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BVB verlegt Stolpersteine am Borsigplatz

In unmittelbarer Umgebung des Borsigplatzes, der Keimzelle von Borussia Dortmund, wurden mehrere Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, gedemütigt, entrechtet, vertrieben und ermordet wurden. Darunter sind auch Opfer, die in Verbindung mit dem BVB standen: Heinrich Czerkus, Franz Hippler und der Kaufmann Orlean.  In Anwesenheit des damaligen BVB-Präsidenten Dr. Reinhold Lunow wurden am vergangenen Donnerstag drei Steine hinzugefügt, die an die Familie Littmann erinnern. 

Im Zuge einer Studie der Historiker Rolf Fischer und Katharina Wojatzek, die bereits 2020 von Borussia Dortmund beauftragt worden war, die Rolle des Vereins zur Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftlich zu untersuchen, tauchten Erkenntnisse über die Familie Littmann auf. Das Ehepaar ließ sich Mitte der 1920er-Jahre in Dortmund nieder und betrieb ein Lebensmittelgeschäft in der Oesterholzstraße 34. Im Februar 1926 warb Wolf Littmann in der Vereinszeitung des BVB für seine „Spezial Eier- u. Butterhandlung“.

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Am 28. Oktober 1938 wurden Wolf, Sara und Bernhard Littmann im Rahmen der sogenannten „Polenaktion“ nach Polen abgeschoben. Sara Littmann konnte offensichtlich im Juli 1939 noch einmal nach Dortmund zurückkehren, um hinterlassene Wert- und Einrichtungsgegenstände nachzuholen. Ihre Anträge dazu wurden genehmigt. Danach verliert sich die Spur der Familie. Es ist davon auszugehen, dass Wolf, Sara und Bernhard Littmann die Shoa nicht überlebten.

Dr. Reinhold Lunow betonte die Wichtigkeit des Erinnerns und gegen das Vergessen. Er fügte weiter an: „Mein besonderer Dank gilt heute den vielen Ehrenamtlichen, die sich unermüdlich für das Gedenken engagieren. Sie putzen die Stolpersteine in unserer Stadt, organisieren Veranstaltungen wie das Julius-Hirsch-Gedenken oder den Heinrich-Czerkus-Lauf und halten so die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig.“

Nachdem die Steine im Boden verlegt waren, trug Abraham Goldberg, Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde, zum Abschluss das Totengebet vor.

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