Spielbericht
BVB-Tischtennisspieler verkaufen sich teuer
„0:3 – das sieht klar aus, aber trotzdem kann ich meinen Spielern nur ein Kompliment machen. Alle drei haben gut gespielt“, bescheinigte Trainer Evgeny Fadeev seinem Team einen ansprechenden Auftritt. Vor den abschließenden Hinrunden-Begegnungen am 17. Dezember (19 Uhr, zu den Tickets) in der heimischen Brügmann-Halle gegen den TTC OE Clarity Telefonie-Systeme Bad Homburg und am 20. Dezember (15 Uhr/beide live bei Dyn) beim Tabellenletzten TSV Bad Königshofen rangieren die Vorjahres-Aufsteiger weiterhin in Sichtweite zur oberen Tabellenhälfte.
An der Weser war für die Borussen, die ohne Top-20-Spieler Anders Lind (verletzt) und Ex-Doppelweltmeister Kristian Karlsson (nicht eingeplant) auskommen mussten, aber durchaus auch ein wenigstens freundlicheres Ergebnis möglich. Denn sowohl Alberto Mino im Auftakteinzel als auch Cedric Nuytinck im dritten Spiel zwangen ihre Gegner in die Entscheidungssätze. Lediglich der etatmäßige Doppel-Spezialist Adam Szudi, in der Vorwoche beim 3:1 gegen den TTC Zugbrücke Grenzau ein Dortmunder Erfolgsfaktor, kam nicht in die Nähe eines weiteren Sieges.
Mino imponierte in seinem erst dritten Saisonspiel gegen Bremens Olympia-Teilnehmer Kirill Gerassimenko vor allem durch Moral und Kampfgeist. Der älteste BVB-Spieler holte gegen den Kasachen einen 0:2-Satzrückstand auf und musste sich im fünften Durchgang lediglich 9:11 geschlagen geben. Nachdem Szudi anschließend gegen Irvin Bertrand nicht unerwartet 0:3 unterlegen war, konnte sich Nuytinck gegen den ehemaligen Top-10-Spieler Mattias Falck angesichts einer 2:1-Satzführung ebenfalls Hoffnungen auf seinen ersten Saisonsieg machen. Danach jedoch sorgte Karlssons früherer Weltmeister-Partner nicht zuletzt aufgrund seiner Routine für die Wende und den Gesamtsieg der Gastgeber.
Fadeev haderte nach Spielende ein wenig mit dem Spielpech seiner Mannschaft. „Das ist nicht so leicht zu verarbeiten, denn man hat schon sehen können, dass wir auch in dieser Aufstellung für eine Überraschung gut gewesen wären. Wenn Alberto im fünften Satz 11:9 gewinnt und nicht 9:11 verliert, ist es für Adam im zweiten Match ein ganz anderes Spiel – und dann ist ja bekanntlich vieles möglich“, sagte der 50-Jährige.
Im Bremer Lager bestätigte Falck Fadeevs Einschätzung indirekt. „Wir hatten etwas Glück“, meinte der ehemalige Einzel-Vizeweltmeister, „dass Dortmund ohne Anders und Kristian gespielt hat.“
Lind und Karlsson, der vor dem Spiel in Bremen beim gut besetzten Star-Contender-Turnier in Omans Hauptstadt Muscat bis ins Achtelfinale gekommen war, sollen jedoch gegen den letztjährigen Mitaufsteiger Bad Homburg sowie in Bad Königshofen wieder zur Verfügung stehen. „Ab sofort“, stellte BVB-Coach Fadeev auch klar, „liegt unser Fokus ganz alleine auf diesen Spielen. Beide Begegnungen sind ganz, ganz wichtig dafür, dass wir den Anschluss nach oben halten können.“
Tischtennis, Bundesliga, 09. Spieltag
Werder Bremen – BV Borussia 09 Dortmund 3:0
Kirill Gerassimenko (WR: 73) – Alberto Mino (WR: 144) 3:2 (11:9, 11:8, 9:11, 6:11, 11:9)
Irvin Bertrand (WR: 213) – Adam Szudi (WR: 417) 3:0 (11:8, 11:9, 11:7)
Mattias Falck (WR: 98) – Cedric Nuytinck (WR: 110) 3:2 (8:11, 13:11, 9:11, 11:6, 11:7)