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Stadion

Tempo hinterm Tresen und das Reinheitsgebot am Bierstand

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Die Infrastruktur im 1974 gebauten und zwischen 1995 und 2003 in mehreren Ausbaustufen erweiterten Signal Iduna Park gestattet keine optimalen Bedingungen für den Verkauf von Speisen und Getränken. Dennoch übernimmt Borussia Dortmund weiterhin große Anstrengungen, die Situation für die Stadionbesucher zu verbessern.

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In einem schmalen zeitlichen Korridor, in der letzten halben Stunde vor dem Anpfiff und insbesondere in der 15-minütigen Halbzeitpause, haben 80.000 Besucher ein Anliegen: an den Kiosken so schnell wie möglich bedient zu werden. Die einfachste Antwort auf diese „Peaks“ wäre: die Zahl der Verkaufsstände zu erhöhen, mehr Fläche zu schaffen. „Das aber geht nicht“, erklärt Arne Brügmann, Geschäftsführer der BVB Event & Catering GmbH: „Wir befinden uns zwar in einem sehr konstruktiven Dialog mit den Behörden und mit der Feuerwehr, aber gewisse Regeln und Auflagen lassen sich nicht verschieben.“

Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Merlin Zepter hat Brügmann einige Projekte und Ideen angestoßen, um die Abläufe zu optimieren, die Kunden besser zu verteilen und gleichzeitig die Qualität der angebotenen Produkte zu erhöhen. „Uns geht es nicht um eine Maximierung der Erlöse“, betont Brügmann, was vor dem Hintergrund, dass Borussia Dortmund die günstigsten Bier- und Bratwurstpreise der Bundesliga hat und einer Erhebung des Magazins SPONSORs zufolge im Ranking der 36 Erst- und Zweitligisten hier Platz 33 belegt, auch ein Widerspruch in sich wäre. „Wir wollen, dass die Leute zufrieden sind und verzichten bewusst auf den einen oder anderen Euro.“

Stattdessen wird investiert. Drei Hochleistungszapfgeräte vom Typ „Beerjet“ in den Umlaufebenen (drei weitere werden zeitnah in Betrieb genommen) sollen das Tempo hinter dem Tresen, eine grundsätzliche Modernisierung der Zapf-Infrastruktur (Kühlcontainer, Fassboxen, Kühltheken) zudem die Verfügbarkeit erhöhen. Neue Lager verkürzen die Wege.

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Und: Die Verkaufsstände werden entflochten. „Die Leute sollen sich zielgerichtet anstellen“, erläutert Merlin Zepter. Kaffee gibt es beispielsweise bei BVB-Partner Niehaves, einer traditionsreichen Konditorei aus Menden (Sauerland). „Niehaves hat eigens eine teure Siebträgermaschine aufgestellt, um qualitativ hochwertigen Kaffee anbieten zu können“, so Zepter. Nebenan verkauft Düzgün, ein weiterer BVB-Partner, seine „Premium-Döner“, und die „Rügenwalder Mühle“ bietet Veggieartikel an. „Das Konsumverhalten hat sich, auch durch die steigende Zahl weiblicher Fans, verändert“, berichtet Arne Brügmann: „Auch dem tragen wir Rechnung.“ Beispielsweise durch den Verkauf von Weinschorlen.

An sechs Bierbuden gilt das „Reinheitsgebot“: hier gibt es ausschließlich Brinkhoff‘s No.1 – und das übrigens auch bei Champions-League-Heimspielen. Die UEFA hat das Ausschank-Verbot von alkoholhaltigem Bier aufgehoben. Auf Bewährung. Bislang gab es keine Beanstandungen. Ein weiterer Clou ist das Weg-Bier. „Bislang wurde doch auf der Tribüne geknobelt, wer in der Halbzeitpause Bier holen gehen musste. Jetzt machen es viele freiwillig“, erzählt Brügmann mit einem Augenzwinkern. Denn: Der Bier-Träger erhält bei einer Bestellung von sechs Brinkhoff‘s á 0,5l einen 0,3-Liter-Becher gratis auf die Hand. Für den Weg.

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Saisonal wechselnde Angebote und Aktionen (Martins-Brezel, ANHEIZER, Weinschorle, Grünkohl, Erbsensuppe, frisch gekochte vegane Asia-Nudeln) runden das Programm ab. Parallel wird an der Einführung eines Hybridbecher-Systems (Süd & Gästebereiche: Einwegbecher aus 100% rezyklatPET; restliche Bereiche: Mehrweg) zur Saison 2019/20 gearbeitet. Derzeit läuft ein Pilotprojekt im REWE-Familienblock.

Und: Borussia Dortmund vereinfacht die Bezahlung! Die heute schon sechs Multizahlungs-Kioske auf allen vier Tribünen akzeptieren neben dem „Stadiondeckel“ alle gängigen kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten (Girocard, Apple-Pay etc.). Zusätzlich ist im Gästebereich die Zahlung mit Bargeld möglich. Inhaber des Stadiondeckels können ihr Guthaben über die BVB-App ganz einfach per Kreditkarte oder PayPal aufladen. Durch die in der vergangenen Saison eingeführte automatische Wiederaufladung muss nur einmal der Wunschbetrag eingegeben werden. Bei Unterschreiten eines gesetzten Betrags auf dem Stadiondeckel lädt sich dieser beim Kontakt mit einer Kioskkasse ohne weiteres Zutun automatisch wieder auf.
Boris Rupert