Spielbericht
BVB mit Effizienz zum 4:3 gegen Mamelodi Sundowns
Die Mamelodi Sundowns waren ein starker Gegner, insbesondere in der ersten halben Stunde die bessere Mannschaft und gingen in der elften Minute durch Ribeiro in Führung. Nmecha profitierte bei seinem Tor zum 1:1 (16.) von einem dicken Patzer von Keeper Williams. Guirassy (34.) und Neuzugang Bellingham (45.+1) in seinem ersten Spiel von Beginn schossen den BVB vor 14.000 Zuschauern noch vor der Pause mit 3:1 in Führung. Die acht- bis neuntausend BVB-Fans im TQL Stadium in Cincinnati sahen in der 60. Minute das vierte Tor ihrer Mannschaft: Mudau fälschte eine Hereingabe von Svensson ins eigene Netz ab. Doch die Südafrikaner gaben nie auf. Rayners erzielte nur zwei Minuten später das 2:4, und als Mothiba in der 90. Minute auf 3:4 verkürzte, wurde es nochmal spannend.
Ausgangslage:
Das Team aus Südafrika hatte sein erstes Spiel gegen Ulsan HD aus Südkorea mit 1:0 gewonnen, während der BVB ein glückliches 0:0 gegen Fluminense Rio de Janeiro mitnahm. So wie der BVB bei der UEFA haben sich die Mamelodi Sundowns über die Rangliste der afrikanischen Champions League für die Klub-WM qualifiziert.
Personalien:
Der BVB ging mit drei personellen Änderungen in die Begegnung: Yan Couto, Felix Nmecha und Jobe Bellingham ersetzten Julian Ryerson, Marcel Sabitzer und Karim Adeyemi, die auf die Bank rückten.
Taktik:
Die ganz in Weiß angetretenen Borussen formten sich wie gewohnt in einer 3-4-2-1-Formation. Die Mamelodi Sundowns gingen in einer 4-1-4-1-Grundordnung zu Werke, suchten den Weg nach vorne über die linke Seite.
Spielverlauf & Analyse:
High noon in Cincinnati. Um 12 Uhr wurde die Partie angestoßen bei Temperaturen von 30 Grad Celsius auf den Rängen und an die 40 unten in diesem Schmelztiegel. Wie schon in der ersten Partie gegen Fluminense kam der BVB schwer in die Partie. Nur Guirassy war im Pressing zu sehen, während der ballsichere Gegner aus Südafrika den Rhythmus diktierte und die Borussen schlecht aussehen ließ, wenn er das Tempo anzog. Bereits in der fünften Minute war Kobel das erste Mal gefordert, als sich Matthews auf dem linken Flügel durchsetzte, im Strafraum einen Haken schlug und abzog. Dann ließ sich Schwarzgelb durch die Mitte überraschen. Ribeiro dribbelte im Mittelkreis an Anton vorbei, Bensebaini grätschte gegen den schnellen Brasilianer ins Leere, und dann war der Weg frei für drei Spieler von Mamelodi, die allein aufs Dortmunder Tor zuliefen. Ribeiro blieb cool und schoss zum 1:0 ein (11.).
Ein Geschenk von Williams bescherte dem BVB nur fünf Minuten später den Ausgleich. Der Sundowns-Keeper wollte aus dem eigenen Fünfer flach nach vorne spielen, hatte aber Nmecha übersehen, der die Kugel zum 1:1 versenkte (11.). Doch einen Schub gab der Ausgleichstreffer nicht. Mamelodi hatte die Partie weiterhin im Griff und kam vor allem über die linke Seite gefährlich nach vorne, während der BVB spielerische Momente nur feindosiert einstreute. In Minute 19 verpasste Guirassy nach Kombination über Groß und Svensson am Fünfer nur knapp. Eine Viertelstunde später eroberte Groß zehn Meter in der gegnerischen Hälfte resolut den Ball, Guirassy legte an der Strafraumkante nach halbrechts raus zu Brandt, dessen Flanke punktgenau zurückkam: Guirassy hatte sich hoch in die Luft geschraubt und köpfte den Ball zum 1:2 ins Netz (34.). Angesichts von nur 31 Prozent gewonnener Zweikämpfe, 36 Prozent Ballbesitz sowie einer (leicht) schwächeren Passgenauigkeit (85% zu 89%) hatte sich die Führung nicht unbedingt abgezeichnet. Zur Wahrheit gehörte aber auch: Für die Südafrikaner waren die brutalen äußeren Bedingungen nicht so ungewohnt wie für die Europäer. Deren Trikots waren schon nach einer halben Stunde schweißgetränkt.
