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Borussia verbindet im BORUSSEUM: Entdeckt die andere Geschichte des Sports – Lesung mit Martin Krauss
In seiner Lesung nimmt Martin Krauss Euch mit in jene Kapitel der Sportgeschichte, die selten erzählt werden. Er erinnert an die Blackburn Olympics, die 1883 als erster reiner Arbeiterverein den FA-Cup gewannen und damit die großbürgerlichen Old Etonians herausforderten. Deren Reaktion war ein Rückzug aus dem Wettbewerb – ihr Fußball sollte kein „Proletensport“ werden, der von „wilden Massen“ gespielt wird.
Auch die deutsche Sportgeschichte steht im Fokus. Krauss zeigt, wie Klubs von Zuwanderern bis in die 1980er-Jahre offiziell als „Ausländervereine“ galten, geduldet nur unter der Bedingung, dass sonst „ein hoher Prozentsatz ausländischer Mitbürger einen deutschen Verein überfremdet“. Er erzählt von Mannschaften wie Türkiyemspor Berlin, das 1991 fast in die Zweite Bundesliga aufstieg und dennoch mit Zurückweisung konfrontiert war, und von der eigenen Jugoliga in Baden-Württemberg, die es für „Jugoslawen“ bis 1992 gab.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Frauenfußball, der immer dann eingeschränkt oder verboten wurde, wenn er zu erfolgreich wurde. Schon Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre fanden Frauen-Länderspiele statt, etwa 1956 in Essen vor 18.000 Zuschauern beim Spiel Deutschland gegen die Niederlande. Es gab in den Jahren 1970 und 1971 sogar Weltmeisterschaften, die nur deshalb als „inoffiziell“ galten, weil die FIFA sie nicht lizenzierte. Es wurde also längst um Titel gespielt – während der offizielle Fußball so tat, als existiere all das nicht.
In der Lesung verbindet Martin Krauss solche Geschichten mit aktuellen Fragen: Wer hat Zugang zum Sport? Wer wird ausgeschlossen? Wem gehört der Fußball – und wer musste sich seinen Platz auf dem Rasen hart erkämpfen? Im anschließenden Gespräch mit Gästen kommen Menschen zu Wort, die diese Kämpfe aus eigener Erfahrung kennen.
Wann: 28. Mai 2026 um 19:09 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)
Wo: BORUSSEUM, Strobelallee 50, Nord-Ost-Ecke des Stadions
Die Veranstaltung in der Reihe „Borussia verbindet im BORUSSEUM“ organisieren das BORUSSEUM, die Abteilungen Corporate Responsibility und Fanangelegenheiten in Zusammenarbeit mit what matters.
Anmeldungen für die Veranstaltung sind ab sofort bis zum 17. Mai 2026 um 23:59 Uhr hier möglich!
Die Kapazität der verfügbaren Plätze ist begrenzt, daher ist der Platz erst mit Eingang einer Zusage-E-Mail verbindlich bestätigt.
Alle weiteren Informationen erhaltet Ihr im Falle einer Zusage per E-Mail. Wir werden uns mit einer Zu- oder Absage melden.
Bei einer entsprechenden Zusage bitten wir, die Veranstaltung auch wahrzunehmen, damit der Platz nicht frei bleibt und andere interessierte Fans dadurch leer ausgehen. Solltet eine Teilnahme kurzfristig nicht möglich sein, bitten wir um eine Absage, sodass wir den Platz an eine weitere Person vergeben können.
Der Veranstalter behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Kurzbiografie Martin Krauss
Martin Krauss, Jahrgang 1964, lebt als freier Sportjournalist und Buchautor in Berlin. Er schreibt regelmäßig für die taz und die Jüdische Allgemeine. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sind Sportpolitik und -geschichte, Fußball, Boxen, Bergsteigen und Schwimmen. Aktuell ist er an einer Studie zu Sportjournalismus im Nationalsozialismus beteiligt. www.martinkrauss.de