Mit dem Halbfinal-Hinspiel gegen Hertha BSC, Staffelsieger der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost, startet Borussias U19 Donnerstag (18:30 Uhr, NLZ) in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Die U17-Meister treten im Westfalen-Pokal-Halbfinale an.

In der zweiten Partie stehen sich der Westzweite Borussia Mönchengladbach und die TSG Hoffenheim, Meister der Bundesliga Süd/Südwest, gegenüber. Ab der kommenden Saison ermitteln die Fußball-Junioren ihre Meister über eine DFB-Nachwuchsliga. In der abschließenden Endrunde spielen vier Teams in zwei K.o.-Spielen die Final-Teilnehmer aus.

Kein Verein war seit Gründung der Bundesliga (2003) erfolgreicher als der BVB, der viermal (2016, 2017, 2019 und 2022) den Titel gewann und sich seit 2016 regelmäßig für die Endrunde qualifiziert hat. Vor einem Jahr scheiterten die Borussen im Finale am FSV Mainz 05 (2:4 nach Verlängerung). Nach dem Triumph der U17 eröffnet sich dem BVB-Nachwuchs zum Abschluss der Saison 2023/24 die Möglichkeit, das Meisterschafts-Double zu feiern.

Aber diese Mission wird zu einer großen Herausforderung. „Ich habe vor dieser Berliner Mannschaft, die sich zum dritten Male hintereinander in der nicht einfachen Staffel Nord/Nordost den Titel geholt hat, und vor der Arbeit, die in der Hertha-Akademie geleistet wird, Riesen-Respekt“, erklärt Mike Tullberg, der die Berliner kürzlich beim 2:0-Sieg im Topspiel gegen Wolfsburg vor Ort beobachtet hat. „Das ist ein sehr erwachsen spielender Gegner. Die Tagesform wird entscheiden“, mutmaßt der BVB-Trainer und erwartet ein „50:50-Spiel“.

Akademie-Talente in der 2. Bundesliga

Vier Spieler aus Herthas U19-Kader haben sich im Laufe der Saison bereits in der Regionalliga ausgezeichnet. U17-Weltmeister Bence Dardai hat seine ersten Bewährungsproben in der 2. Bundesliga bestanden, und Keeper Tim Goller gilt als eines der größten deutschen Torhüter-Talente. Der von der Vereinsführung proklamierte „Berliner Weg“ spülte bis zu sechs Jungs aus dem eigenen Nachwuchs in den Profi-Bereich.

2018 trafen sich beide Teams zum ersten Mal im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Der BVB, damals Westzweiter, unterlag im Hinspiel in Berlin 0:4, im Rückspiel führte die wie entfesselt aufspielende Borussia 3:0, ehe ein schweres Gewitter den schwarzgelben Sturmlauf stoppte. Die Berliner nutzten die lange Spielunterbrechung, um sich neu zu sortieren und machten in der Schlussphase mit dem Treffer zum 1:3 die Endspiel-Qualifikation perfekt. Im Finale bezwangen sie den FC Schalke 04.

Der BVB gewann die letzten Duelle

Die beiden jüngsten Duelle entschied der BVB für sich. 2022 gewann das Team von Mike Tullberg das Endspiel in Berlin mit 2:1. 2023 triumphierten die Borussen im Halbfinal-Hinspiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark mit 4:0, im Rückspiel (0:1) brachten sie ihren komfortablen Vorsprung ungefährdet ins Ziel. „Vergleiche zum Vorjahr verbieten sich, weil sich zwei andere Mannschaften gegenüberstehen“, sagt Mike Tullberg. Nur Rafael Lubach, Danylo Krevsun und Paris Brunner gehörten vor einem Jahr zur BVB-Anfangsformation, eingewechselt wurden Jaden Korzynietz, Cole Campbell und Kjell Wätjen. 

Seit Dienstag hat Mike Tullberg seinen kompletten Kader zusammen. Dazu gehören Elias Benkara, Ousmane Diallo und Taycan Etcibasi aus der U17-Meister-Mannschaft Auch Kapitän Filippo Mane meldete sich nach langer Verletzungspause im Training zurück. „Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ist ein neuer Wettbewerb, den wir gern erfolgreich gestalten würden“, erklärt Tullberg und ergänzt: „Wir müssen versuchen, unsere Offensiv-Stärke auf den Platz zu bekommen, um mit einer guten Ausgangsposition zum Rückspiel nach Berlin zu fahren.“

Dabei hofft er auf große Zuschauer-Unterstützung. Tullberg: „Das haben sich die Jungs nach einer überragenden Bundesliga-Saison verdient.“ 

U17-Meister im Westfalenpokal-Halbfinale

Borussias U17 muss nach dem Gewinn der achten Deutschen B-Junioren-Meisterschaft in die Saisonverlängerung und gastiert im Westfalenpokal-Halbfinale am Donnerstag (18:30 Uhr) beim Westfalenligisten Hombrucher SV.

„Nach dem Endspielsieg gegen Leverkusen fühlte sich die Saison wie vollständig an, aber jetzt nehmen wir auch diese Aufgabe an und wollen natürlich gewinnen“, erklärt Marco Lehmann vor dem Lokalderby im Stadion an der Deutsch-Luxemburger Straße. Sollte es so kommen, würden die Jungs ein weiteres Finale spielen. Gegner wäre dann der FC Schalke 04, der sich gegen den SC Paderborn mit einem 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen für das Westfalenpokal-Endspiel qualifizierte.

Marco Lehmann wird für die Startelf vor allem Spieler nominieren, die zuletzt wenig Einsatzzeiten hatten. Im Kader fehlen Elias Benkara, Ousmane Diallo, Taycan Etcibasi (bei der U19) und Thierry Tazemeta, der bei der U17-Europameisterschaft für Österreich spielt. (wiwi)