Seit dem 1. Mai ist Lars Ricken als Geschäftsführer Sport von Borussia Dortmund tätig. Auf einer Pressekonferenz hat sich der ehemalige Direktor Nachwuchsleistungszentrum am Mittwoch vorgestellt und Fragen zu seiner neuen Tätigkeit beantwortet.

„Unter moderner Führung verstehe ich, alle stark zu machen. Jetzt müssen wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass jeder in seinem Bereich optimal arbeiten kann, dass aber auch alle optimal zusammenarbeiten können. Dann werden wir den größtmöglichen Erfolg haben. Ich habe Lust, die Zukunft dieses Vereins mit meinen Mitstreitern zu gestalten“, sagt Lars Ricken, der seit dem 1. Mai als neuer Geschäftsführer Sport bei Borussia Dortmund tätig ist. Der ehemalige Profi und Direktor des Nachwuchsleistungszentrums war der einzige Kandidat, mit dem der Präsidialausschuss des Beirates der Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH unter Führung von Dr. Reinhold Lunow gesprochen hat. „Er hat uns sein Konzept vorgeschlagen und den Präsidialausschuss gerockt“, erklärt der Vereinspräsident. 

Der Vorschlag, Lars Ricken für den neuen Posten zu gewinnen, war von Hans-Joachim Watzke gekommen. Der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung hatte im Januar angekündigt, die Verantwortung für den sportlichen Bereich abgeben zu wollen: „Lars hat 16 Jahre lang Außergewöhnliches geleistet, sowohl was die Entwicklung der Spieler angeht als auch beim Gewinn von Titeln im Jugendbereich. Von seiner persönlichen Attitüde, seiner Erfahrung, seiner Vita her ist es ein stimmiges Gesamtpaket.“

Der gebürtige Dortmunder Ricken hatte bereits im Nachwuchs für Borussia Dortmund gespielt und gewann als Profi drei Deutsche Meisterschaften sowie die UEFA Champions League. Am 1. Juli 2008 war er zum Nachwuchskoordinator berufen worden, zum 1. Januar 2021 erfolgte die Beförderung zum Direktor des Nachwuchsleistungszentrums, das er zum erfolgreichsten im deutschen Fußball formte. „Ich bin bereit für diese Verantwortung. Als gebürtiger Dortmunder ist es für mich eine besondere Ehre. Das reicht natürlich nicht, um Geschäftsführer Sport bei Borussia Dortmund zu werden“, so Ricken. „Die Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum gibt viele Möglichkeiten, um sich darauf vorzubereiten. Man ist in diesem Bereich Geschäftsführer, Sportdirektor, Technischer Direktor in einem. Als Kaderplaner war ich für mehrere Mannschaften gleichzeitig zuständig, musste Trainerteams zusammenstellen und Verträge mit Spielern, Beratern, Eltern machen. Mit den Mitarbeitern habe ich Strukturen aufgebaut. Scouting-Abteilung, Athletik, Reha, Pädagogik – meine Aufgabe war es, die richtigen Leute zu finden, ihr Potenzial zu fördern, sie zu begleiten und zu entwickeln, aber auch, sie im Verein zu halten. Es ist die größte Abteilung im Verein, da sind zwei Punkte extrem wichtig: Kommunikation und Vertrauen.“

Auf die aktuelle Situation von Borussia Dortmund angesprochen erklärt Ricken: „Ich bin stolz auf diese Mannschaft, wie sie die schwarzgelben Farben in Europa vertreten hat. Das ist eine großartige Leistung. Aber wir müssen uns auch an der Bundesliga orientieren. Das ist der Wettbewerb mit den meisten Spielen. Da geht es am wenigsten um die Tagesform. Das ist der Wettbewerb, der am Anfang einer Saison die höchste Priorität hat. Wir stehen jetzt auf Platz fünf, und ich habe nicht das Gefühl, dass die Mannschaften vor uns sich gerade schlechter aufstellen. Es ist die Aufgabe, im nächsten Jahr eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu haben.“

Eine der aktuellen Aufgaben des neuen Geschäftsführers Sport ist es daher, mit den Verantwortlichen über die Kaderplanung zu sprechen: „Wir waren immer am stärksten, wenn wir eine Zwei-Wege-Strategie verfolgt haben: junge, hungrige Spieler mit sportlichem Mehrwert und Marktwertpotenzialen – entweder aus dem eigenen Nachwuchs oder nationale oder internationale Toptalente. Extrem wichtig ist aber auch ein Gerüst aus Spielern mit Erfahrung, Qualität, Mentalität und Führungsstärke, an die sich die jungen Spieler anlehnen und mit denen sie sich entwickeln können. Das muss unser Weg sein.“ 

Seine Vision für den BVB beschreibt Ricken: „Ich bin als Jugendspieler Deutscher Meister geworden, als Profi und als Direktor Nachwuchsleistungszentrum. Diese Ambition werde ich nicht zur Seite legen. Aber ich kann es auch nicht versprechen. Wir sind lange genug nicht Deutscher Meister geworden. Wir machen es am Ende für die Fans. Es muss unser Anspruch und unsere Haltung sein, dass die Fans nach einem Spiel glücklich nach Hause gehen und sich schon auf das nächste Spiel freuen. Die Bilder nach Atletico und Paris waren ikonisch. Wir haben besondere Momente kreiert. Wenn wir das weiterhin schaffen, werden wir auch mannschaftlichen Erfolg haben.“