Es ist das Saison-Highlight der leistungsorientierten Nachwuchs-Fußballer: das Finale um die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren, das Donnerstag in Oberhausen stattfindet (Anstoß 15:30 Uhr, Niederrheinstadion, live bei Sky). „Wir wollen das Spiel genießen und werden unser Bestes geben, um den Titel wieder nach Dortmund zu holen“, versichert U19-Cheftrainer Mike Tullberg vor dem Duell mit DFB-Pokalsieger TSG Hoffenheim.

Die Westdeutsche Meisterschaft haben sie mit der Rekordzahl von 70 Punkten zum dritten Male in Folge gewonnen und im Halbfinale nach zwei Unentschieden (2:2, 3:3) Hertha BSC in Berlin im Elfmeterschießen ausgeschaltet. „Dass wir mit unserer jungen Truppe gegen diese brutal starke Mannschaft ins Finale einziehen würden, war nicht unbedingt zu erwarten. Darauf sind wir unglaublich stolz“, hebt Tullberg die bravouröse Leistung seiner Jungs hervor: „Sie haben sich dieses Endspiel verdient.“ 

Jetzt folgt die nächste, vielleicht noch ambitioniertere Reifeprüfung. „Hoffenheim verfügt über einen Ausnahmejahrgang, spielt sehr erwachsen und ergebnisorientiert. Sie haben klare Abläufe, und ihre Standards sind schwer zu verteidigen“, spricht Tullberg voller Respekt über den Meister der Bundesliga Süd/Südwest, der in den Halbfinalspielen den Westzweiten Borussia Mönchengladbach zweimal (6:2 und 4:0) geschlagen hatte. Hoffenheims Herangehensweise – hohe Intensität gegen den Ball, offensives Verteidigen und schnelles Umschaltspiel – haben auch die Dortmunder im September bei der 0:6-Niederlage in der ersten DFB-Pokalrunde zu spüren bekommen.

Mike Tullberg hat dieses Spiel längst abgehakt: „Es ist damals viel Negatives zusammengekommen. Wir hatten – mich eingeschlossen – keinen guten Tag und sind für unsere Fehler hart bestraft worden.“ Gemeinsam mit seinem Trainer-Team hat er nun einen detaillierten Matchplan erarbeitet, um vor allem die Stärken seiner Mannschaft ins Spiel einzubringen. Tullberg betont: „Hoffenheim ist in meinen Augen der Favorit, aber in einem Spiel ist vieles möglich. Wir müssen reifer, abgeklärter und effizienter auftreten als gegen Hertha.“

TSG-Trainer startete Karriere in Hombruch

BVB-Mittelfeldstratege Rafael Lubach, in der kompletten Saison ein Leistungsträger der Mannschaft, ist nach seiner Gelb-Roten Karte in Berlin gesperrt. Im Westfalenpokal gegen Schalke hat Tullberg taktisch einiges ausprobiert und personell experimentiert. „Wir werden sehr gut vorbereitet sein und passende Lösungen finden“, verspricht Mike Tullberg. Auch gegen die Hoffenheimer Unterschiedsspieler, die es zu neutralisieren gilt. Wie den hoch aufgeschossenen Innenverteidiger Keven Frees bei Ecken und Freistößen, die Mittelfeld-Taktgeber Florian Micheler, Tiago Poller und Diren Dagdeviren sowie Torjäger Max Moerstedt. Der Stürmer, der mit den Dortmundern Charles Herrmann, Almugera Kabar und Paris Brunner U17-Europa- und Weltmeister wurde und bereits bei den TSG-Profis in der Bundesliga debütiert hat, gibt sich vor dem Wiedersehen mit den Kollegen selbstbewusst: „Wir haben gute Chancen, das Double zu holen.“

Dagegen warnt Hoffenheims Trainer-Emporkömmling Tobias Nubbemeyer vor der „top besetzten“ Borussia: „Das wird alles andere als ein einfaches Spiel für uns.“ Der 31-Jährige ist in Dortmund kein Unbekannter. Er trainierte von 2015 bis 2017 die U17 des Hombrucher SV, die er aus der Verbandsliga in die Bundesliga West führte. Danach wechselte er zu Rasenballsport Leipzig, anschließend zum MLS-Club Philadelphia Union. Seit dem vergangenen Sommer arbeitet Nubbemeyer bei der TSG Hoffenheim. Am vergangenen Wochenende feierte er im DFB-Pokalfinale gegen den SC Freiburg mit dem 3:2-Erfolg nach Verlängerung seinen ersten großen Triumph in Deutschland.

Oberhausen als „Generalprobe für die Fans“

Mike Tullberg wird gegen den jungen Kollegen seine Erfahrung mit großen Spielen in die Waagschale werfen. „Ob vor zwei Jahren im DFB-Pokal, 2022 und 2023 bei der Deutschen Meisterschaft oder in der UEFA Youth League: Wir kennen uns mit den Besonderheiten und Unwägbarkeiten der Finalspiele aus“, gibt sich der Däne ganz cool. Dazu verbindet er viele angenehme Erinnerungen mit dem Niederrheinstadion und Traditionsklub RW Oberhausen, bei dem Tullberg seine Laufbahn als Profi-Fußballer beendet hat und mit dessen U19 er in seine Trainer-Karriere gestartet ist.

Jetzt kehrt er an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Mit einem guten Gefühl: „Wir freuen uns sehr auf dieses Spiel.“ Zugleich bedauert Tullberg, dass der der BVB wegen der EM-Vorbereitungen als „Heim-Mannschaft“ nach Oberhausen ausweichen muss. Er baut dennoch auf eine stimmgewaltige schwarzgelbe Kulisse: „Ich hoffe, dass unsere Fans das U19-Endspiel als Generalprobe für das Champions-League-Finale nutzen und sich in Oberhausen kräftig auf London einstimmen.“

Wer in Oberhausen dabei sein will, kann hier im Online-Ticketshop Karten kaufen. Die Tageskassen am Niederrheinstadion sind Donnerstag geöffnet. Einlass ist 14 Uhr. (wiwi) 

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