Spielbericht
Guirassy-Doppelpack beim 3:1 gegen Donetsk
Es berichtet Boris Rupert
Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK führte der BVB zur Pause durch einen Doppelpack von Serhou Guirassy (17./44.) verdient mit 2:0, schenkte dem Gegner jedoch kurz nach Wiederbeginn das 1:2 durch Marlon Gomes. Borussia verlor danach die bis dahin klare Linie, hatte aber weiterhin gute Chancen nach Standards und stellte gut zehn Minuten vor dem Ende den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her: Bensebaini traf nach Doppelpass mit Reyna zum 3:1 (79.).
Ausgangslage:
14 gegen 27 lautete die Paarung mit Blick auf die Tabelle. Zum dritten Mal nach 2001 (Qualifikationsrunde) und 2013 (Achtelfinale) trafen beide Klubs aufeinander (drei BVB-Siege, ein Remis). Schwarzgelb hatte nur eins der vorangegangenen 14 Heimspiele in der UEFA Champions League verloren, Donetsk hingegen fünf von den jüngsten sechs Auswärtsspielen.
Personalien:
Die verletzten Niklas Süle und Felix Nmecha standen nicht zur Verfügung, ebenso Rückkehrer Salih Özcan (fehlende Spielberechtigung für diesen Wettbewerb). Im Vergleich zum 2:2 gegen Werder Bremen änderte Interimscoach Mike Tullberg die Mannschaft auf zwei Positionen: Marcel Sabitzer und Maximilian Beier ersetzten Nmecha und Pascal Groß (Bank).
Taktik:
Tullberg stellte Beier zu Guirassy in die Angriffsmitte und damit um vom 4-3-3-Systen auf eine 4-4-2-Formation, in der sich Bensebaini bei Ballbesitz aus der Viererkette ins zentrale Mittelfeld vorschob, auf die Doppel-Sechs neben Sabitzer, während Brandt zentral-offensiv wirkte zwischen Defensive und der dann vierköpfigen Angriffsreihe, die Adeyemi und Gittens außen komplettierten. Donetsk setzte nach Balleroberung auf überfallartige Umschaltaktionen, auf die Schwarzgelb aber mit guter Absicherung reagierte.
Spielverlauf & Analyse:
Borussia Dortmund fand einen guten Mix aus Ballkontrolle und druckvollen Aktionen, ohne dabei aber zu hohes Risiko zu gehen. Man wollte früh in Führung gehen, man musste es aber nicht. So dauerte es bis zur ersten Chance – und zum ersten Tor – 16 Minuten. Da schlug Schlotterbeck in der eigenen Hälfte einen starken Ball ans rechte Strafraumeck auf Adeyemi, der mit links abschloss und Guirassy mit dem Oberschenkel abfälschte zum 1:0.
Ryerson war in diesem Spiel der Mann für viele Standards. In Minute 34 traf er einen Freistoß aus dem linken Halbfeld scharf in den Strafraum, Brandt und Beier waren irgendwie dran, so dass Schlotterbeck, zu dem die Kugel durchrutschte, am Ende zu überrascht war und seinen Kopfball knapp am linken Pfosten vorbei ins Aus setzte (34.). Szenenapplaus gab es Sekunden später für Can, der am eigenen Sechzehner den Ball eroberte und eine starke Umschaltaktion einleitete, in der der Ball zu Gittens kam, der nach einem Übersteiger im Strafraum das kurze Eck anvisierte, aber an Torwart Riznyk scheiterte.
Ein ähnliches Muster ging dem 2:0 voraus. Hier bügelte Sabitzer vor dem eigenen Strafraum einen Fehler von Bensebaini aus, und wieder konterte der BVB im eigenen Stadion: Nach einem weiten Ball von Can setzte sich Brandt in Donetsk‘ Hälfte gegen Kryskiv durch und legte in den Lauf von Guirassy, der sich nicht mehr stoppen ließ und per Linksschuss durch die Beine des Torwarts die Führung ausbaute (44.).
Der gelb-rot-gefährdete Beier blieb zur Pause in der Kabine und wurde von Groß ersetzt, einem Standard-Spezialisten. Doch den ersten Freistoß nach Wiederbeginn schlug Ryerson, scharf und präzise auf Guirassy, der sein drittes Tor bejubelt hätte, wenn Riznyk nicht überragend pariert hätte (46.). Kurz darauf aber brachte Kobel den Gegner zurück: Einen Rückpass von Groß konnte er nicht kontrollieren, Marlon Gomes reagierte schnell und kickte die Kugel zum 1:2 über die Linie (50.).
Und Dortmund? Meldete sich mit einer Standardsituation zurück. Freistoßflanke Ryerson, Kopfall Bensebaini, aber erneut starke Parade von Riznyk, der den Ball aus dem linken Torwinkel fischte (66.). Wenig später setzte Gittens Guirassy in Szene, der es links am Fünfer mit einem Chip versuchte, aber nur das Außennetz traf (72.). Der BVB spielte nun wieder griffiger, druckvoller. Per Doppelpass mit Reyna hebelte Bensebaini aus halblinker Position die Deckung aus und erzielte mit einem Lupfer über den Torwart hinweg das 3:1 (79.).
Ausblick:
Die Achtelfinal-Playoffs werden am Freitag, der Turnierbaum ab dem Achtelfinale am 21. Februar ausgelost. Für den BVB geht es am Samstag (15:30 Uhr) weiter in der Bundesliga mit einem Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim.
Teams & Tore
UEFA Champions League, 8. Spieltag
Mittwoch, 29. Januar 2025, 21:00 Uhr
BORUSSIA DORTMUND – SHAKHTAR DONETSK 3:1 (2:0)
Bor. Dortmund: Kobel – Ryerson, Can, Schlotterbeck, Bensebaini (89. Anton) – Sabitzer, Brandt (64. Reyna) – Adeyemi (64. Duranville), Gittens (85. Couto) – Guirassy, Beier (46. Groß)
Shakhtar Donetsk: Riznyk – Vinicius Tobias, Bondar, Matviyenko, Azarov (72. Pedro Henrique) – Kryskiv (89. Stepanenko) – Zubkov (72. Traoré), Gomes (84. Bondarenko), Sudakov, Kevin – Pedrinho (84. Newertton)
Bank: Meyer, Lotka, Wätjen, Mané, Azhil, Campbell, Kabar – Fesyun, Tvardovskyi, Faryna, Ghram, Konoplya, Shved
Tore: 1:0 Guirassy (17., Adeyemi), 2:0 Guirassy (44., Brandt), 2:1 Gomes (50.), 3:1 Bensebaini (79., Reyna)
Eckstöße: 6:0 (Halbzeit 3:0), Chancenverhältnis: 8:3 (4:1)
Schiedsrichter: Nyberg (Schweden), Gelbe Karten: Beier – Kevin, Gomes
Zuschauer: 81.365 (ausverkauft), Wetter: zunächst trocken, 5 Grad