Gleichwohl kippte das Spiel nach dem 1:2. Borussia hatte danach die Spielkontrolle und erhöhte noch vor der Pause auf 3:1. Mit Beginn der Nachspielzeit spielte Nmecha rechts raus zu Brandt, dessen scharfe Hereingabe Williams nach vorne abprallen ließ. Die Kugel sprang zu Bellingham, der aus 15 Metern aus der Drehung abzog und zum 3:1 traf. Beinahe noch das vierte Tor, doch diesmal war Williams bei Guirassys Kopfball aus kurzer Distanz reaktionsschnell zur Stelle.
Mamelodi kam stark aus der Kabine. In der 55. Minute lenkte Kobel einen Schuss von Rayners an die Latte. Ein Tor aber hätte wegen Abseits nicht gezählt. Dennoch musste der BVB aufpassen. Wenig später trat Mokoena aus 26 Metern zum Freistoß an: Anton war noch mit den Haarspitzen dran, so senkte sich der Ball aufs Tornetz. Borussia Dortmund glänzte andererseits mit hoher Effizienz. Nach den beiden Mamelodi-Chancen kam der BVB über Nmecha nach vorne. Bellingham leitete dann zentral weiter nach links zu Svensson, dessen Hereingabe Mudau zum 1:4 ins eigene Tor abfälschte (60.).
Nur zwei Minuten später gab es den nächsten Freistoß für die Südafrikaner. Diesmal flankte Mokoena nach innen, Rayners setzte den Kopfball an den linken Pfosten und drückte den Abpraller – ebenfalls mit dem Kopf – zum 2:4 in die Maschen. Freistöße hatten es nun auf beiden Seiten in sich. Bensebaini kam völlig frei zum Kopfball, doch Williams verhinderte mit einer starken Parade das mögliche fünfte Gegentor (68.). Nachdem der BVB das Geschehen in der Folge sicher im Griff hatte, wurde es mit Beginn in der insgesamt siebenminütigen Nachspielzeit nochmal spannend. Mothiba tauchte nach einem Pass vom linken Flügel frei vor Kobel auf und verkürzte auf 3:4. Der BVB schaffte es aber, das Geschehen in die gegnerische Hälfte zu verlegen. Der eingewechselte Adeyemi machte viel Betrieb.
Ausblick:
Im dritten und letzten Gruppenspiel trifft der BVB am kommenden Mittwoch um 21 Uhr deutscher Zeit auf Ulsan HD aus Südkorea.
Es berichtet Boris Rupert
Teams & Tore
FIFA Klub-WM, 2. Spieltag
Samstag, 21. Juni 2025, 12:00 Uhr Ortszeit
MAMELODI SUNDOWNS – BORUSSIA DORTMUND 3:4 (1:3.)
Mamelodi Sundowns: Williams – Mudau, Cupido, Kekana, Lunga – Mokoena (69. Adams) – Ribeiro (69. Arthur Sales), Zwane, Allende, Matthews (69. Morena) – Rayners (77. Mothiba)
Bor. Dortmund: Kobel – Süle (83. Ryerson), Anton, Bensebaini – Yan Couto, Groß, Nmecha (63. Sabitzer), Svensson – Brandt (63. Chukwuemeka), Bellingham (83. Beier) – Guirassy (90.+2 Adeyemi)
Bank: Onyango, Khoza, Lebusa, Mdunyelwa, Modiba, Mvala, Aubaas, Maema, Mkhulise, Lethlaku, Shalulile – Meyer, Benkara, Coulibaly, Mané, Azhil, Campbell, Reyna, Duranville, Gittens, Inacio
Tore: 1:0 Ribeiro (11., Matthews), 1:1 Nmecha (16.), 1:2 Guirassy (34., Brandt), 1:3 Bellingham (45.+1, Brandt), 1:4 Svensson (60., Bellingham), 2:4 Rayners (62., Mokoena), 3:4 Mothiba (90., Lethlaku)
Eckstöße: 2:4 (Halbzeit 1:3), Chancenverhältnis: 7:7 (3:5)
Schiedsrichter: Benitez (Paraguay), Gelbe Karten: Matthews, Allende – Chukwuemeka, Beier
Zuschauer: 14.000 in Cincinnati (Ohio), Wetter: sonnig, 30 Grad
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