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Spielbericht

Spielbericht: Schwarzgelb verliert mit 1:5 in Stuttgart

Große Enttäuschung nach schwachem Spiel: Borussia Dortmund hat am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga ebenso deutlich wie verdient mit 1:5 (0:2) beim VfB Stuttgart verloren.

Aus Stuttgart berichtet Boris Rupert

Vor 60.000 Zuschauern in der ausverkauften MHP-Arena ging der VfB bereits in der vierten Minute durch Undav in Führung und war nach Demirovic‘ 2:0 (21.) einem dritten Treffer mehrfach nahe. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit änderte sich das Bild. Borussia kämpfte sich mit personellen und taktischen Wechseln zurück in die Partie, ließ aber nach einer Ecke das dritte Gegentor zu (Millot in der 62. Minute). Und auch die Hoffnung nach Guirassys Tor zum 1:3 in der 75. Minute währte nur fünf Minuten: Da traf Touré zum 4:1. Undav setzte den Schlusspunkt (90.).

Ausgangslage:  
Vizemeister Stuttgart war mit einem Sieg (am 3. Spieltag in Gladbach), einem Unentschieden (gegen Mainz) und einer Niederlage (zum Auftakt in Freiburg) gestartet, der BVB als eines von vier Teams noch ungeschlagen (zwei Siege, ein Remis). In den vorangegangenen 108 Bundesliga-Begegnungen zwischen beiden Klubs hatte es 42 VfB-Siege, 25 Unentschieden und 41 BVB-Erfolge gegeben.

Personalien: 
Bis auf den verletzten Giovanni Reyna waren weiterhin alle Mann an Bord. Vier Tage nach dem 3:0-Erfolg in der Champions League bei Club Brügge gab es drei Änderungen: Waldemar Anton, Felix Nmecha und Serhou Guirassy rückten für Rami Bensebaini, Emre Can und Donyell Malen in die erste Elf, die von Julian Brandt als Kapitän auf den Rasen geführt wurde.

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Taktik:
Beide Teams waren nominell in einem 4-2-3-1-System aufgestellt. Im Aufbau verschob sich der VfB in eine 3-3-4-Formation mit Millot, Demirovic, Leweling und Undav ganz vorn auf einer Linie. Am Ball agierten die Stuttgarter sicher und setzten sofort nach, wenn sie ihn verloren hatten. Beim BVB konnte sich Ryerson nur selten aus der Rechtsverteidiger-Position lösen und die offensive Dreierreihe im Mittelfeld um eine Person erweitern, weil Stuttgart sehr druckvoll agierte, überwiegend über die linke Seite, und den Norweger somit hinten band.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB zeigte zunächst nur in den ersten Minuten gute Ansätze mit Pässen von Brandt in die Schnittstelle der Stuttgarter Abwehrkette, fing sich aber ein frühes Gegentor, dass den Gastgebern Oberwasser bescherte. Niemand hatte bei Mittelstädts Pass in die Tiefe Undav auf dem Schirm, der von halbrechts kommend den Ball auf dem linken Flügel erlief, ihn frei vor Kobel mit viel Glück an den rechten Innenpfosten setzte, von wo er zum 1:0 über die Linie sprang (4.).

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Borussia lag erstmals in dieser Saison in Rückstand und stand fortan lange unter Druck. Millot hatte per Kopf die Chance, schnell auf 2:0 zu erhöhen, verfehlte das Ziel nur knapp (16.). Fünf Minuten später machte es Demirovic besser. Nach einem weiteren Angriff über die linke Seite, als sich Leweling leicht am Flügel durchgesetzt und auf Mittelstädt weitergeleitet hatte, köpfte der Stürmer die Flanke gegen die Laufrichtung des Torwarts zum 2:0 ins Netz. Demirovic profitierte zudem davon, dass er ungedeckt zwischen Fünfmeterraum und Elfmeterpunkt stand.

