Eine bittere 25:26 (12:12)-Auswärtsniederlage mussten die Handballerinnen von Borussia Dortmund am Freitagabend hinnehmen. Das Team von Henk Groener verlor das Derby gegen den Tabellennachbarn HSG Blomberg-Lippe nach einer Achterbahnfahrt. Torhüterin Sarah Wachter zeigte bei ihrer Rückkehr eine starke erste Hälfte.

Ausgangslage: Der Fünfte empfing den Vierten im Kampf um den Europacup. Im Derby gegen Blomberg-Lippe steckt für die Borussia immer viel drin, in diesem Jahr aber noch einen Tick mehr. Das Hinspiel hatten die Dortmunderinnen in der Sporthalle Wellinghofen deutlich mit 31:25 gewonnen und auch das zweite Duell der vor dem Spiel punktgleichen Teams wollte Schwarzgelb für sich entscheiden. 

Personalien: Sarah Wachter wurde nach ihrer Erkrankung rechtzeitig fit und kehrte zurück auf die Platte. Dana Bleckmann und Lena Degenhardt fehlten dem Team mit ihren Kreuzbandrissen weiterhin.

Spielverlauf: Zwei Minuten brauchte es im Topspiel der Handball Bundesliga Frauen, ehe die Borussia durch Haruno Sasaki das erste Tor erzielte. In einer wilden Anfangsphase leisteten sich beide Teams nicht nur technische Fehler, sondern auch die Torhüterinnen Sarah Wachter und Melanie Veith zeichneten sich mehrfach aus. Nach neun Minuten fand Carmen Campos Costa die Lücke in der Blomberger Deckung und stellte auf 4:4. 

Die Abwehr der Schwarzgelben konzentrierte sich insbesondere auf das Zusammenspiel des Rückraums mit Laura Rüffieux am Kreis, woraus immer wieder Ballgewinne entstanden. Henk Groener zog nach elf Minuten die Bremse in einer hektischen Partie und legte in der Auszeit den Fokus auf den Angriff seines Teams. Der Trainer forderte im Positionsangriff mehr Bewegung. Defensiv gab es hingegen wenig auszusetzen.

Lisa Antl und Meret Ossenkopp bestraften zwei Ballverluste der Gastgeberinnen und brachten ihre Farben elf Minuten vor der Pause per Tempogegenstoß wieder in Front. Statt einer Führung sah sich der BVB fünf Minuten später einem 9:10-Rückstand gegenüber. Kurz vor der Halbzeit musste Blombergs Nieke Kühne nach einem Stoß gegen Zoë Sprengers früh zum zweiten Mal per Zeitstrafe raus, die Borussin konnte in der Aktion den Pausenstand zum 12:12 erzielen. Im ersten Abschnitt überzeugte besonders Sarah Wachter mit sechs Paraden.

Die Gastgeberinnen erwischten nach dem Seitenwechsel den deutlich besseren Start und nutzten unter anderem eine Überzahl, um sich mit vier Treffern abzusetzen. Das Spiel verlief aber wie in der ersten Halbzeit, sodass nur kurze Zeit später wieder der Ausgleich fiel. Es war weitaus mehr Bewegung im Spiel, Blomberg erwies sich jedoch als die effizientere Mannschaft. Deshalb reagierte Henk Groener und stellte auf eine offensivere Deckungsvariante um.

Beim 17:21-Rückstand (44.) zog der Niederländer seine zweite Auszeit und mahnte die Geduld seines Teams an, nicht einfach den erstbesten Wurf zu nehmen, sondern auf die Chance zu warten. Genau das tat sein Team und glich in der 50. Minute per Siebenmeter von Zoë Sprengers zum 21:21 aus. Eine Prognose bei dieser Achterbahnfahrt? Nahezu unmöglich.

Die siebte Feldspielerin brachte dem Dortmunder Angriff das nächste Comeback, aber es sollte am Ende nicht für den erhofften Sieg reichen. Allem Aufbäumen und einem großen Kampf setzte Blombergs Laetitia Quist mit ihrem Tor 20 Sekunden vor Schluss ein Ende. So rutschte der BVB vorerst auf Platz fünf hinter den Derbygegner, hat aber zwei Spiele weniger absolviert.

Trainer Henk Groener: „Die Abwehr stand sehr gut, wir haben uns im Angriff aber nicht belohnt. Aus der Pause kommen wir dann mit vier in Rückstand, kämpfen uns gut zurück, aber lassen uns dann den Schneid abkaufen. Blomberg aber natürlich auch ein starker Gegner. Ich habe es mit dem Sieben-gegen-Sechs probiert, uns gelingt es leider aber dann nicht, hier etwas mitzunehmen.“

Sarah Wachter: „Wir wussten alle, dass es heute sehr schwierig wird. Am Ende sind uns einfach die Kräfte ausgegangen. Trotzdem war es ein super Kampf bis zum Ende und das Spiel Werbung für den Handball. Es tut weh, dass wir hier nicht wenigstens einen Punkt holen konnten. 26 Gegentore sind okay, aber am Ende war es aus meiner Sicht eine Sache der Kraft.“

Ausblick: Am kommenden Mittwoch steht für die Handball-Damen bereits das nächste Topspiel an. Dann gibt der Tabellenzweite HSG Bensheim/Auerbach seine Visitenkarte in der Sporthalle Wellinghofen ab. Anpfiff ist um 19:30 Uhr.

Handball-Damen: Lieder, Wachter; Hausherr, Sprengers (6/3), Kusian, Antl (2), van Kreij (1), Stolle, Ossenkopp (6), Sasaki (2), Olsson (1), Rønning (2), Campos (3)