Jeweils drei Punkte gutgemacht auf Leipzig und Stuttgart, den Rückstand auf Rang vier auf drei Zähler, auf Platz drei auf vier Punkte verkürzt: Borussia Dortmund hat zum Jahresauftakt einen ersten Schritt in Richtung Champions League gemacht, kann und will nachlegen am kommenden Wochenende im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln.

„Es ist wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben“, sagte Cheftrainer Edin Terzic nach dem glanzlosen, gleichwohl hochverdienten 3:0-Erfolg beim SV Darmstadt 98: „Der Sieg war sehr wichtig. Er hat der Mannschaft sehr gutgetan.“

„Du brauchst immer mal diese gewisse individuelle Qualität, und die hatten wir heute“, stellte Sportdirektor Sebastian Kehl heraus. Und diese individuelle Qualität machte in bemerkenswerter Art und Weise den Unterschied. Zunächst war es das Duo Jamie Bynoe-Gittens und Julian Brandt, das mit einer stark herausgespielten Umschaltaktion für das 1:0 sorgte. Nach 55 Minuten tauschte Terzic dieses Pärchen gegen das Duo Marco Reus und Jadon Sancho.

976 Tage nach dem Pokalfinale 2021 waren die damals überragenden Reus (an allen vier Toren gegen Leipzig beteiligt) und Sancho (zwei Treffer, eine Vorlage) wieder vereint und sorgten mit einer Co-Produktion „wie früher“ für die Vorentscheidung zum 2:0. „Man konnte sehen, dass er sich wahnsinnig darauf gefreut hat, endlich wieder auf dem Platz zu stehen und er quasi jede Aktion genossen hat“, sagte Kehl über Sancho und fügte hinzu: „Auch das Zusammenspiel mit Marco ist natürlich ein Traum. die beiden kennen sich schon lange.“

Bild

Zudem entpuppte sich auch der zweite Neuzugang, Ian Maatsen, direkt als Verstärkung. „Er ist technisch extrem versiert, kann in engen Räumen sofort Tempo aufnehmen“, so Terzic. „Wir freuen uns, dass Jadon und Ian sehr gute Eindrücke hinterlassen haben. Es hat vieles funktioniert, es war ein verdienter Sieg. Wir haben wenig Chancen des Gegners zugelassen.“

In den kommenden Wochen wird sich an der Ausgangslage wenig ändern. Köln, Bochum und Heidenheim dürften ebenfalls sehr aggressiv und mannorientiert zu Werke gehen, mit dem Ziel, ein Dortmunder Kombinationsspiel möglichst nicht aufkommen zu lassen. In Darmstadt hat die Mannschaft diese Aufgabenstellung gemeistert und verdient gewonnen. „So ein Erfolgserlebnis ist extrem wichtig“, sagte Julian Brandt über den ersten Sieg seit Ende November. „Das war ein guter Anfang.“ Mit Blick auf Köln, Bochum und Heidenheim formulierte er folgende Erkenntnis: „Wir müssen souveräner mit unserem Ballbesitz umgehen und torgefährlicher nach vorne werden.“
Boris Rupert