"Ein Leben für den Fußball!" Dieser Satz kommt dem geneigten Redner oder Schreiber meist dann über die Lippen oder durch die Feder, wenn Fußball-Assen Lorbeer-Kränze gebunden werden. In unserem Fall trifft der Satz partout zu, obwohl der Mann keine Minute in der Bundesliga oder Nationalelf aktiv gespielt hat. Hinter den Kulissen aber wirkte er als "guter Geist" des Deutschen Fußballs und seiner speziellen Liebe, der Dortmunder Borussia. Die Rede ist von Walter Maahs, der heute seinen 75. Geburtstag feiert.

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Walter Maahs im Kreise seiner Mitarbeiter...

"75" - das gibt´s doch gar nicht! Die Vitalität des im pommerschen Tempelburg geborenen Jubilars lässt auf einen Mittfünfziger schließen. Vom Aussehen bleibt festzuhalten: Die letzten drei Jahrzehnte, in denen er alle nur möglichen Turbulenzen der Schwarzgelben erlebte, scheinen an ihm spurlos vorübergegangen zu sein.
Die extreme Belastbarkeit und das hohe Vertrauen zeichnen einen Mann aus, der seinen Weg machte: Flucht mit den Eltern nach Schleswig-Holstein, später nach Süddeutschland, dort auch Fußball gespielt - vom erlernten Beruf Maschinenbauer Umschulung in eine Verwaltungslehre, Beginn der Trainer-Laufbahn und Erwerb diverser Lizenzen. Von 1969 bis 1971 agiert Walter Maahs als Sportlehrer des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes in Malente, danach Trainer beim VfB Lübeck und TuS Bremerhaven 93.
1974 holt Borussias ehemaliger Trainer Otto Knefler den jungen Maahs nach Dortmund. Als Trainer der Amateure und Koordinator im Nachwuchsbereich verschafft er sich schnell einen Überblick über die Talentschmiede des BVB. Sein Talent im Bereich der Organisation spielt er selbst so gut aus, dass er 1975 als Hauptgeschäftsführer des westfälischen Traditionsvereins die Fäden fest in Händen hält. Sport, Finanzen, Personal: Alles geht über den überdimensionalen Schreibtisch in den Katakomben des einstigen Westfalenstadions.

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Der berühmte Plan mit den abgesteckten Dauerkartenplätzen

Das Prunkstück der Geschäftsstelle im Souterrain des WM-Stadions von 1974 und 2006 war die Riesentafel im Eingangsbereich, auf der alle Plätze markiert waren. Und mit jeder verkauften Dauerkarte versah Walter Maahs höchstpersönlich mit einer bunten Stecknadel den entsprechenden Platz. Elektronik kam erst später - dann allerdings auch von Maahs als erster Klub in unserem Land installiert.
Den Neubau der Geschäftsstelle gestaltete er genauso akribisch mit wie andere strukturelle Maßnahmen. Am 14. Juni 1995 schied er auf eigenen Wunsch offiziell aus. "Seit diesem Tage hat er keinen Tag mehr gefehlt", scherzen die einen. Die anderen sagen: "Gut, dass er seine angeschlossenen Beraterverträge beim BVB, DFB und der DFL so glänzend erfüllt hat." Als Schriftführer und Kassenwart ist er der "gute Geist" des Ältestenrats von Borussia Dortmund, zudem unterstützt er die Handballerinnen.
Der über ein Jahrzehnt als Projektleiter des DFB-Hallenmasters und des DFL-Ligapokals tätige Jubilar war zudem von 2001 bis 2006 einer von zwei Geschäftsführern für den DFB und die FIFA im Hinblick auf den WM-Spielort Dortmund. Das Ehrenmitglied des BVB, das sich als Mitglied des Ältes­tenrates dieses Klubs großer Beliebtheit erfreut, hält sich durch mehrmalige 3.000-Meter-Läufe in der Woche fit.
Wir wünschen Dir, lieber Walter, noch viele Läufe und Etappenziele, die hoffentlich immer am Zielort Dortmund münden. Herzlichen Glückwunsch!
Fritz Lünschermann