allein fünf aus Siebenmetern. 

Doch der BVB ließ sich nicht abschütteln. Mit den eingewechselten Dana Bleckmann und Haruno Sasaki wurde der BVB-Rückraum endlich gefährlich, die Abwehr griff nun beherzt zu. Und am Kreis war Lisa Antl mit sechs Treffern im ersten Durchgang kaum zu stoppen. 

Mit dem zweiten Treffer von Dana Bleckmann war der BVB auf zwei Tore ran (10:12), Lisa Antl schaffte nach knapp 23 Minuten das 11:12. Carmen Campos Costa glich per Siebenmeter (zuvor hatten sowohl Sprengers als auch Hausherr verworfen) zum 12:12 aus (26.). Mit 14:15 ging es in die Kabinen.

Besser aus der Pause kam der BVB, der aggressiv in der Abwehr verteidigte und durch Alicia Stolle zunächst zum 15:15 ausglich und danach auf 16:15 (33.) erhöhte. Zum ersten Mal lag der BVB in Führung.

Was aber nichts hieß. Die Partie blieb ausgeglichen. Nach 40 Minuten schaffte Kim Naidzinavicius die 20:19-Führung für Bensheim. Henk Groener reagierte mit einer Auszeit auf die vielen einfachen Fehler.

Die Schlussphase hatte es dann in sich. Nach 50 Minuten hieß es 25:25. Fünf Minuten vor dem Abpfiff lag der BVB mit zwei Toren zurück (27:29). Sollte das schon die Entscheidung sein? Leider ja. Zwar schaffte Maraike Kusian 90 Sekunden vor Schluss noch den Anschlusstreffer zum 28:29, doch als Harma van Kreij kurz darauf an Torhüterin Helen van Beurden scheiterte, stand die Niederlage fest. 

Stimmen: 
Henk Groener: „Es war das erwartet knappe Spiel über 60 Minuten. Leider haben wir den Anfang nach der schwierigen Anreise etwas verschlafen. Den Rückstand haben wir aber super egalisiert, haben dann sogar vorgelegt. Leider waren wir nicht in der Lage, den Vorsprung in der Endphase zu halten.“

Harma van Kreij: „Wir waren am Anfang nicht aggressiv genug in Abwehr. Am Ende haben wir dann zu viele freie Bälle verworfen, die Bensheim genutzt hat.“

Ausblick: Am kommenden Mittwoch muss der BVB die Nachholpartie bei Meister SG BBM Bietigheim bestreiten. Anwurf ist um 19 Uhr. Am Samstag, 25. Mai, empfängt die Mannschaft von Trainer Henk Groener dann im letzten Saisonspiel den Buxtehuder SV. Anwurf ist um 19 Uhr. 

Handball-Damen: Lieder, Wachter; Hausherr, Sprengers, Kusian (2), Antl (7), van Kreij (2), Stolle (4), Ossenkopp, Sasaki (5), Olsson (1), Rønning, Bleckmann (2), Campos Costa (5/3)