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U19 will das Tor ins Finale aufstoßen

Der Vorsprung ist komfortabel, das 4:0-Polster aus dem Hinspiel in Berlin aber kein Ruhekissen: U19-Cheftrainer Mike Tullberg wird deshalb nicht müde, vor dem Halbfinal-Rückspiel am Samstag gegen Hertha BSC (Anstoß 11 Uhr im Jugendstadion des Nachwuchs-Leistungszentrums) vor einer gefährlichen und offensivstarken Mannschaft zu warnen, „die nichts mehr zu verlieren hat“.

Seine Jungs haben das Tor ins Endspiel am Sonntag, 23. Mai, beim FSV Mainz 05 (Hinspiel 1:0, Rückspiel 0:0 gegen den 1. FC Köln) weit aufgestoßen. „Aber es sind erst 90 von 180 Minuten gespielt, wir müssen hellwach bleiben. Das weiß die Mannschaft, keiner hat das 4:0 in Berlin gefeiert. Denn im Fußball hat man häufig gesehen, dass ein Spiel gedreht werden kann“, so Tullberg.

Es gelte jetzt, „an die starke Leistung des Hinspiels anzuknüpfen und als Mannschaft über 90 Minuten das Tor zu verteidigen“, betont Tullberg, der auf eine stattliche Zuschauerzahl hofft: „Es wäre schön, wenn unsere Fans die Jungs unterstützen würden. Das haben sie sich wirklich verdient.“ Er schätzt Hertha BSC nach wie vor als angriffsstärkste deutsche Junioren-Mannschaft ein: „Sie haben im Schnitt 3,6 Tore pro Meisterschaftsspiel erzielt. Das ist außergewöhnlich.“ 

Aber die Berliner haben auch selten gegen einen in der Defensive so diszipliniert arbeitenden Gegner gespielt wie den BVB im Stadion auf dem Wurfplatz. „Das mag von außen einfach ausgesehen haben, aber es war harte Arbeit. Die Jungs haben es super gemacht und unseren Plan perfekt umgesetzt“, blickt Tullberg voller Stolz auf die Partie zurück. Genauso „erwachsen und reif“ will er seine Mannschaft Samstag sehen.

Bei den Schwarzgelben stand Anfang der Woche Regeneration auf dem Programm, Donnerstag begann die Vorbereitung auf den zweiten Teil des Halbfinals, das sie wieder akribisch und seriös angehen. „Hertha wird und muss voll ins Risiko gehen“, erwartet Tullberg einen stürmisch attackierenden Gegner, dem vermutlich sein Top-Angreifer Ibrahim Maza fehlen wird, der sich im Hinspiel verletzt hat. 

Viel Lob für Debütant Danylo Krevsun

In Berlin zauberte Mike Tullberg in Danylo Krevsun ein „Ass“ aus dem Ärmel. Der 17-Jährige war im vergangenen Jahr mit seiner Mutter vor dem Krieg in seiner ukrainischen Heimat nach Deutschland geflohen und hatte bei der ehemaligen Dortmunder Leichtathletin Jana Hartmann ein neues Zuhause gefunden. Der von Shakhtar Donezk ausgebildete Offensivspieler schloss sich nach einem Probetraining beim BVB zunächst Preußen Münster an und wechselte in der Winterpause zur Borussia. In Berlin feierte er nun sein überraschendes Debüt in der Startformation der U19.

„Danylo gibt in jedem Training Vollgas, will sich immer verbessern und ist froh, bei Borussia Dortmund spielen zu können. Den Einsatz hatte er sich verdient“, erläutert Tullberg die überraschende Aufstellung. Krevsun war mit einer feinen diagonalen Seitenverlagerung auf Samuel Bamba maßgeblich an der Vorbereitung des 1:0-Führungstreffers beteiligt. „Es war die richtige Entscheidung, ihm das Vertrauen zu geben“, sah sich Tullberg bestätigt.

Krevsun hat gute Chancen, auch Samstag wieder zur Start-Elf zu gehören. In den Kader kehrt Michel Ludwig zurück, der im Hinspiel noch eine Sperre absitzen musste. Tom Rothes Verletzung erwies sich nicht als schwerwiegend, so dass der Jung-Profi vermutlich erneut die linke defensive Außenbahn besetzen wird. Bis zum Saisonende fällt dagegen Innenverteidiger Filippo Mane mit einer Muskelverletzung aus. 

Der letzte Teil der Vorbereitung ähnelt dem Prozedere in der UEFA Youth League: Das Team ist Freitagnachmittag ins Mannschaftshotel gezogen. Samstag wollen sie dann den Einzug ins Finale perfekt machen. Und diesen letzten Schritt dann auch gebührend feiern. Mit möglichst vielen BVB-Fans. (wiwi)

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