Borussia Dortmunds U19 geht mit Optimismus ins Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Hertha BSC. „An der Ausgangsposition hat sich trotz des 2:2 im Hinspiel nicht viel geändert. Unser Ziel bleibt der Einzug ins Finale“, versichert Trainer Mike Tullberg vor dem Rückspiel am Pfingstmontag im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Anstoß der Partie ist um 11 Uhr, SKY überträgt live.

An Berlin hat Tullberg positive Erinnerungen. Vor zwei Jahren feierte der BVB-Trainer mit dem 2:1-Sieg im Finale gegen Hertha BSC seine erste Deutsche A-Juniorenmeisterschaft, in der vergangenen Saison fertigten seine Jungs die Gastgeber im Halbfinal-Hinspiel mit 4:0 ab. Die aktuellen Mannschaften sind indes personell neu aufgestellt, und die Hertha hat am vergangenen Donnerstag maximalen Eindruck hinterlassen. Tullberg bestätigt: „In dieser Besetzung ist es der stärkste Gegner, den wir in den letzten Jahren im nationalen Bereich angetroffen haben."

Gemeinsam mit seinem Trainer-Team hat er das Hinspiel analysiert. Er bezieht seine Zuversicht aus vor allem aus den starken Phasen in der ersten Halbzeit: „Da haben wir es versäumt, einen klaren Vorsprung herauszuschießen. Wir werden auch in Berlin unsere Möglichkeiten bekommen. Die sollten wir dann aber entschlossen nutzen.“ Gerade Zielstrebigkeit und Effizienz hatten den BVB in der Bundesliga ausgezeichnet, sie könnten zum entscheidenden Faktor werden.

Überrascht schienen die Dortmunder im Hinspiel von Athletik und Intensität des Gegners. „Hertha hat Erwachsenenfußball gespielt, sie sind körperlich weiter, das hat uns im Eins-gegen-Eins-Duellen vor Probleme gestellt“, analysierte Tullberg. Während Berlin mit Pascal Klemens, Ibrahim Maza, Bence Dardai, Peter Matiebel und Oliver Rölke fünf Spieler aufbot, die fest zum Zweitliga-oder Regionalliga-Kader gehören, war der BVB mit zwischenzeitlich drei U17-Talenten und sechs Jung-Jahrgängen im Schnitt deutlich jünger besetzt. Wobei Tullberg die Leistung seiner Innenverteidiger ausdrücklich hervorhob: „Unsere Youngster Elias Benkara und Tyler Meister haben ihre Sache gut gemacht, aber in Sachen Robustheit und Körperlichkeit ist Hertha gegenüber unserer talentierten Mannschaft deutlich im Vorteil.“

Fragezeichen hinter Posadas Einsatz

Im taktischen Bereich wird er nachjustieren und seinen Spielern einen verfeinerten Plan mit auf den Weg geben. Denn anders als in den Meisterschaftsspielen, in denen Borussia die in der Regel tiefstehende Gegner dominiert, übernahm Hertha BSC das Heft des Handelns und zwang den BVB in die Rolle der reagierenden Mannschaft. „Wir haben nur in der Youth League gegen AC Mailand erlebt, dass wir deutlich weniger Ballbesitz als der Gegner haben. Damit tun wir uns schwer. Das sollten wir in Berlin besser machen, kontrollierter spielen und Herthas längere Ballbesitzzeiten klüger verteidigen“, so Tullberg. Dass die Mannschaft aus dem Hinspiel gelernt hat, davon ist Torhüter Lisewski überzeugt: „Wir kommen immer schnell zurück. Ich sehe für uns weiterhin gute Chancen, das Rückspiel zu gewinnen.“

Personell wird sich der Kader kaum verändern. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz des angeschlagenen Abwehrspielers Leonardo Posadas. Die U17-Weltmeister Almugera Kabar und Paris Brunner, die aus präventiven Gründen ausgewechselt worden waren, kehren in die Start-Formation zurück. Auch Filippo Mane könnte eine Option sein. „Wenn wir eine Top-Leistung abliefern, sind wir in der Lage, auch gegen eine herausragende Mannschaft wie Hertha BSC zu gewinnen“, erklärt Tullberg.