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Volle Unterstützung für die Nationalmannschaft: Dortmunder Fans machen ihrem Ruf alle Ehre

Die deutsche Nationalmannschaft zeigte beim wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Russland am Samstagabend im Gegensatz zu den Zuschauern zwei unterschiedlich starke Halbzeiten. Auf die Dortmunder Fans war wie immer Verlass: 90 Minuten lang unterstützen sie ihre Mannschaft bedingungslos und halfen so, den 2:1-Sieg nach Treffern von Lukas Podolski und Michael Ballack über die Zeit zu retten.

Schon im Vorfeld war viel über die Atmosphäre im Signal Iduna Park geschrieben worden. "Es ist immer etwas Besonderes in Dortmund zu spielen. Da kitzeln die Fans noch mehr aus einem heraus", berichtete Kapitän Michael Ballack über seine Erfahrungen mit den Dortmunder Zuschauern. Von bisher 15 Auftritten im BVB-Stadion konnte die Mannschaft 13 Mal gewinnen, nur ein Spiel ging verloren.

Und das auch erst in der Verlängerung (0:2 gegen Italien im WM-Halbfinale 2006). "Wir haben dieses Stadion bewusst ausgewählt", sagte Manager Oliver Bierhoff, und er sollte mit seiner Wahl richtig gelegen haben.
65.607 Zuschauer waren in die ausverkaufte WM-Arena an der Strobelallee gekommen. Die Stadionkapazität hatte sich verringert, weil die Steh- zu Sitzplätzen umgebaut werden mussten. Doch die Zuschauer auf der Südtribüne taten während des ganzen Spiels das, was man auf Europas größter Stehplatztribüne eben macht: stehen. Statt in Gelb getaucht, wurde sie zwar zur "weißen Wand", doch wie in der Bundesliga gingen die Anfeuerungsrufe vom dortigen Epizentrum aus auf den ganzen Fußballtempel über. Die Nationalhymne wurde auf "der Süd" am lautesten mitgesungen, und nach nur fünf Minuten Spielzeit erhob sich nach und nach das ganze Stadion mit dem Klassiker "Steht auf, wenn ihr Deutsche seid". Sogar "Lukas Podolski" skandierten die Fans und feierten damit einen Spieler des eigentlich "ungeliebten" FC Bayern München.

Die Grundmauern des Stadions wackelten bei den beiden Toren der deutschen Mannschaft, und zumindest in der ersten Halbzeit schien der Spielverlauf perfekt, die ganze Arena war in Schwarz-Rot-Gold getaucht. In weiser Voraussicht hatten fleißige Helfer jedem Fan eine Deutschland-Fahne auf den Sitz gelegt, und es schien, als würde jeder Zuschauer davon Gebrauch machen. Schon beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung waren die Fahnen zum ersten Mal zum Einsatz gekommen, denn nicht nur während des Spiels, auch vor und nach der Partie zeigten die Zuschauer ihre Weltklasse. Minutenlang wurde die Mannschaft nach dem Abpfiff gefeiert, und diese ließ es sich nicht nehmen, sich bei jeder Tribüne zu bedanken.
Doch trotz der deutschen Loyalität konnte man sich sicher sein, in wessen Heimstadion die Nationalmannschaft spielte. Vereinzelte schwarz-gelbe Banner wurden an den Geländern gesichtet, doch zum Leidwesen der BVB-Fans stand kein aktueller Borusse im Kader. Nur Athletiktrainer Oliver Bartlett gehörte dem Nationalmannschaftstross an, mit Torsten Frings wurde zumindest ein ehemaliger Dortmunder eingewechselt.
Christina Reinke

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