Spielbericht
Gittens, Bensebaini und Guirassy schießen BVB zum 3:0-Sieg in Zagreb
Im Stadion Maksimir traf der BVB auf einen rutschigen Rasen und auf Abwehr-Beton. Jamie Gittens knackte diesen in der 41. Minute zur verdienten 1:0-Halbzeitführung. Ramy Bensebaini erhöhte 15 Spielminuten später mit einem Kopfballtreffer, der eingewechselte Serhou Guirassy erzielte in der 90. Minute den Treffer zum 0:3-Endstand.
Ausgangslage:
Der kroatische Meister und Pokalsieger hatte zum Auftakt der Ligaphase mit 2:9 beim FC Bayern verloren, rangierte in der Tabelle jedoch nach vier von acht Spieltagen als Sechzehnter einen Platz vor den Münchnern. Dortmund war mit drei Siegen (und einer Niederlage) aus den ersten vier Begegnungen auf Rang sieben notiert.
Personalien:
Der in der Liga gesperrte, aber auch angeschlagene Can sowie Guirassy (nach Infekt) standen wieder zur Verfügung, saßen zu Beginn aber auf der Bank – ebenso wie Ryerson, der durch Groß ersetzt wurde. Das war die einzige Veränderung in der BVB-Elf gegenüber dem 4:0 am Samstag gegen Freiburg.
Taktik:
Der BVB traf in seinem 4-3-3-System auf eine engmaschige, äußerst defensiv ausgerichtete 5-3-2-Formation des Gegners und versuchte, diese mit Diagonalbällen und tiefen Läufen auf den Außenbahnen zu knacken. Im Aufbau besetzten Sabitzer und der einrückende Bensebaini die Halbpositionen. Fünf Spieler boten sich in der vordersten Linie als Anspielstationen an. Zagreb mauerte – und lauerte ausschließlich auf schnelle Umschaltaktionen. An Ballbesitz hatte die Mannschaft null Interesse.
Spielverlauf & Analyse:
Zagreb überließ dem BVB im eigenen Stadion den Ball, der diesen schnell laufen ließ und früh zu guten Chancen kam. In der dritten Minute kam Sabitzer im Strafraum zum Schuss. Bernauer blockte. Ein Diagonalball von Anton über die breite Abwehrkette erreichte Bensebaini links im Strafraum. Der Kopfball aus spitzem Winkel überwand Keeper Zagorac und klatschte an den Querbalken – fünf Zentimeter tiefer wäre er im Netz gelandet (8.). Nach genau einer Viertelstunde kamen die Kroaten zum ersten Torschuss: Der aufgerückte Linksverteidiger Pierre-Gabriel hielt aus 18 Metern drauf. Knapp ging der Versuch über den Kasten.
Die Borussen gewannen die zweiten Bälle, hatten immer wieder gute Szenen auf dem frisch verlegten, aber rutschigen Rasen. Sabitzer passte auf Malen, der halbrechts im Strafraum in Bedrängnis haarscharf über den Kasten zielte (27.). Insgesamt aber waren bei aller optischer Überlegenheit (76% Ballbesitz) zu viele Fehlpässe im letzten Drittel dabei. Aber auch eine weitere Top-Chance und direkt danach der verdiente Führungstreffer.
Zunächst zögerte Stojkovic bei Gittens‘ Flanke mit dem Herauslaufen, Malen köpfte aus spitzem Winkel aufs Tor, doch Zagrebs Keeper brachte dann doch noch rechtzeitig die Hände hoch und wehrte ab (41.). Sekunden später war Gittens wieder am Ball, zog auf Höhe des Mittelkreises von links nach innen und aus 15 Metern ab. Der Ball landete unhaltbar im rechten oberen Eck.
Die Dortmunder kamen ohne ihren Kapitän an diesem Abend zurück aus der Kabine: Für Brandt, der sich unmittelbar nach dem Führungstor offenbar am Oberschenkel verletzt hatte, Sekunden vor dem Pausenpfiff aber nochmal auf den Platz zurückgekehrt war, ging es nicht mehr weiter. Ryerson kam, und Groß rückte vor ins Mittelfeld auf eine Höhe mit Sabitzer.
Der BVB bespielte den Gegner weiterhin mit Geduld und nutzte eine Standardsituation zum 2:0. Zunächst verlängerte Nmecha eine etwas verunglückte Ecke von Groß mit dem Fuß, Schlotterbeck hielt aus der Drehung voll drauf, doch Zagorac wehrte ab zur nächsten Ecke. Die kam – erneut von Groß geschlagen – punktgenau in die Mitte auf Bensebaini, der per Kopf das 2:0 für den BVB erzielte (56.). Kurz darauf durften Beier, Gittens und Sabitzer Kräfte tanken für das Bayern-Spiel; Guirassy, Duranville und Reyna kamen (61.). Und Malen hatte nach Nmechas Balleroberung das 0:3 auf dem Fuß, doch Torwart-Oldie Zagorac parierte sehr stark (65.).
Zagreb stellte Personal und System um, spielte nun mit, ohne aber den BVB in Bedrängnis zu bringen, der sich zwar phasenweise zu tief positionierte, insgesamt aber ungefährdet dem zweiten Auswärtssieg in dieser Champions-League-Saison entgegenstrebte. In der Schlussminute schlug Schlotterbeck von der Mittellinie einen scharfen Ball in die Mitte, der abgeprallt zu Guirassy sprang, der allein aufs Tor zulief und den 0:3-Endstand erzielte.
Ausblick:
In der UEFA Champions League geht es für den BVB am 11. Dezember weiter mit einem Heimspiel gegen den FC Barcelona. Zuvor trifft der BVB in der Bundesliga auf den FC Bayern München (Samstag, 18:30 Uhr) und tritt am darauffolgenden Samstag bei Borussia Mönchengladbach an.
Boris Rupert
Teams & Tore
UEFA Champions League, 5. Spieltag
DINAMO ZAGREB – BORUSSIA DORTMUND 0:3 (0:1)
Dinamo Zagreb: Zagorac – Ristovski, Theophile, Bernauer, Torrente, Pierre-Gabriel – Rog, Pavic (73. Hoxha), Stojkovic (62. Pjaca) – Baturina (62. Kulenovic), Kacavenda (73. Spikic)
Bor. Dortmund: Kobel – Groß, Anton, Schlotterbeck, Bensebaini – Nmecha – Sabitzer (61. Reyna), Brandt (46. Ryerson) – Malen (75. Couto), Beier (62. Guirassy), Gittens (61. Duranville)
Bank: Filipovic, Ogiwara, Mbuku – Lotka, Meyer, Kabar, Campbell, Can
Tore: 0:1 Gittens (41.), 0:2 Bensebaini (56., Ecke Groß), 0:3 Guirassy (90., Schlotterbeck)
Eckstöße: 3:8 (Halbzeit 2:4), Chancenverhältnis: 1:9 (1:5)
Schiedsrichter: Turpin (Frankreich), Gelbe Karten: Torrente, Baturina, Kulenovic – Bensebaini
Zuschauer: 24.851 (ausverkauft), Wetter: nach Regenfällen trocken, 6 Grad