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Borussias U19 will dritten Meistertitel in Serie

Mit den Halbfinalspielen gegen Hertha BSC am Ostermontag (11 Uhr) in Berlin und Samstag, 15. April (11 Uhr), in Dortmund startet die U19 des BVB in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. „Wir wissen, wie schwer es wird. Aber wir werden natürlich alles versuchen, um den Titel erfolgreich zu verteidigen“, versichert Cheftrainer Mike Tullberg. In der Vergangenheit war Dortmunds Nachwuchs in diesem Wettbewerb bereits sehr erfolgreich.

Das wäre der erste Titel-Hattrick eines Vereins seit Einführung der Junioren-Bundesliga 2003, und damit würde der BVB-Nachwuchs das nächste Kapitel der spannenden Erfolgsgeschichte „Borussia und die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft“ schreiben. Neunmal gewannen die Dortmunder Jungs die Trophäe, zehnmal insgesamt standen sie im Finale. Allein der VfB Stuttgart mit zehn Titeln bei 15 Final-Teilnahmen rangiert in der ewigen Bestenliste vor dem BVB. Der FC Schalke 04 folgt mit gebührendem Abstand auf Platz drei (vier Titel).

Nach dem ersten Finale um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft 1969, das der VfL Bochum gegen Hertha Zehlendorf 5:3 gewonnen hatte, dauerte es 25 Jahre, bis sich die Schwarzgelben mit dem ersten Titel schmücken durften. Der von Edwin Boekamp betreuten Mannschaft gelang 1994 ein spektakulärer Durchmarsch. Als Westfalenmeister qualifizierte sie sich für die Endrunde und gewann im Achtelfinale gegen den Vertreter des Rheinlands, die Eisbachtaler Sportfreunde, mit 8:1 und 4:0. Im Viertelfinale schaltete sie anschließend den südbadischen Repräsentanten SC Freiburg mit 4:0 und 4:1 aus, die Halbfinalspiele gegen Bayer 05 Uerdingen endeten 2:1 und 3:1. 

Schließlich triumphierte die Mannschaft im Endspiel vor 3500 Zuschauern in Delmenhorst gegen Werder Bremen mit 3:2. Die Tore erzielten Ibrahim Tanko (2) und Lars Ricken – zwei außergewöhnliche Nachwuchsfußballer, die ein Jahr später maßgeblich am Gewinn der Deutschen Meisterschaft der Profis beteiligt waren. In ihrer ersten Bundesliga-Saison 1994/95 bildeten sie den sogenannten „Baby-Sturm“, als sie die etatmäßigen Angreifer Stephane Chapuisat und Karl-Heinz Riedle ersetzten, die beide mit Kreuzbandrissen ausgefallen waren. 

Edwin Boekamp, der erste Meistertrainer, steht heute als Leiter der Nachwuchs-Abteilung Lars Ricken, dem damaligen Torschützen und aktuellen Direktor des Nachwuchs-Leistungszentrums, zur Seite. In en 90er-Jahren unterhielt der BVB noch kein Nachwuchs-Leistungszentrum, die Jugend-Mannschaften waren faktisch „heimatlos“, sie pendelten in der Regel zwischen dem Mendesportplatz im Fredenbaum sowie dem Hoeschpark.

Von 1994 bis 1998 fünf Meistertitel in Serie

Borussia gelang danach das Kunststück, noch vier Deutsche Meisterschaften in Serie zu gewinnen: 1995 feierte der BVB mit Trainer Michael Skibbe einen 2:0-Endspielerfolg gegen Bayer Leverkusen. Skibbe machte mit Final-Triumphen gegen Waldhof Mannheim (2:0, 1996) und 1860 München (2:1, 1997) den Hattrick perfekt, bevor er 1998 Nevio Scala als Cheftrainer der Profis beerbte. Edwin Boekamp übernahm danach erneut die Trainingsleitung und führte Borussias A-Junioren 1998 zum Endspielsieg gegen Bayern München (2:2, 2:1 im Elfmeterschießen). Daniel Rios, Assistent von U19-Cheftrainer Mike Tullberg, gehörte zu den Torschützen.

Danach wurde es deutlich ruhiger um Borussias A-Junioren. Erst 2009 machten sie überregional wieder auf sich aufmerksam. Mit Trainer Peter Hyballa und dem fußballerischen Ausnahme-Talent Mario Götze qualifizierten sie sich für die Endspiele im DFB-Pokal und um die Deutsche Meisterschaft. Im Pokal-Finale unterlagen sie dem von Christian Streich betreuten SC Freiburg nach Elfmeterschießen, in der Meisterschaft verloren sie gegen den von Thomas Tuchel trainierten FSV Mainz 05 mit 1:2.

Der 98er-Jahrgang schrieb Geschichte

Der 98er-Jahrgang, die Jungs um Dzenis Burnic, Jacob Bruun Larsen, Christian Pulisic, Felix Passlack und Amos Pieper, schrieb ab 2014 seine eigene Geschichte. Nachdem sie zweimal hintereinander die B-Junioren Meisterschaft gewonnen hatten, waren sie 2016 und 2017 erst unter der Leitung von Hannes Wolf, dann unter Regie von Benjamin Hoffmann auch bei den A-Junioren das Maß aller Dinge. 2016 bezwangen sie die TSG Hoffenheim mit 5:3 (Tore: Jonas Anweiler (2), Janni Serra (2), Felix Passlack), ein Jahr später feierten sie mit 33.450 Zuschauern im SIGNAL DUNA PARK den Sieg im Elfmeterschießen gegen Bayern München. 

Benjamin Hoffmann führte die Jungs auch 2019 ins Finale. Nach einem 1:3-Pausenrückstand in Großaspach gegen den VfB Stuttgart drehten sie das Spiel und gewannen durch Treffer von Paul Besong (2), Immanuel Pherai und Enrique Pena Zauner sowie einem Eigentor 5:3. Im Halbfinale hatten sie den Westdeutschen Meister Schalke 04 (2:2, 2:0) ausgeschaltet.

Wegen der Covid-19-Pandemie fanden 2020 und 2021 keine Spiele um die Deutsche Meisterschaft statt. Mike Tullberg übernahm im Frühjahr 2020 die Trainingsleitung der U19 und setzte noch einmal ganz neue Maßstäbe. Mit dem Dänen, einem vorzüglichen Talente-Entwickler und -Ausbilder an der Seitenlinie, verlor der BVB noch kein Bundesligaspiel. In der Saison 2021/22 führte er das Team die DFB-Pokal- und Meisterschaftsfinals. Im Pokal erlitten die Borussen gegen den VfB Stuttgart eine 1:3-Niederlage, im Meisterschafts-Finale in Berlin gegen Hertha BSC ließen sie sich von einem 0:1-Rückstand nicht aus der Bahn werfen. Jamie Bynoe-Gittens und Bradley Fink ließen am Ende die Schwarzgelben beim 2:1-Sieg jubeln.

Jetzt wollen sie Titel Nummer zehn. Aber davor steht mit zunächst Hertha BSC eine hohe Hürde. Im zweiten Halbfinale treffen Mainz 05 und der 1. FC Köln aufeinander. (wiwi)

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