Kobel verhinderte in der Folge einen höheren Rückstand, als er nach einer kurz abgewehrten Ecke zunächst Mittelstädts Distanzschuss und dann Undavs Nachschuss parierte (24.), zudem nach einer Umschaltaktion des VfB von Demirovic mit einem langen Ball auf Undav auch dessen Schuss abwehrte (27.). Der BVB wechselte, brachte Gittens für den angeschlagenen Nmecha (30.). Sabitzer rückte zurück auf die Doppelsechs, Adeyemi kam von nun an über den rechten Flügel. Das Spiel war in der Folge ausgeglichen, nach bis dahin 0:9 Torschüssen aus Dortmunder Sicht kam Süle im Anschluss an eine Freistoßflanke von Groß per Kopf zum Abschluss, der Ball ging jedoch am Tor vorbei (38.). In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hätte Borussia nach einer abgefangenen Ecke auf 1:2 verkürzen können, doch Nübel lenkte Gittens‘ Schuss zur Ecke.

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Borussia kam mit zwei neuen Spielern aus der Kabine: Couto (für Ryerson) und Bensebaini (für Adeyemi) besetzten die Außenpositionen in einem 3-5-1-System beim BVB. Mit mehr Breite wollte man Stuttgart auseinanderziehen und wurde auch präsenter. Brandt verfehlte nach Bensebainis Zuspiel knapp das Tor, zudem war noch ein Abwehrbein dazwischen (51.). Doch das Deckungsverhalten war weiterhin zu luftig. Nach einem kurz gespielten Eckball hatte Mittelstädt im Rückraum viel Zeit, flankte auf den zweiten Pfosten, wo sich Karazor im Kopfballduell durchsetzte, quer legte auf Millot, den Ball aus kurzer Entfernung zum 3:0 über die Linie drückte (62.).

Es brannte auch mehrfach im Dortmunder Strafraum. Doch eine Konteraktion über Gittens vollendete Guirassy im Zweikampf mit Zagadou mit dem 1:3, als er den Ball durch Nübels Beine schoss. Eine Viertelstunde war noch zu spielen. Doch es ging in der Offensive einfach zu einfach für die Gastgeber. Nach einem unnötigen Einwurf wurde Millot auf der Grundlinie nicht angegriffen, bei der Rückgabe stand Touré ungedeckt vor dem leeren Tor und stellte den Drei-Tore-Abstand wieder her (80.). Undav setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt.

Ausblick: 
Auf Schwarzgelb wartet nun ein Heimspiel-Doppelpack gegen den VfL Bochum (Freitag, 20:30 Uhr) sowie gegen Celtic Glasgow (1.10., 21 Uhr). Das nächste Auswärtsspiel in der Bundesliga steht in zwei Wochen bei Union Berlin an.

Teams & Tore

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Fußball-Bundesliga, 4. Spieltag
VFB STUTTGART – BORUSSIA DORTMUND 5:1 (2:0)

VfB Stuttgart: Nübel – Vagnoman (78. Touré), Rouault, Chabot (69. Zagadou), Mittelstädt (69. Chase) – Karazor, Stiller (84. Führich) – Millot, Leweling – Undav, Demirovic (69. Rieder)
Bor. Dortmund: Kobel – Ryerson (46. Couto), Anton, Süle, Schlotterbeck – Nmecha (30. Gittens), Groß (63. Malen) – Sabitzer, Brandt (72. Can), Adeyemi (46. Bensebaini) – Guirassy
Bank: Bredlow, Woltemade, Krätzig, Stenzel – Meyer, Beier, Duranville, Wätjen
Tore:
1:0 Undav (4., Mittelstädt), 2:0 Demirovic (21., Mittelstädt), 3:0 Millot (62., Karazor), 3:1 Guirassy (75., Gittens), 4:1 Touré (80., Millot), 5:1 Undav (90., Millot)
Eckstöße: 6:4 (Halbzeit 5:2), Chancenverhältnis: 11:3 (6:1)
Schiedsrichter: Badstübner (Nürnberg), Gelbe Karten: Leweling – Can, Sabitzer
Zuschauer: 60.000 (ausverkauft), Wetter: heiter, 23 Grad

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