Am Samstag (14 Uhr) tritt die U23 von Borussia Dortmund beim SSV Ulm an. Da das Stadion der Ulmer nicht über eine Rasenheizung verfügt, muss der SSV seine Heimspiele bis Ende Februar im mehr als eine Stunde entfernten Aalen austragen.

Der vergangene Sonntag war ein ganz besonderer Tag für Dennis Lütke-Frie. Der heute 20-Jährige feierte nach eineinhalbjähriger Leidenszeit sein verspätetes Debüt im Senioren-Fußball. Rückblende: Der 29. Mai 2022 war der bisher wohl schönste Tag im Leben von Dennis Lütke-Frie. Der Mittelfeldspieler hatte die U19 des BVB als Kapitän ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft geführt, das die Schwarzgelben mit 2:1 bei Hertha BSC gewannen. Danach rückte er in die U23 auf und wollte dort durchstarten. Doch es sollte anders kommen: Ein Riss des Außenbandes und gleich zwei Mittelfußbrüche nacheinander kosteten das BVB-Talent die komplette Saison 2022/23 und den Großteil der aktuellen Hinrunde.

Am vergangenen Sonntag konnte Lütke-Frie endlich sein Debüt geben: In der 90. Minute wechselte Trainer Jan Zimmermann seinen Mittelfeldspieler im Heimspiel gegen 1860 München ein und verhalf ihm so zu seinen ersten Minuten im Senioren-Fußball. „Endlich sind eineinhalb Jahre Leidenszeit vorbei“, war Lütke-Frie in diesem Moment erleichtert. „Ich bin froh, jetzt wieder auf dem Platz zu stehen und das auch noch problemfrei.“

Der 20-Jährige, der seit 2011 für den BVB spielt, blickt endlich positiv in die Zukunft: „Ich merke im Training von Woche zu Woche Fortschritte. Ich möchte jetzt erst einmal fit bleiben und dann natürlich kontinuierlich besser werden.“

Mit Silas Ostrzinksi und Samuel Bamba stand Lütke-Frie am vergangenen Sonntag gemeinsam auf dem Feld – zwei Spieler, mit denen er 2022 Deutscher U19-Meister wurde. In Lion Semic saß ein dritter damaliger Mitspieler auf der Bank. Für Ostrzinski wiederum war das Duell gegen 1860 die Saison-Premiere. Der 20-Jährige, auch schon seit 2018 für Schwarzgelb im Kasten, behielt im Schneetreiben in der Roten Erde die Nerven und überzeugte mit starken Paraden gegen die Löwen. Ostrzinski wird auch am Samstag in Aalen das Dortmunder Tor hüten. „Das wird kein einfaches Spiel auswärts. Wichtig ist es, dort die Leistung vom vergangenen Sonntag zu bestätigen.“ Doch der gebürtige Unnaer will mehr: „Mein persönliches Ziel ist es, in der Winter-Vorbereitung Leistung zu zeigen und damit noch mehr Spielzeit zu verdienen.“ Trainer Jan Zimmermann wird dieser Ehrgeiz gefallen.

Doch zunächst gilt der gesamte Fokus von Ostrzinski und seinen Teamkollegen der Partie am Samstag in Aalen. Der SSV Ulm spielte 1999/2000 eine Saison in der Bundesliga. Nach der Insolvenz 2001 folgte der tiefe Fall. Am Ende der vergangenen Saison kehrte Ulm als Meister der Regionalliga Südwest in den Profi-Fußball zurück. Trainer ist seit Sommer 2021 Thomas Wörle. 

Ein Mann, der sowohl den SSV Ulm als auch den BVB besonders gut kennt, ist Philipp Laux. Der heute 50-Jährige stand zwischen 1994 und 2000 für Ulm zwischen den Pfosten. In der Saison 1993/94 sowie von 2000 bis 2002 trug Laux das BVB-Trikot und wurde 2002 Deutscher Meister. Seit 2020 ist Laux als Sportpsychologe für den BVB tätig.
Daniel Mertens