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Sven Bender

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Sven Bender Story

KARRIERE

Mit Sven Bender konnte der BVB im Sommer 2009 ein weiteres deutsches Ausnahmetalent verpflichten. Für den Junioren-Nationalspieler, der zuletzt an der U20-WM in Ägypten teilnahm, war in der Westfalenmetropole nicht nur die erste Bundesliga eine neue Erfahrung. Zum ersten Mal in seinem Leben musste Sven ohne seinen zwölf Minuten älteren Zwillingsbruder Lars auskommen, der in Leverkusen spielt. Die beiden sind nicht nur Brüder, sondern auch beste Freunde, die bisher auch abseits des Fußballplatzes fast immer nur im Doppelpack aufgetreten sind.

Bereits mit vier Jahren entdeckten die Bender-Zwillinge ihre Leidenschaft für den Fußball. Sechs Jahre lang kickten sie für ihren Heimatverein TSV Brannenburg (Rosenheim), bevor sie 1999 gemeinsam zur SpVgg Unterhaching wechselten. Sven und sein Bruder waren zu diesem Zeitpunkt gerade zehn Jahre alt. Viel zu jung, um den Weg von Rosenheim nach Unterhaching alleine zurückzulegen. Da traf es sich gut, dass die Spielvereinigung auch Vater Hartmut Bender ein Angebot als Jugendtrainer unterbreitete. So konnte er seine Söhne mit dem Auto nach Unterhaching fahren und gleichzeitig deren fußballerische Entwicklung fördern. Eine lehrreiche, nicht immer einfache Zeit für Sven Bender: "Unser Vater war immer besonders streng und hat uns nicht selten ganz schön getriezt."

In Unterhaching konnten Sven und sein Bruder Lars schnell für Furore sorgen und die Begehrlichkeiten anderer Klubs wecken. Im Jahr 2002 folgte der Wechsel in die Jugendabteilung des TSV 1860 München. Mit den beiden Bender-Brüdern im Mittelfeld wurde die U17 der "Löwen" in der Saison 2005/2006 Deutscher Meister (nach einem 2:0 gegen Borussia Dortmund). Sven und Lars hatten die Verantwortlichen derart beeindruckt, dass sie bereits in der anschließenden Saison in den Profikader des Zweitligisten aufrückten. Nach einigen Einsätzen in der Regionalligamannschaft gab Sven Bender am 18. Dezember 2006, einen Monat nach Lars, im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue sein Profidebüt. In den Folgejahren waren die Bender-Brüder nicht mehr aus der ersten Mannschaft wegzudenken. Sven bestritt insgesamt 65 Spiele (ein Tor). Beide gehörten auch zur U19-Nationalmannschaft, die bei der Europameisterschaft 2008 in Tschechien den Titel errang.

Bei Borussia Dortmund machte Sven nun den nächsten Schritt. "Für mich geht der Traum von vielen kleinen Jungs in Erfüllung, denn ich erhalte die Chance, in der ersten Liga zu spielen. Diese Chance möchte ich nutzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich den richtigen Zeitpunkt gewählt habe", sagte Bender vor einem Jahr. Innerhalb weniger Monate hatte er Fuß gefasst und sich in der Mannschaft etabliert. Dabei haftete ihm lange der Nimbus der "Unbesiegbarkeit" an, die erst am 22. Spieltag in seiner früheren Heimat München endete (1:3). Gemeinsam mit Nuri Sahin, Neven Subotic und Mats Hummels bildete er den jüngsten Defensivblock der Liga.

"Ich bin selbständiger geworden, weil ich alles alleine regeln muss. Das ist für die Persönlichkeitsentwicklung enorm wichtig", sagt er nach einem Jahr beim BVB und dem ersten ohne seinen Zwillingsbruder Lars: "Mein Wechsel war also auch privat von Vorteil. Wenn du im Privatleben an deiner Persönlichkeit arbeitest, machst du das auf dem Platz automatisch auch."

STÄRKEN

Trotz seines jugendlichen Alters verfügt Sven Bender über viel Ruhe am Ball und die Fähigkeit zum schnellen Pass nach vorne. Dabei besticht er mit hoher Sicherheit; lediglich 19 Prozent seiner Zuspiele erreichten in seiner Debüt-Saison in der Fußball-Bundesliga nicht den Mitspieler. Er hat ein enormes Laufvermögen, kann ein Team führen und das Spieltempo variieren. Der 21-Jährige ist flexibel einsetzbar. "Zur Not kann er sogar als Innenverteidiger spielen", verrät Jürgen Klopp. Zu den fußballerischen gesellen sich charakterliche Stärken: "Sie sind aufrichtige und geradlinige Typen, einfach kernige, ehrliche Jungs", schwärmt DFB-Jugendtrainer Bernd Stöber von den beiden Brüdern Sven und Lars.

SAISON-RÜCKBLICK

Bender kam in 19 Spielen zum Einsatz, in denen es für den BVB zwölf Siege, vier Remis und nur drei Niederlagen setzte. Ohne ihn gab es in 15 Spielen nur vier Siege, fünf Unentschieden, aber sechs Niederlagen. Ein Heimspiel verlor Bender noch nie (acht Spiele). Er war aber nur an einem Tor beteiligt (Vorlage in Nürnberg); selbst hat er mit keinem seiner 15 Torschüsse getroffen. Als "Sechser" vor der Abwehr gewann er lediglich 48% seiner Zweikämpfe. Bender lebt mehr von seiner Laufstärke und der Gabe, meist zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

 
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