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BVB zieht nach wissenschaftlicher Studie zur Fankultur in Corona-Zeiten erstes Zwischenfazit

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Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund untersucht im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf seine Fankultur. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Uwe Wilkesmann von der Technischen Universität Dortmund und Prof. Dr. Jochem Kotthaus von der FH Dortmund sind im Frühjahr über 28.000 BVB-Fans befragt worden.

Auf Grund der sehr großen Anzahl teilnehmender BVB-Fans können in der Auswertung der Fan-Befragung, die Ende März an alle Dauerkarteninhaber*innen, Vereinsmitglieder und offiziellen BVB-Fanclubs versendet wurde, für alle befragten Gruppen repräsentative Aussagen getroffen werden. Ein erstes Zwischenergebnis lässt den Schluss zu, dass der Stellenwert des Fußballs im Leben der Fans bedingt durch die Pandemie bis zum Untersuchungszeitraum im Frühjahr gesunken war. Der achtmalige Deutsche Meister darf allerdings auch positive Erkenntnisse aus den Daten ziehen.

Der Studie zufolge hatten knapp über 80 Prozent der Befragten den Stellenwert des Fußballs in ihrem Leben vor der Pandemie mit „hoch“ bewertet. Bezogen auf den Stellenwert des BVB in ihrem Leben waren es sogar 90 Prozent. Unter dem Eindruck der Pandemie haben im Frühjahr dieses Jahres allerdings nur noch 50 Prozent (Fußball im Allgemeinen) bzw. knapp über 60 Prozent (BVB) erneut solch hohe Bewertungen abgegeben. „Im Verlauf der Umfrage fällt immer wieder auf“, sagt Prof. Dr. Uwe Wilkesmann, „dass Borussia Dortmund in der Einschätzung der Fans im Vergleich zum Fußball im Allgemeinen ein Stück weit besser durch die Pandemie gekommen ist.“

Deutlich erkennbar war trotz kritischer Stimmen, dass das Gros der Dauerkarteninhaber*innen (88,7 Prozent) und Vereinsmitglieder (82,5 Prozent) im Rahmen der Umfrage ankündigte, dem BVB auf jeden Fall weiter die Treue zu halten und sich nicht aus dem Fußball zurückzuziehen. 2,6 Prozent der Dauerkarteninhaber haben zurzeit der Befragung angegeben, dass sie darüber nachdenken, ihre Dauerkarte abzugeben.

Bezogen auf die mit mehreren tausend Zuschauern stattgefundenen Partien im September und Oktober der abgelaufenen Saison bekräftigten über 95 Prozent der Befragten, sie hätten sich während ihres Stadionbesuchs im Dortmunder Signal Iduna Park sicher gefühlt. „Es freut uns natürlich, dass die Fans unser Hygienekonzept so positiv angenommen haben und dass so eine breite Mehrheit nicht das Gefühl hatte, sich bei uns einer Gefahr auszusetzen“, betont Borussia Dortmunds Direktor Organisation, Dr. Christian Hockenjos.

Im Rahmen der Befragung durch die Wissenschaftler gaben lediglich 0,6 Prozent der mehr als 28.000 Studienteilnehmer an, nach dem Ende der Pandemie keine Spiele mehr im Signal Iduna Park besuchen zu wollen, rund 90 Prozent kündigten ihre Rückkehr in Deutschlands größtes Stadion an - 9,4 Prozent zeigten sich noch unentschlossen. Borussia Dortmund war in den zehn Jahren vor der Pandemie jeweils der europäische Klub mit dem höchsten Zuschauerschnitt auf dem Kontinent. Regelmäßig kamen mehr als 80.000 Zuschauer zu den Liga-Partien der Schwarzgelben. Die Dauerkarten-Warteliste des BVB umfasst aktuell mehr als 60.000 Bewerber*innen.

„Auf der einen Seite freut es uns sehr, dass so viele Fans angeben, nach der Pandemie wieder ins Stadion zurückkommen zu wollen. Auf der anderen Seite nehmen wir aber selbstverständlich auch die Kritikpunkte der Fans an bestimmten Entwicklungen im Fußball wahr und werden diese in unsere internen Überlegungen mit einbeziehen“, betont Borussia Dortmunds Vorsitzender der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke. Knapp über 80 Prozent der befragten BVB-Fans hatten die zunehmende Kommerzialisierung des Profifußballs als „kritisch“ bewertet. „Die Studienergebnisse zeigen“, sagt Prof. Dr. Uwe Wilkesmann, „dass die Fans von Borussia Dortmund die Kommerzialisierung des Fußballs kritisieren; dies ändert aber auch in Zeiten der Pandemie offenkundig nichts an ihrer Bindung an den Verein“.

Auffällig: 88,8 Prozent der Befragten gaben an, dass sie vor der Pandemie während BVB-Spielen von Alltag und Beruf abschalten konnten. Während jener Pandemiephase, in der keinerlei Zuschauer im Stadion zugelassen waren, wiederholten diese Einschätzung nur noch 47,1 Prozent. Ein deutlicher Rückgang.

Das soziale Engagement des BVB während der weltweiten Corona-Krise kam bei knapp über 60 Prozent der Teilnehmer der Befragung „überwiegend gut“ an. Fast 80 Prozent bekräftigten zudem, sie hätten Vertrauen in den Umgang des BVB mit der Pandemie. „Überwiegend gut“ wurde auch die klubeigene Darstellung der Probleme des Vereins während der Corona-Krise bewertet. Die öffentliche Darstellung des BVB bewerteten die Fans mehrheitlich als „gut“ (60 Prozent) und betonten obendrein ihr Vertrauen in das Handeln der unterschiedlichen Akteure innerhalb des Vereins (77,5 Prozent).

Der These „Es gibt intern die Überlegung, meinen Fanclub aufzulösen“ folgten 1,6 Prozent der Befragten inhaltlich. Bis zum heutigen Tage ist Borussia Dortmund allerdings keine Auflösung eines Fanclubs bekannt. Der BVB zählt zurzeit weltweit über 970 Fanclubs.

„Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich bei allen BVB-Fans bedanken, die an der Umfrage teilgenommen und die wissenschaftliche Studie in diesem Umfang erst möglich gemacht haben. Die Ergebnisse werden in den kommenden Wochen weiter analysiert und interpretiert, um aus ihnen Handlungsempfehlungen für verschiedene Bereiche beim BVB entwickeln zu können“, betont Björn Hegemann, Borussia Dortmunds Leiter der Abteilung Fanangelegenheiten. Zu der Studie zählen neben der breit angelegten Umfrage, die durch Prof. Wilkesmann betreut wurde, auch wissenschaftlich geführte Interviews mit Fans aus unterschiedlichen Bereichen der Fangemeinschaft, die Prof. Kotthaus unterstützt hat. Das Feedback der BVB-Fans soll in jedem Fall in künftige strategische und operative Prozesse des BVB mit einfließen.