Spielbericht
3:2 – Anton schießt BVB in letzter Sekunde zum Sieg in Sinsheim
Der BVB hatte die erste Halbzeit bis auf eine kurze Phase fest im Griff und ging – eingeleitet von Brandt und Svensson – in der 20. Minute durch Serhou Guirassy verdient in Führung. Der Torjäger vergab 14 Minuten später die Chance, vom Elfmeterpunkt auf 2:0 zu erhöhen. Jamie Gittens ließ in der 54. Minute eine weitere große Gelegenheit liegen. Stattdessen erzielte Adam Hlozek in der 61. Minute das 1:1. Julian Brandt brachte Schwarzgelb eine Viertelstunde vor dem Ende mit einem technisch anspruchsvollen Treffer aus spitzem Winkel wieder in Front, doch Kaderabek traf in der Nachspielzeit zum 2:2. Der BVB hatte aber noch eine Antwort: Anton in Minute fünf der Nachspielzeit zum 3:2.
Ausgangslage:
Fünfzehnter gegen Siebter. Hoffenheim war seit vier Heimspielen ungeschlagen, Dortmund hatte nur eins der vorangegangenen vier Bundesliga-Gastspiele verloren und in Sinsheim zuletzt vier Auswärtssiege in Serie geholt.
Personalien:
Neben Schlotterbeck (Meniskusriss) und Sabitzer (zurück im Training) fehlten aufgrund von Blessuren aus dem Spiel gegen Gladbach Beier und Groß. Sie wurden durch Brandt und Can ersetzt. Außerdem liefen Ryerson und Gittens für Couto und Adeyemi (beide Bank) auf.
Taktik:
Abermals mit Dreierkette, jedoch dieses Mal mit zwei Spitzen (Guirassy und Gittens) sowie einem „Zehner“ (Brandt) ging der BVB in die Partie. In der 3-4-1-2-Formation spielte Can im zentralen Mittelfeld neben Nmecha. Die Dreierkette Süle-Anton-Bensebaini blieb unverändert. Hoffenheim – überwiegend auch im 3-4-1-2 – wechselte in der Deckung zwischen Dreier-, Vierer- sowie Fünferkette, operierte meist mit langen Bällen in die Spitze, stellte defensiv die Räume zu, ließ wenig Abstand zwischen den Ketten, während es die Borussen mit einem strukturierten Spielaufbau versuchten...
Spielverlauf & Analyse:
… und so in der Anfangsviertelstunde zu 77 Prozent (!) Ballbesitz kamen, aber nur ansatzweise gefährlich vors Hoffenheimer Tor. Die bis dahin aussichtsreichste Gelegenheit hatte Brandt in Minute 09, doch sein Schuss von der 16-Meter-Linie geriet nicht platziert und wuchtig genug. Als Vorbereiter zeigte er dann kurz darauf seine Klasse: Mit einem wunderbaren Chip-Ball öffnete Brandt den Weg für Svensson, der über die halblinke Seite auf das Hoffenheimer Tor zustürmte, dann quer legte für Guirassy, der die Vorlage flach ins linke Eck schoss (20.). Zunächst ging die Fahne hoch, doch der VAR erkannte: kein Abseits, regulärer Treffer.
Kurz nach dem langen VAR-Check wäre beinahe das 2:0 für den BVB gefallen. Die Hoffenheimer inklusive Torwart Baumann behinderten sich im Mittelfeld, Guirassy setzte gedankenschnell nach, über Umwege landete der Ball bei Gittens, der es mit einem Heber aufs immer noch leere Tor versuchte, es aber verfehlte (24.). Schwarzgelb blieb am Drücker. Brandt steckte im linken Halbfeld auf Gittens durch, der im Strafraum an Östigaard vorbeigehen wollte, doch am Fuß getroffen wurde. Schiedsrichter Brand zeigte sofort auf den Punkt. Can schnappte sich den Ball, überließ ihn dann aber doch Guirassy – und der scheiterte an Baumann (34.).
