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Interview

Sebastian Kehl über Ulsan HD, den Turniermodus und Rivalität bei der Klub-WM

Sebastian Kehl hat am Sonntag bei einer Medienrunde in Fort Lauderdale nicht nur einen Blick zurück auf den Sieg gegen die Mamelodi Sundowns geworfen, sondern auch eine Einschätzung zu Ulsan HD, dem kommenden Gegner der Borussen, gegeben. Außerdem hat der Sportdirektor über die Rivalität zwischen den südamerikanischen und den europäischen Teams bei der FIFA Klub-WM gesprochen.

Sebastian Kehl über den knappen Sieg gegen Mamelodi Sundowns:
„Am Ende wurde es nochmal knapp – wir haben uns selbst in diese Situation gebracht. Es war ein bisschen unnötig, weil wir das Spiel nach dem 4:1 sehr gut kontrolliert haben. Trotzdem haben wir unterm Strich drei wichtige Punkte geholt und sind in der Gruppe jetzt mit vier Punkten in einer guten Ausgangssituation. Wir haben alle Möglichkeiten, am Mittwoch weiterzukommen – davon bin ich fest überzeugt. Trotzdem müssen wir uns ein bisschen steigern: Die eine oder andere Situation hatte nichts mit dem Wetter zu tun, die müssen wir als Mannschaft und auch individuell besser lösen. So viele Fehler dürfen wir am Ende nicht machen. Aber wir haben auch viele Sachen gut gemacht: Wir haben eine gute Reaktion gezeigt, wir haben Tore aus gewissen Abläufen heraus geschossen, so wie wir es hier auch trainieren. 

...die Maßnahme, die Auswechselspieler während der ersten Halbzeit in der Kabine zu lassen:
„Wir haben uns im Vorfeld des Spiels Gedanken darüber gemacht, wie wir in der ersten Halbzeit ein bisschen Energie sparen können, weil wir auf der Auswechselbank keinen Sonnenschutz hatten. Da kam die Idee auf,  Teile der Mannschaft in der Kabine lassen, um die Spieler unter deutlich kühleren Bedingungen nicht noch mehr auszulaugen. Sie haben sich warm gemacht, sie haben sich in der Kabine vorbereitet – ich glaube, es war eine gute Maßnahme. Ein bisschen ungewöhnlich womöglich – aber um 12 Uhr unter diesen Bedingungen zu spielen, ist auch nicht gewöhnlich. Daher glaube ich, es war ein guter Schachzug.“

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...das erste Tor von Jobe Bellingham für Borussia Dortmund:
„Jobe hat nicht nur mit diesem Tor, sondern auch mit seiner Leistung gezeigt, dass er mehr und mehr ankommt. Natürlich sind die Dinge auch im Teilbereich noch neu für ihn, aber er ist schlau genug, alles gut anzunehmen, sich darauf einzulassen und die Ideen des Trainers umsetzen zu wollen. Daher war es ein guter Start von ihm. Mit dem Tor hat er sich selbst belohnt – schöne Geschichte.“

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...den kommenden Gegner Ulsan HD:
„Ulsan steht mit null Punkten am Tabellenende: Sie wollen sich sicherlich nochmal vernünftig verabschieden. Sie hatten ihre Möglichkeiten im letzten Spiel und haben auch immer wieder mit Kontermöglichkeiten auf sich aufmerksam gemacht. Daher müssen wir gewappnet sein für Konter- und Gegenpressingaktionen. Wir werden uns aber nochmal sehr intensiv damit beschäftigen. Wir haben noch ein bisschen Luft und freuen uns auf dieses Spiel. Aber wir werden auch diesen Gegner nicht unterschätzen, denn es ist wieder eine Herausforderung, wieder eine Unbekannte. Aber das haben wir jetzt ganz gut gemeistert und hoffen, es auch am Mittwoch zu tun.“

...die südamerikanischen und die europäischen Teams bei der Klub-WM:
„Es war eine ganze Zeit so, dass die Südamerikaner im Grunde genommen kein einziges Spiel verloren haben in diesem Wettbewerb und alleine durch ihren Spielrhythmus, ihre Intensität, aber auch die Zuschauer ein paar Vorteile hatten. Man sieht es ja auch an einigen anderen europäischen Klubs, die ebenfalls Probleme hatten – sei es PSG, sei es Real Madrid, oder auch Inter Mailand. Ich glaube, die Mannschaften finden sich auch erst in dieses Turnier ein und daher bin ich mal gespannt, wie diese Formkurve, diese Rivalität, die jetzt gerade viel besprochen wird, am Ende verlaufen wird.“

...den Turniermodus der Klub-WM:
„Ich glaube, dass wir uns da immer mehr hineingearbeitet haben. Natürlich schaut man die Spiele: Der Fernseher läuft den ganzen Tag, da die Spiele ja schon um 12 Uhr anfangen und bis spät abends laufen. Ich glaube, dass das Gefühl für das Turnier mehr und mehr entsteht. Natürlich sind wir viel unterwegs, es geht Schlag auf Schlag. Ich kenne diesen Turniermodus als Spieler – ich kenne ihn in dieser Funktion noch nicht. Aber es macht Spaß und ich glaube, dass sich die Vorfreude, die Spannung und die Atmosphäre während des Turniers noch steigern werden. Man sieht es in vielen Spielen: Es ist schon richtig was los.  Es gibt ganz viele Spiele, die viel Lust machen. Ich glaube, dass sich Euphorie in diesem Land noch steigern wird.“

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