Ein „Endspiel“ zu bekommen am letzten Spieltag zuhause gegen Paris Saint-Germain, das war der heimliche Traum vermutlich aller Borussen nach der Auslosung am 31. August. Als „Todesgruppe“ war die Staffel mit Paris Saint-Germain, AC Mailand, Newcastle United und Borussia Dortmund bezeichnet worden. Schon jetzt ist sicher: Einer der Topfavoriten auf den Titel oder der Halbfinalist des Vorjahres sind nicht dabei, wenn am 18. Dezember die Paarungen des Achtelfinals ausgelost werden.

Borussia Dortmund wird sicher dabei sein, zum achten Mal in den zurückliegenden elf Spielzeiten. Offen ist nur noch, ob der BVB in den Topf der Gruppensieger kommt oder in den der Zweitplatzierten. „Das kann bei der Auslosung schon wichtig sein“, sagt Sportdirektor Sebastian Kehl.

Bis 22:57 Uhr am Mittwochabend war Borussia Dortmund nicht nur Tabellenerster, sondern mit vier Punkten Vorsprung auf Paris Saint-Germain auch gefühlt Gruppensieger. Doch dann glich Kyilian Mbappe per Elfmeter zum 1:1 gegen Newcastle United aus und brachte den Topfavoriten doch noch in die Position, am 13. Dezember im SIGNAL IDUNA PARK um Platz eins zu spielen. „Wenn wir gewinnen, werden wir Erster, aber auch wenn wir verlieren, können wir in die nächste Phase kommen“, sagt PSG-Trainer Luis Enrique. Er weiß aber auch: „Es ist so kompliziert.“

Während es in 14 Tagen für Borussia vor ausverkauftem Haus „nur“ um Platz eins oder zwei geht, geht es für Paris um Alles oder Nichts. Bei einem Unentschieden wäre der BVB Gruppensieger, und PSG würde auf Platz drei und damit in die UEFA Europa League abrutschen, wenn Newcastle gegen Mailand gewinnt. Verliert PSG in Dortmund, könnte auch Milan noch vorrücken auf Platz zwei.

„Jetzt freuen wir uns auf Paris. Zuhause haben wir immer eine besondere Kulisse, bei der sich jeder Gegner schwertut“, meinte Niclas Füllkrug, der an zwei der drei BVB-Treffer in Mailand entscheidend beteiligt war. Und Mats Hummels erklärte: „In zwei Wochen müssen wir noch einmal liefern.“ In Mailand hatten er und seine Kollegen abgeliefert; Hummels war mit einer Quote von 93 Prozent gewonnener Zweikämpfe sowie 09 „klärenden Aktionen“ der überragenden Mann auf dem Rasen.

Die Vorfreude des Weltmeisters auf das Spiel um Platz eins gegen Paris Saint-Germain ist groß: „Wenn es nur noch um Platz eins geht, wird es eine großartige Sache in einer großartigen Atmosphäre.“
Boris Rupert