Der Fehlschuss führte zu einem Bruch im Dortmunder Spiel. Hoffenheim wurde stärker und bejubelte in der 40. Minute das 1:1. Doch Vorlagengeber Kaderabek stand knapp im Abseits. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurde der BVB wieder aktiver, ließ zwar zunächst zwei verheißungsvolle Kontergelegenheiten liegen, schnupperte dann aber am 0:2. Süle (44.) und Gittens (45.) scheiterten jedoch an Baumann, Guirassys Fallrückzieher ging knapp am Kasten vorbei (45.+1).
Neun Minuten nach dem Seitenwechsel leitete der auffällige, immens einsatz- und spielfreudige Brandt mit einem Steckpass aus der eigenen Hälfte die nächste Großchance ein. Gittens lief über halblinks aufs Tor zu und versuchte, Baumann zu „tunneln“, doch Hoffenheims Keeper parierte. Der Chancenwucher rächte sich. Nach einer Stunde kam Hoffenheim zum Ausgleich. Stachs hob den Ball halblinks in den Dortmunder Strafraum, Hlozek verarbeitete ihn stark und schosss ihn aus der Drehung oben rechts zum 1:1 ins Netz.
In der Folge war das Dortmunder Aufbauspiel zu fahrig. Hoffenheim spielte nun aggressiver (wobei Chaves Glück hatte, dass sein Foul an Anton nicht zum Platzverweis führte, 64.) und gestaltete die Partie nun ausgeglichen. Doch Geiger verlor im Aufbauspiel die Kugel an Özcan, Svensson rückte weit auf, flankte an den langen Pfosten, wo Brandt aus spitzem Winkel, volley und platziert in die linke Ecke traf (74.). Adeyemi scheiterte in Minute 84 an Baumann. So blieb es weiter spannend, wobei Borussia Dortmund nun wieder das aktivere Team war. Doch kurz nach Beginn der Nachspielzeit konnte Kaderabek recht unbedrängt eine Flanke von Jurasek zum 2:2 ins Tor köpfen. Das aber war noch nicht der Schlusspunkt: Guirassy legte den Ball in den Lauf von Chukwuemeka, Baumann wehrte ab, Guirassy schnappte sich den Abpraller, legte ihn nach rechts zu Anton, der zum 3:2 einschoss (90.+5).
Ausblick:
Drei Spieltage sind noch zu absolvieren, zweimal hat der BVB Heimvorteil: am kommenden Samstag (18:30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg sowie zwei Wochen später im Saisonfinale gegen Holstein Kiel. Dazwischen liegt das Gastspiel in Leverkusen.
Aus Sinsheim berichtet Boris Rupert
Teams & Tore
Fußball-Bundesliga, 31. Spieltag
Samstag, 26. April 2025, 15:30 Uhr
TSG HOFFENHEIM – BORUSSIA DORTMUND 2:3 (0:1)
TSG Hoffenheim: Baumann – Chaves, Östigaard, Akpoguma (30. Nsoki) – Kaderabek, Stach, Geiger (77. Tohumcu), Bülter (71. Jurasek) – Kramaric – Touré, Hlozek (71. Tapalovic)
Bor. Dortmund: Kobel – Süle (81. Reyna), Anton, Bensebaini – Ryerson (77. Couto), Can, Nmecha (67. Özcan), Svensson – Brandt (81. Chukwuemeka) – Guirassy, Gittens (67. Adeyemi)
Bank: Philipp, Hranac, Becker, Prass, Orban – Meyer, Duranville, Kabar
Tore: 0:1 Guirassy (20., Svensson), 1:1 Hlozek (61., Stach), 1:2 Brandt (74., Svensson), 2:2 Kaderabek (90.+1, Jurasek), 2:3 Anton (90.+5, Guirassy)
Bes. Vork.: Guirassy scheitert mit Foulelfmeter (Östigaard an Gittens) an Baumann
Eckstöße: 2:5 (Halbzeit 1:2), Chancenverhältnis: 3:11 (1:5)
Schiedsrichter: Brand (Schwebheim), Gelbe Karten: Chaves, Kaderabek, Nsoki, Stach – Anton
Zuschauer: 30.150 (ausverkauft), Wetter: bedeckt, 15 Grad