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Marcel Raducanu wird 70

Als sich der 18-malige rumänische Nationalspieler im Sommer 1981 bei einem Freundschaftsspiel mit der Nationalmannschaft im damaligen Westfalenstadion mit einer vorgetäuschten Verletzung von seiner Truppe absetzt, wird dies als Fahnenflucht gewertet. Am Montag feiert Marcel Raducanu, der „Maradona vom Balkan“, in seiner Wahl-Heimat Dortmund seinen 70. Geburtstag.

1980 war er in seinem Land zum Fußballer des Jahres gewählt worden, jeweils zweimal Meister und Pokalsieger mit Steaua Bukarest geworden und damit nach den Gepflogenheiten des Ceausescu-Regimes im Range eines Hauptmanns, sucht der dribbelstarke Mittelfeldspieler nach seiner mutigen Flucht von nun an sein Glück im Westen. Der Sommer 1981 ist der Wendepunkt im Leben des Marcel Raducanu!

Ein Glücksfall für die Borussia, dass der am 21. Oktober 1954 in Bukarest geborene Raducanu nach einer kurzen Odyssee über Hannover bei den Schwarzgelben landet. In einer Zeit wenig spielerischer Klasse verleiht der 1,78 Meter große Ballkünstler dem Dortmunder Spiel wieder einen Hauch von Genialität. Dass es für den sensiblen Techniker in 167 Spielen für den BVB bis zum Jahre 1988 nicht zum Titel reicht, liegt einfach an den schwierigen Zeiten eines Klubs im Umbruch. So wird am meisten das Relegations-Drama gegen Fortuna Köln anno 1986 in Erinnerung bleiben, vor allem das Rückspiel am 19. Mai in Dortmund mit dem 3:1, als „Radu“ eines seiner wenigen Kopfballtore erzielt und somit letztlich auch zum Erhalt der Erstklassigkeit beiträgt.

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Der liebenswerte „Ostblock-Star“ von einst ist Dortmund treu geblieben und wohnt mit seiner Anna in Dortmund-Hombruch. Der stolze Vater zweier erwachsener Söhne gibt seit Jahren sein Wissen um das runde Leder in seiner Fußballschule in Dortmund-Körne an den Nachwuchs weiter. Im Kreise der Traditionsmannschaft, in der er oft zauberte, ist er immer gern gesehen. Seine zuletzt erschienene Biografie bringt dem Leser spannend den Lebensweg eines Fußballstars zwischen Ost und West nahe. Marcel Raducanu blickt nun auf 70 Lebensjahre zurück. Borussia und ganz Dortmund gratulieren dem Jubilar!
Fritz Lünschermann (Vorsitzender des Ältestenrats)

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